Preußisch Oldendorf: Zeuge überwältigt Schützen – Motiv Trennung? Ehemann erschießt Frau auf offener Straße

Preußisch Oldendorf (WB). Eine 54 Jahre alte Frau ist am Sonntagnachmittag in Preußisch Oldendorf von ihrem Ehemann (58) auf offener Straße erschossen worden. Zeugen hielten den Täter fest, er soll am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden. Beide sollen Deutsche sein, sie kommen aus Preußisch Oldendorf.

Von Christian Althoff
Beamte der Spurensicherung betreten am Abend das Zelt, in dem die erschossene Frau liegt.
Beamte der Spurensicherung betreten am Abend das Zelt, in dem die erschossene Frau liegt. Foto: Christian Althoff

Die Frau lebte von ihrem Mann getrennt. Nach vorläufigen Informationen der Kripo hatte sie morgens das Haus verlassen, um ihrer Arbeit bei einem Pflegedienst nachzugehen. „Was dort genau ihre Aufgabe war, wissen wir noch nicht. Die Familie steht so unter Schock, dass wir sie noch nicht befragen konnten“, sagte Ralf Gelhot, der Leiter der 14-köpfigen Mordkommission, am Tatort.

„Ihm die Pistole entwunden“

Es war kurz nach 14 Uhr, als Zeugen am Zentralen Busbahnhof im Zentrum von Preußisch Oldendorf einen Schuss hörten. Die Frau war unmittelbar an den Bushaltestellen von einer Kugel getroffen worden. Ralf Gelhot: „Sie versuchte noch, zu fliehen.“ Doch die lebensgefährlich Verletzte kam keine 100 Meter weit: Vor der Eisdiele „Gentile“ brach sie auf dem Bürgersteig zusammen.

Walter Schneider (69) und sein Sohn Patrick (37) fuhren gerade mit ihrem Wagen vorbei, als sie sahen, wie die Frau torkelte und zu Boden stürzte. Walter Schneider: „Ich sah, dass der Mann eine Pistole hatte. Ich habe schnell gewendet. Mein Sohn ist raus und auf den Mann zugelaufen.“ Patrick Schneider: „Ich habe ihn zu Boden gedrückt und ihm die Pistole entwunden. Er war ganz ruhig. Er wollte unbedingt zu der verletzten Frau, aber ich habe ihn nicht gelassen.“

Verwandte telefonierten herum

Cihan Batmaz vom nahen Grill „Athena“: „Ich hörte einen Knall und dachte, da wäre ein Unfall. Ich bin hingelaufen, und da sah ich die Schussverletzung der Frau.“ Den Mann habe er sofort wiedererkannt: „Es war ein Stammkunde. Zwei Tage vorher war er noch bei uns. Ich habe gerufen: Was hast du gemacht? Er sagte: Frag meine Frau. Dann sagte er, er hätte nur mit einer Schreckschusspistole geschossen, aber ich habe die Waffe auf dem Bürgersteig liegen sehen. Die war echt.“ Polizisten nahmen den Mann fest und brachten ihn zur Polizei nach Minden. Ein Notarzt versuchte, das Leben der 54-Jährigen zu retten, doch sie war so schwer verletzt, dass sie es nicht bis ins Krankenhaus schaffte: Sie starb noch auf dem Bürgersteig.

Ralf Gelhot: „Inzwischen hatten sich Verwandte Sorgen gemacht, dass die Frau nicht von der Arbeit nach Hause gekommen war. Sie telefonierten herum und erfuhren, dass in der Stadt etwas passiert war. Sie trafen am Tatort ein, bevor wir mit ihnen Kontakt aufnehmen und es ihnen schonend beibringen konnten. Das war natürlich schlimm für sie.“

Obduktion am Montag

Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Preußisch Oldendorf errichteten ein Zelt über dem Opfer, um es vor Blicken zu schützen und mögliche Spuren nicht dem Wetter auszusetzen.

Nach Sicherung der Spuren wurde die Tote am Abend nach Bielefeld gebracht, wo sie am Montag obduziert werden soll. Ralf Gelhot: „Die Frau lebte von ihrem Mann getrennt. Ob sich die beiden am Busbahnhof zu einer Aussprache verabredet hatten oder die Frau von ihrem Mann überrascht wurde, wissen wir noch nicht.“

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