Eichenprozessionsspinner im Mühlenkreis angekommen – Nest wird nicht entfernt Gefährliche Raupe nistet am Mittellandkanal

Preußisch Oldendorf-Lashorst (WB). Seit Wochen sind täglich Meldungen über die Gefahren des Eichenprozessionsspinners zu lesen. Jetzt hat die Untere Naturschutzbehörde des Kreises die erste Sichtung von Nestern der Raupe in Lashorst bestätigt. Entfernt werden sollen die Nester jedoch nicht.

Von Louis Ruthe
Jetzt hat es auch den Kreis Minden-Lübbecke erwischt. In Lashorst sind Nester des Eichenprozessionsspinners am Mittellandkanal entdeckt worden. Die Naturschutzbehörde warnt vor gesundheitlichen Problemen, die durch die Brennhaaren der Raupe hervorgerufen werden können.
Jetzt hat es auch den Kreis Minden-Lübbecke erwischt. In Lashorst sind Nester des Eichenprozessionsspinners am Mittellandkanal entdeckt worden. Die Naturschutzbehörde warnt vor gesundheitlichen Problemen, die durch die Brennhaaren der Raupe hervorgerufen werden können. Foto: Louis Ruthe

An einem Betriebsweg des Wasserstraßen- und Schifffahrtamtes Minden entlang des Mittellandkanals hat sich der Eichenprozessionsspinner zwei Nester in der Baumkrone einer Eiche gebaut. Zwei Schilder weisen auf die gesundheitlichen Gefahren hin, die von der Raupe ausgehen. »Ein Mitarbeiter der zur Prüfung der Windschutzbepflanzung vor Ort war, hat das Nest vor etwa zehn Tagen entdeckt«, sagt Sergej Hübert, Mitarbeiter der zuständigen Außenstelle Bad Essen des Wasserstraßen- und Schifffahrtamtes Minden.

Derzeit würden die Mitarbeiter sehr genau in die Baumkronen der Eichen entlang des Mittellandkanals schauen. »Aus dem Westen kommen die Raupen immer näher«, berichtet Hübert. Im vergangenen Jahr habe es bereits Nester im niedersächsischen Venne am Mittellandkanal gegeben. In Lashorst seien zwei Nester gesichtet worden.

Nest wird nicht entfernt

Sollten Nester festgestellt werden, ist laut der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises eine Information an das örtliche Ordnungsamt oder die Behörde ratsam. Jedoch gebe es keine Meldepflicht. Für die Beseitigung der Nester sind die Eigentümer zuständig.

Bislang sieht das Wasserstraßen- und Schifffahrtamt als »Eigentümer« keinen Grund, das Nest zu entfernen. »Von dem Nest geht nach unseren Einschätzungen keine potenzielle Gefahr aus«, sagt Sergej Hübert. Es werde mindestens wöchentlich nach den Nestern geschaut. »Wir sind im stetigen Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde«, sagt Sergej Hübert. Für die Behörde sei es nicht leistbar vom Kilometer null des Kanals bis nach Minden alle Nester zu entfernen.

So sieht das Nest an der Eiche am Mittellandkanal aus. Foto: Louis Ruthe

Bei Vorkommen in der Nähe von Fuß- und Radwegen, auf Spielplätzen, in Parks und ähnlichen Orten sollte nach Auskunft von Janine Küchhold, Sprecherin des Kreis Minden-Lübbecke, die professionelle Beseitigung durch eine Fachfirma veranlasst werden. Da die diesjährige Entwicklungsphase im Raupenstadium aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit mehr oder weniger abgeschlossen sei, sei nicht davon auszugehen, dass noch neue Nester in nennenswertem Umfang festgestellt würden. Nach der Verpuppung schlüpfen die Falter ab Mitte August und legen ihre Eier an Eichen ab. Daraus würden sich erst im nächsten Frühjahr wieder Raupen entwickeln.

Mit einer Ausbreitung der Raupe ist im Mühlenkreis zu rechnen

Grundsätzlich ist mit einer weiteren Ausbreitung der Art in den kommenden Jahren zu rechnen. Wie massiv die Vorkommen zukünftig sein werden, hängt aber auch jeweils von der Witterung im Frühjahr ab, teilt Kreissprecherin Janine Küchhold mit. Je trockener und wärmer, desto besser würden sich die Bestände des Spinners entwickeln. Präventionsmaßnahmen sind nicht möglich. Es können nur Nester beseitigt werden, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu verhindern.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer brauner Nachtfalter, der nur mit speziellen Kenntnissen erkannt werden kann. Relativ leicht können jedoch die Raupennester am Stamm oder dickeren Ästen von Eichen festgestellt werden. Die Raupen entwickeln sich im Zeitraum von Mitte Mai bis Ende Juni, dann erfolgt die Verpuppung. Somit ist auch die kritische Phase hinsichtlich gesundheitlicher Probleme auf den Zeitraum Mai/Juni begrenzt. Allerdings verbleiben Raupennester an den Bäumen oder fallen irgendwann ab.

Kontakt mit der Raupe soll vermieden werden

In den Nestern befinden sich Raupenhaare, die auch nach Jahren noch bei direktem Kontakt Allergien auslösen können. Die Untere Naturschutzbehörde teilt mit, dass ein direkter Kontakt mit den Raupen und Nestern unbedingt zu vermeiden ist. Auch sollte sich nicht im Nahbereich von Nestern aufgehalten werden, da Brennhaare umherfliegen können.

Natürlich Feinde haben die Raupen kaum. Die meisten Vogelarten meiden die Raupen, von wenigen größeren Arten wie dem Kuckuck und dem Pirol werden sie gefressen. Laut der Sprecherin können zu einer nennenswerten Eindämmung eher parasitäre Insekten beitragen, wie Schlupfwespen und Raupenfliegen.

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