Ehemann Albert S. (58) schweigt und kommt in U-Haft
Schuss trifft Frau in den Rücken

Preußisch Oldendorf (WB). Die Frau, die am Sonntag in Preußisch Oldendorf auf offener Straße erschossen worden war, ist von einer Kugel in den Rücken getroffen worden. Das hat die Obduktion am Montag ergeben .

Dienstag, 07.01.2020, 10:36 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 12:32 Uhr
Am Abend holen Bestatter die Leiche der erschossenen Frau ab und fahren sie zur Obduktion nach Bielefeld.

Evelina S. (54), die für einen Pflegedienst arbeitete, starb auf dem Bürgersteig vor einer Eisdiele. Sie hinterlässt zwei Töchter und einen Sohn. Ihr Mann Albert S. (58), der in einer Matratzenfabrik in Bad Essen gearbeitet haben soll, sitzt nun wegen Totschlagsverdachts in Untersuchungshaft.

„Die Frau torkelte“

Preußisch Oldendorf am Tag nach der Tat . Vor der Eisdiele „Gentile“ am Busbahnhof liegen Blumen neben einer Kerze. Hier starb die 54-Jährige am Sonntagmittag, nachdem es etwa 50 Meter entfernt zu einer Auseinandersetzung mit ihrem Mann gekommen war. Die Frau lief weg Richtung Eisdiele und wurde dann von einer Kugel in den Rücken getroffen. Walter Schneider (69) und sein Sohn Patrick (37) fuhren gerade mit ihrem Auto vorbei. Der Ältere: „Die Frau torkelte. Ich dachte, sie wäre betrunken. Dann brach sie zusammen. Sie raffte sich wieder auf und versuchte, weiterzulaufen. Der Mann folgte ihr. Vor der Eisdiele ist sie wieder zusammengebrochen. Der Mann stellte sich über sie und zielte aus vielleicht 20 Zentimetern Entfernung auf ihren Kopf.“

Er könne nicht sagen, ob der Mann abgedrückt habe , sagt Walter Schneider, aber er habe schon den Eindruck gehabt. Hatte die Pistole eine Ladehemmung? Ralf Gelhot, Leiter der Mordkommission: „Zumindest gibt es Zeugenaussagen, die das möglich erscheinen lassen.“

Die Obduktion ergab, dass Evelina S. wegen der schweren Verletzung verblutete.

Ehepaar aus Kasachstan

Die Eheleute waren vor 28 Jahren aus Kasachstan nach Deutschland gekommen und lebten in Preußisch Oldendorf in einem hell geklinkerten Einfamilienhaus. Nachbarn sahen die beiden öfter mit ihrem Hund spazierengehen. Vor einigen Wochen soll die Frau ausgezogen sein. Zu den Gründen machte die Polizei gestern keine Angaben. Möglicherweise war die Trennung der Grund für das Zusammentreffen am Busbahnhof.

Albert S. war am Sonntag vom Zeugen Patrick Schneider überwältigt und entwaffnet worden. Polizisten brachten ihn zur Polizei nach Minden, durften ihn aber zunächst nicht befragen. Seit Jahresanfang gilt ein neues Gesetz, das bei Straftaten gegen das Leben die Hinzuziehung eines Pflichtverteidigers vorschreibt. Peter Rostek aus Bielefeld übernahm das Mandat. „Mein Mandant hat im Moment nichts zu erklären. Wir warten erst einmal die Ermittlungen ab.“

Viele Fragen sind noch offen, auch die nach der Pistole. Polizeisprecherin Sonja Rehmert: „Eine Waffenbesitzkarte besaß der Mann jedenfalls nicht.“

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