Nicole Schleusner sucht nach ihren Vorfahren in Preußisch Oldendorf und Lübbecke
Auf der Suche nach Verwandtschaft

Preußisch Oldendorf (WB). Als Nicole Schleusner ein Kind war, erzählte Oma Margarete Schwand ihr immer wieder Geschichten von früher. Geschichten, die davon erzählten, wie die Oma in Vorpommern aufgewachsen war. Geschichten, die von einem Neuanfang zwischen den Kriegen weit weg vom Elternhaus erzählten. Diese Geschichten ließen die gebürtige Stralsunderin nicht mehr los.

Freitag, 02.08.2019, 06:00 Uhr
Das historische Familienfoto der Familie Aufdengarten: Links steht Nicole Schleusners Uroma Anna Temme, geb. Aufdengarten, als Mädchen, daneben ihre Mutter Lisette Aufdengarten, geb. Wulf, und rechts daneben Annas Bruder, Heinrich Aufdengarten.

Von ihrer Oma wusste sie, dass deren Eltern und Großeltern aus Westfalen stammten. Nicole Schleusner fing an, nach Namen und Geburtsorten zu recherchieren. Und sie wurde fündig. Ein Zweig der Familiengeschichte führte direkt in das Herz des Kreises Minden-Lübbecke, nämlich nach Hedem, Lashorst und Stockhausen.

Als sie angefangen habe, sich mit der Herkunft ihrer Vorfahren zu beschäftigen, habe sie sich erst mal den Namen Aufdengarten vorgenommen, erzählt Nicole Schleusner. Weil der Mädchenname ihrer Urgroßmutter so ungewöhnlich ist, schien das ein guter Start zu sein. Und tatsächlich fand sie einen Hinweis auf einen Friedrich August Wilhelm Gottlieb Aufdengarten, der am 18. Dezember 1866 auf Hollwinkel in Hedem geboren wurde und am 2. Dezember 1908 in Lashorst Nr. 21 verstarb.

Dorfgemeinschaft Hedem angeschrieben

Als sie weiter recherchierte entdeckte sie noch mehr. Sie fand heraus, dass die Eltern von Oma Margarete, also Nicole Schleusners Urgroßeltern Karl Heinrich Friedrich, genannt Fritz Temme und Anna Luise Sophie Aufdengarten hießen. Das Paar hatte am 8. März 1933 in Stockhausen geheiratet und war im Jahr 1934 nach Lüdershausen in Vorpommern gesiedelt. Während ihre Urgroßmutter Anna Aufdengarten in Lashorst gelebt hatte, stammte ihr Urgroßvater Fritz Temme aus Stockhausen.

Um vor Ort Kontakt aufzunehmen, schrieb sie die Dorfgemeinschaft Hedem an. Dort nahm sich Wilhelm Tiemeyer, der Kassierer der Dorfgemeinschaft, der Sache an. Er lud Nicole Schleusner ein, zusammen die markanten Orte zu besuchen, sollte sie einmal in der Region sein. Und tatsächlich ergab sich für die 30-jährige Softwareentwicklerin im Juni die Gelegenheit, die Wohnorte ihrer Ahnen zu besuchen.

Wilhelm Tiemeyer nahm sich einen Nachmittag Zeit, um Nicole Schleusner und ihrer Mutter alles zu zeigen. Da er nicht jedes Detail kannte, holte er sich einen Kenner der heimatlichen Geschichte ins Boot. Günther Lusmöller von der Singgemeinde Lashorst konnte sich noch an die alten Hausnummern in Hedem und Lashorst erinnern. Wilhelm Tiemeyer und Günther Lusmöller nahmen Verbindung zu den Bewohnern auf, so dass Nicole Schleusners Wunsch in Erfüllung ging. Sie durfte die alten Heimstätten der Familie Aufdengarten besichtigen.

Gut Hollwinkel besichtigt

In Hedem Nr. 22, einem alten Bauernhaus, schaute sie sogar noch alte Inschriften im Giebel an. Natürlich konnte Nicole Schleusner auch Gut Hollwinkel besichtigen. »Hollwinkel war besonders beeindruckend für uns, da laut unserem Familienstammbuch mein Ur-Urgroßvater Friedrich August Wilhelm Gottlieb Aufdengarten am 18. Dezember 1866 als Arbeitersohn geboren wurde«, erklärt Schleusner.

Ein weiterer Höhepunkt war für sie die Besichtigung der St. Andreaskirche in Alswede. »Es hat mich sehr berührt, als wir unter dem Holzbalken mit den Zeilen ›Anno Domini 1563‹ standen. Wer dort schon alles hindurchgegangen ist.« An diesen Orten gebe es für sie eine besondere Energie, erklärte Schleusner.

Zu ihrer großen Überraschung konnten sie und Günther Lusmöller sogar noch eine alte verwandtschaftliche Beziehung aufdecken. »Günther Lusmöllers Cousin war der Mann der Patentante meiner Mutter«, erklärte Nicole Schleusner. Die Familien seien damals wohl zusammen nach Vorpommern gegangen.

Immer noch auf der Suche

Auch in Stockhausen sei sie auf der Suche nach Vorfahren ihres Urgroßvaters fündig geworden, so dass der Besuch im Altkreis insgesamt sehr zufriedenstellend gewesen sei. Es sei toll gewesen, das alles in der Realität zu erleben. Man würde die Geschichte dann nochmal mit neuen Augen sehen, erklärte sie und fügte an: »Ich habe mich hier sofort heimisch gefühlt.«

Natürlich würde sie immer noch nach weiteren verwandtschaftliche Verbindungen recherchieren. »Ich bin immer noch auf der Suche nach anderen Nachfahren. Ich vermute, dass irgendwo noch Verwandte sind, von denen wir nichts wissen«, erklärt Nicole Schleusner. Deshalb ist der nächste Besuch im Altkreis Lübbecke auch schon fest in Planung. Für die Ahnenforschung hat Nicole Schleusner extra eine E-Mail-Adresse eingerichtet.

Unter nicole.schleusy@freenet.de kann man Kontakt zu ihr aufnehmen.

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