Kreisverwaltung ermöglicht Übergangslösung an Schulen Corona: Acht neue Erkrankte im Mühlenkreis – Schulen bieten Notfallbetreuung an

Lübbecke (WB/fs). Der Kreis Minden-Lübbecke hat am Sonntagnachmittag neue Fallzahlen bekanntgegeben. Demnach haben sich acht weitere Personen mit COVID-19 infiziert. Die Gesamtzahl der Erkrankten im Mühlenkreis steigt damit auf 55.

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Symbolbild. Foto: dpa

Der Kreis Minden-Lübbecke hat am Sonntagnachmittag neue Fallzahlen bekanntgegeben. Demnach haben sich acht weitere Personen mit COVID-19 infiziert. Die Gesamtzahl der Erkrankten im Mühlenkreis steigt damit auf 55. Am Samstag waren es noch 47 Erkrankte.

Laut Kreissprecherin Sabine Ohnesorge kämen von den Neuerkrankten vier Personen aus Stemwede, drei aus Lübbecke und eine aus Preußisch Oldendorf. „Die allgemeine Entwicklung der Lage zu Corona hat sich in den letzten Tagen leider weiter verschärft. Global betrachtet sind wir bekanntlich mit Schwerpunkt Europa in der höchsten Pandemie-Stufe. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Infektionen auch in unserem Kreisgebiet in den nächsten Tagen und Wochen weiter stark steigen wird“, heißt es von der Kreisverwaltung.

Der Krisenstab des Kreises konzentriere seine Arbeit darauf, auf einen hohen Anstieg – gerade im Bereich zu erwartenden zahlreichen schweren Verläufe – vorbereitet zu sein. Dabei gelte zu beachten, dass die Corona-Infektionswelle parallel zu den üblichen Erkrankungen verlaufe, die das Gesundheitssystem bereits zu bewältigen habe. Jetzt sei es wichtig, die Anstiegskurve so flach wie möglich zu halten, um insbesondere in den Krankenhäusern nicht die Kapazitätsgrenze zu erreichen oder zu überschreiten. „Hier sind alle gefordert, durch sehr verantwortungsvollen Umgang und eine Einschränkung sozialer Kontakte in allen Bereichen die weitere Verbreitung so gering wie möglich zu halten“, appelliert Landrat Dr. Ralf Niermann.

Ressourcen gelangen langsam an die Grenzen

Konkret habe der Krisenstab des Kreises am Sonntag eine Reihe weiterer Maßnahmen in die Wege geleitet. Die Mühlenkreiskliniken hätten bereits weitere Potenziale frei gemacht, um für den ansteigenden Verlauf der Krankheitswelle zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung zu haben.

Festzustellen sei laut Sabine Ohnesorge, dass die Ressourcen bei der medizinischen Ausrüstung oder beim Personal in den Krankenhäusern, aber auch in anderen betroffenen Bereichen knapper würden. Bisher seien alle begründeten Verdachtsfälle getestet worden. „Dies ist in dieser Phase nicht mehr möglich. Daher hat der Krisenstab folgende neue Regelung getroffen: Personen, die als Schlüsselpersonen in unverzichtbaren Bereichen arbeiten, werden beim Auftreten erster Symptome in Quarantäne geschickt. Ohne Symptome nehmen sie ihren Dienst in diesen unverzichtbaren Bereichen unter genauer Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften wahr“, teilt der Kreis mit.

Als Schlüsselpersonen gelten Angehörige von Berufsgruppen, deren Tätigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Bevölkerung und der Aufrechterhaltung zentraler Funktionen des öffentlichen Lebens dient. Hierzu zählen: Alle Einrichtungen, die der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen, der Lebensmittelversorgung und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung dienen und unentbehrlich sind.

Kreisverwaltung ab Montag bis auf weiteres geschlossen

Nach ausführlicher Beratung im Krisenstab hat Landrat Dr. Ralf Niermann zudem entschieden, die Kreisverwaltung einschließlich der Außenstellen (wie zum Beispiel das Straßenverkehrsamt in Minden und Lübbecke) ab Montag bis auf weiteres für die Öffentlichkeit zu schließen. Diese Entscheidung werde im Sinne des Schutzes der Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger jetzt für notwendig gehalten.

Die Kreisverwaltung werde selbstverständlich für die Bürgerinnen und Bürger weiterarbeiten. Hierbei sei es das Ziel, sicherzustellen, dass die Dienstleistungen der Kreisverwaltung – trotz der einmaligen Situation – langfristig und so weit wie möglich aufrecht erhalten werden können. Für die Dienstleistungen soll die Kommunikation über E-Mail, Post und Telefon genutzt werden.

Notfallbetreuung für den Bereich Schulen

Alle Schulen im Land Nordrhein-Westfalen werden zum 16. März bis zum Beginn der Osterferien durch die Landesregierung geschlossen. Dies bedeutet, dass bereits am Montag der Unterricht in den Schulen ruht.

Der Kreis hat aber eine Übergangsregelung : Damit die Eltern Gelegenheit haben, sich auf diese Situation einzustellen, können sie bis einschließlich Dienstag, 17. März, aus eigener Entscheidung ihre Kinder zur Schule schicken, sofern die Kinder gesund sind. Die Schulen stellen an diesen beiden Tagen während der üblichen Unterrichtszeit eine Betreuung sicher. Die Einzelheiten regelt die Schulleitung. Eltern werden gebeten, ihre Kinder nicht zu den Großeltern zu bringen, da gerade ältere Personen zu der Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe gehören.

Die Notfallbetreuungen für Kinder in Kitas und Schulen würden aktuell organisiert, heißt es weiter. Sie gelten für Familien, in denen ein Elternteil alleinerziehend oder beide Eltern in unverzichtbaren Bereichen arbeiten.

In den Schulen werde während der gesamten Zeit des Unterrichtsausfalls ein entsprechendes Betreuungsangebot vorbereitet. Hiervon werden insbesondere die betreuungsbedürftigen Kinder in den Klassen 1 bis 6 erfasst. Betreuungsbedürftige Schülerinnen und Schüler sind Kinder von unentbehrlichen Schlüsselpersonen.

Schlüsselpersonen sind auch hier Angehörige von Berufsgruppen, deren Tätigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Bevölkerung und der Aufrechterhaltung zentraler Funktionen des öffentlichen Lebens dient. Hierzu zählen: Alle Einrichtungen, die der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen, der Lebensmittelversorgung und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung dienen und unentbehrlich sind.

Voraussetzungen für die Betreuung im Ausnahmefall

Folgende Voraussetzungen gelten für die Betreuung im Ausnahmefall:

-Die Betreuungsperson ist alleinerziehend und eine unentbehrliche Schlüsselperson

-beide Erziehungsberechtigten/Betreuungspersonen sind unentbehrliche Schlüsselpersonen

-Die Notwendigkeit einer außerordentlichen schulischen Betreuung ist durch schriftliche Bescheinigung des jeweiligen Arbeitgebers oder Dienstvorgesetzten nachzuweisen.

-Das zu betreuende Kind weist keine Krankheitssymptome auf.

-Das Kind steht nicht in Kontakt zu infizierten Personen bzw. seit dem Kontakt mit infizierten Personen sind 14 Tage vergangen und es weist keine Krankheitssymptome auf.

-Das Kind und seine Erziehungsberechtigten/Bezugspersonen haben sich nicht in einem Gebiet aufgehalten, das durch das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell als Risikogebiet ausgewiesen ist ( tagesaktuell abrufbar im Internet ) beziehungsweise 14 Tage seit Rückkehr aus diesem Risikogebiet vergangen sind und sie zeigen keine Krankheitssymptome.

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