Zwei Brücken in Preußisch Oldendorf auf Traglast untersucht
Mit Bravour bestanden

Preußisch Oldendorf (WB/vw). Mit schwerem Gerät sind zwei Brücken in Preußisch Oldendorf auf ihre Tragsicherheit überprüft worden. Denn sowohl für den gemauerten Durchlass am Hudenbeck als auch für die Stahlbetonbrücke an der Ölmühle existieren keine Unterlagen über Baujahr, Material oder Tragfähigkeit.

Freitag, 01.11.2019, 08:00 Uhr
Der schwere Autokran bildet das Gegengewicht für den Druck, der auf die Brücke an der Ölmühle ausgeübt wird. Tastsensoren unterhalb des Bauwerks liefern die gewünschten Messwerte.

Und um Eines vorweg zu nehmen: Beide Brücken habe ihre Prüfungen mit Bravour bestanden. »Dass es keine Unterlagen mehr gibt, kommt durchaus häufiger vor, das ist nicht ungewöhnlich«, sagt Thomas Heisel, Sachverständiger für kommunalen Straßenbau. Schließlich sei die Brücke am Hudenbeck aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Brückenbauwerke müssen wiederkehrend geprüft werden. Da an den beiden Brücken Sanierungen anstehen, musste erst die Tragfähigkeit festgestellt werden. An der Hudenbeck-Brücke wurde derzeit die Vollsperrung aufgrund der Baustelle für die Untersuchung ausgenutzt. »Es gibt die Methode, durch Bohrungen in den Kern, das Bauwerk zu untersuchen«, berichtet Heisel, der bis vor wenigen Monaten noch selbst bei der Stadt Preußisch Oldendorf gearbeitet hat.

Auch an der Straße Hudenbeck ist der gemauerte Durchlass von dem Unternehmen auf seine Traglast untersucht worden.

Auch an der Straße Hudenbeck ist der gemauerte Durchlass von dem Unternehmen auf seine Traglast untersucht worden.

In einer Fachzeitschrift sei er auf Prof. Marc Gutermann von der Uni Bremen gestoßen, der mit einer zerstörungsfreien Methode arbeitet. Dabei wird mit Hilfe einer Prüfhydraulik Druck auf die Brücke erzeugt. Mehrere Tastsensoren unterhalb des Bauwerks messen die ausgehaltene Last. Um eine Beschädigung der Bauwerke zu vermeiden, werden die Lasten regelbar mittels einer präzise steuerbaren Prüfhydraulik aufgebracht und nicht durch eine Überfahrt erzeugt, so dass bei Erreichen eines Grenzwertkriteriums sofort entlastet werden kann. Ein Kran sowie ein zusätzlicher Ballast von 20 Tonnen dienen als Gegengewicht für den Druck.

»Der schriftliche Prüfbericht liegt zwar noch nicht vor, aber beide Brücken haben die Prüfung bestanden. So kann die Stadt bald mit der Sanierung beginnen«, sagt Thomas Heisel weiter. An der Brücke an der Ölmühle seien an verschiedenen Stellen Abplatzungen zu sehen, auch das Geländer entspreche nicht den aktuellen Vorgaben, an der Übergangskonstruktion gebe es Versackungen.

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