Herbstsynode des Kirchenkreises Lübbecke in Preußisch Oldendorf Kirche ringt um Perspektiven

Preußisch Oldendorf (WB). Der Eingangsbereich des Preußisch Oldendorfer Gemeindehauses ist zurzeit eine Baustelle. Viele »Baustellen« in Sachen Zukunftsperspektiven hat auch der Kirchenkreis. Das wurde bei der Herbstsynode deutlich, die am Montag dort getagt hat.

Von Arndt Hoppe
Tagung in Preußisch Oldendorf: Nach längeren Diskussionen und einem zweiten Anlauf zur Beschlussfassung haben sich die Kreissynodalen des Kirchenkreises Lübbecke mehrheitlich für die Bildung eines Perspektiv-Ausschusses ausgesprochen.
Tagung in Preußisch Oldendorf: Nach längeren Diskussionen und einem zweiten Anlauf zur Beschlussfassung haben sich die Kreissynodalen des Kirchenkreises Lübbecke mehrheitlich für die Bildung eines Perspektiv-Ausschusses ausgesprochen. Foto: Arndt Hoppe

Dazu begrüßte Superintendent Dr. Uwe Gryczan 76 Vertreter aus den Kirchengemeinden des Altkreises. Angesichts der rückläufigen Gemeindemitgliederzahlen nannte Gryczan im Gespräch mit dieser Zeitung drei »große Themen«, die Herausforderungen für den Kirchenkreis darstellten: die Diakonie, die Kindertagesstätten und die Verwaltung.

In Sachen Diakonie stelle sich die Frage, in welchem Umfang der Kirchenkreis sich dort künftig noch engagieren könne. Zum Thema Kindertageseinrichtungen sagte er: »Auch im neuen Kinderbildungsgesetz ›KiBiz‹ für NRW haben die Kirchen einen überproportionalen Anteil zu leisten, mehr als die nicht-kirchlichen Träger«, sagte er. Dafür müsse der Kirchenkreis Lübbecke laut Gryczan jährlich etwa eine Million Euro aufbringen. Hinzu kämen steigende Gehälter: »Obwohl der Anteil, den wir tragen müssen, gesenkt wird, müssen wir mehr zahlen.«

Kirchenkreise sollen besser zusammenarbeiten

Ein weiteres wichtiges Thema sei, wie die Verwaltung künftig verstärkt mit anderen Kirchenkreisen zusammenarbeiten könne. »In einigen Bereichen wie Telefon- oder Gehörlosenseelsorge arbeiten wir ja bereits mit den Kirchenkreisen Herford, Vlotho und Minden zusammen.« Es gelte zu überlegen, wie Verwaltungsaufgaben möglicherweise gebündelt werden könnten.

Um Wege zu erarbeiten, wie mit den anstehenden Herausforderungen umgegangen werden soll und wie dabei alle Beteiligten (auch Nicht-Hauptamtliche) »mitgenommen« werden könnten, stellte der Superintendent den Kreissynodalen seinen Vorschlag zur Bildung eines »Perspektiv-Ausschusses« vor. In seiner Zusammensetzung solle er sich im Wesentlichen an den Handlungsfeldern orientieren, die schon vor Jahren in der Kirchenkreiskonzeption festgelegt worden sind.

Die Aufgabe des Ausschusses solle darin bestehen, Perspektiven zu entwickeln, wie der Kirchenkreis seinem Auftrag gerecht werden kann, möglichst vielen Menschen das Wort Gottes nahe zu bringen. Er soll dabei die aktuellen Rahmenbedingungen analysieren und Ideen entwickeln, wie die Konzeption umgesetzt werden kann und macht entsprechende Vorschläge für Maßnahmen.

Neuer Ausschuss zu »Seelsorge und Beratung«

Zusätzlich machte Uwe Gryczan weitere Vorschläge, um in einzelnen Handlungsfeldern weitere Ausschüsse einzubinden. So solle ein Ausschuss »Seelsorge und Beratung« eingerichtet werden und es solle Beauftragte für Altenheim und Hospizseelsorge geben. Außerdem solle ein beratender Diakonieausschuss gebildet werden. Für das Handlungsfeld »Bildung und Erziehung« schlug Gryczan vor, einen Ausschuss für Tageseinrichtungen für Kinder zu integrieren.

Bis die Delegierten der Bildung des Ausschusses schließlich mehrheitlich zustimmten (bei zehn Enthaltungen und zehn Nein-Stimmen), war es jedoch noch eine schwere Geburt. So waren nicht alle überzeugt, dass die Gründung eines weiteren Ausschusses zielführend sei. Pfarrer Christoph Ovesiek sah großen Handlungsbedarf: »Ich bin erstaunt, dass es hier um Themenfindung geht.« Die großen Problemfelder seien schon im Haushaltsausschuss klargestellt worden. Er nannte unter anderem Kitas, Jugendarbeit, Diakonie und Verwaltung. »Das sind Themen genug. Da muss etwas passieren.«

Dr. Uwe Gryczan hielt dem entgegen, dass »wir ohne diesen Ausschuss nicht das Gremium und die Form haben, um das in Angriff zu nehmen.« Der Ausschuss unterstütze die Arbeit des Kreissynodalvorstandes fachlich und damit auch die Entscheidungsfindung in der Synode.

Mehr als aufmunternde Grüße gab es nicht

Pfarrer Steffen Bäcker sagte, dass es ihm am ehesten Sorge bereite, dass die Diskussion auch in die Breite gehe, also bei den Gemeindemitgliedern ankomme. Als positives Beispiel erinnerte er an einen Workshop, den Pfarrerin Barbara Fischer vor Jahren organisiert hatte. Weitere Kollegen äußerten Bedenken, dass ein weiterer Ausschuss zusätzliche Arbeit für die bedeuteten, die ohnehin schon in den Ausschüssen eingebunden seien. Eine Pfarrerin fragte, wie es angesichts der großen Belastungen mit Unterstützung von Seiten der Landeskirche aussehe. Doch Dr. Thomas Heinrich, Dezernent der evangelischen Landeskirche aus Bielefeld, hatte bereits in seinem Grußwort gesagt: »Ich habe aufmunternde Grüße mitgebracht. Sonst leider nichts.«

Ernst-Friedrich Brandt vom Kirchenkreis Minden hatte sich in seinem Grußwort positiv über ein Zusammenführen von Verwaltungsleistungen geäußert. Er sehe durchaus viele gute Ansätze, so zum Beispiel im Projekt der Landessynode »www.teamgeist.jetzt«, in dem es um »Startups für eine Kirche von morgen« geht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7089901?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516040%2F