Thomas Vortmeyer pflegt seit 25 Jahren den kirchlichen Friedhof in Preußisch Oldendorf
Manches wird nie Routine

Preußisch Oldendorf (WB). Er ist fast immer da, gilt als freundlich und hilfsbereit. Thomas Vortmeyer (52) hat sein halbes Leben auf dem Friedhof in Preußisch Oldendorf verbracht. Vor 25 Jahren übernahm er den Posten des Friedhofswärters. Diese Tätigkeit übt er noch heute aus

Donnerstag, 05.09.2019, 11:00 Uhr
Seit 25 Jahren ist Thomas Vortmeyer für den Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde in Preußisch Oldendorf zuständig. Er ist auch am Wochenende erreichbar. Foto: Silke Birkemeyer

Als Thomas Vortmeyer im Alter von 16 Jahren seine Lehre zum Landschaftsgärtner bei Gartenbau Meyer in Rödinghausen begann, hatte er keine konkreten Pläne. Nach der Zeit bei der Bundeswehr und weiteren Gesellenjahren waren es ein Inserat und sein Vater, die ihm den Weg ebneten. »Mein Vater hatte die Stellenanzeige gelesen und gesagt, das wäre doch was für mich. Und so bin ich dann über ein Auswahlverfahren Friedhofswart geworden.« Und das mache er nun seit 25 Jahren, und zwar »mit Leib und Seele«.

Heute redet Thomas Vortmeyer gerne von »seinem Friedhof«. Er pflege ihn mit allem, was so dazugehört: Kapelle, Außenanlagen und Wege. Vortmeyer kümmert sich auch um die Grabstellen, begleitet Beerdigungen und weist Sargträger ein. »Ich kümmere mich um all die Dinge, die vom Bestatter nicht wahrgenommen werden.«

Viel gelernt

Die Frage, wie man sich als junger Mann für einen Arbeitsplatz auf dem Friedhof entscheiden kann, sei ihm oft gestellt worden, sagt der Familienvater, der in Harlinghausen wohnt. Damals, so Vortmeyer, habe die Kirchengemeinde Preußisch Oldendorf einen Nachfolger für Karl Westerkamp gesucht, der mit 65 Jahren in den Ruhestand verabschiedet werden sollte. Anders als in den Jahren zuvor, als örtliche Bauern die Aufgabe zusätzlich zu ihrer Hofstelle übernahmen, wollte das Presbyterium die Stelle mit einem gelernten Gärtner besetzen. Thomas Vortmeyer kam in die engere Auswahl und erhielt den Zuschlag.

Mit Friedhöfen kannte er sich bereits aus: »Ich hatte schon bei der Umgestaltung des Friedhofes in Bad Holzhausen geholfen und somit prinzipiell keine Berührungsängste.« Karl Westerkamp nahm sich damals viel Zeit für seinen Nachfolger. Er erklärte Vortmeyer die Formalitäten und Abläufe bei Beerdigungen. Damals habe er viel gelernt, berichtet der Friedhofswart.

Ehefrau arbeitet mit

Der Friedhof an der Friedhofstraße ist der größte kirchliche Friedhof im Altkreis Lübbecke. Jährlich gibt es etwa 60 bis 70 Beerdigungen. Vortmeyer versieht seinen Dienst inzwischen nicht mehr allein. Seine Ehefrau Heike unterstützt ihn seit zwölf Jahren. Sie hat eine halbe Stelle und kümmert sich insbesondere um die Kapelle.

Für Vortmeyer sind alle Aufgaben und Tätigkeiten zu Routine geworden. Selbst am Wochenende steht er für telefonische Anfragen zur Verfügung. Und nicht alles gehe spurlos an ihm vorbei: »Beerdigungen junger Menschen und Kinder gehen mir sehr, sehr nahe«, sagt Vortmeyer. Manche Dinge werden nie zur Routine. Auch nicht nach 25 Jahren.

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