Erdbeerfest auf dem Hof Wickemeyer in Bad Holzhausen
Rote Früchte locken Genießer

Preußisch Oldendorf-Bad Holzhausen (WB/jw). Dieser Satz ist am Sonntag häufig auf dem Obsthof Wickemeyer in Bad Holzhausen zu hören gewesen: »Ich hätte gerne ein Kilo Erdbeeren!«

Dienstag, 04.06.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 06:48 Uhr
Palettenweise süße Früchte: Mitarbeiterin Albina Ameti hat am Sonntag beim Erdbeerfest auf dem Obsthof Wickemeyer in Bad Holzhausen alle Hände voll zu tun gehabt, um die Nachfrage der Besucher nach den roten Beeren zu befriedigen. Foto: Joscha Westerkamp

Seit mittlerweile gut 30 Jahren lädt der Familienbetrieb im Frühsommer zum großen Erdbeerfest ein. Für Verkäuferin Albina Ameti (21) bedeutet das vor allem eins: Sie hat heute alle Hände voll zu tun. Beim Fest konnten die Besucher nicht nur verschiedene Erdbeersorten probieren und erwerben, sondern sich auch an vielen anderen Angeboten erfreuen. So gab es mehrere Planwagenfahrten durch Wickemeyers Obstplantagen. Wenn die Kinder wollten, konnten sie auch selbst mit einem Pony durch die Johannisbeerplantage reiten. Der Erlös ging an den örtlichen Waldkindergarten. Wer Lust hatte, konnte sich im Bogenschießen versuchen und besonders für Kinder gab es noch viele weitere Attraktionen.

Karussell und Kettensägen-Skulpturen

Sie konnten in einem Sandhaufen nach Schätzen wie Flummis oder Marmeladengutscheine suchen, filzen und kostenlos mit einem kleinen Karussell fahren. Dieses wurde von Rolf Dunger (65) mit der eigenen Körperkraft betrieben: Mit einem Fahrrad sorgte er für die nötige Bewegung und die Musik spielte er dazu live auf dem Akkordeon. Besucher konnten auf dem Hof auch verschiedenste handgefertigte Produkte finden: von Seifen, Topflappen, Kinderbekleidung, Steinwaren, Schmuck, Fotopostkarten, Vogelhäusern bis hin zu Holzskulpturen. Bei den Kunstwerken konnten die Gäste sogar zugucken, wie sie vor Ort mit der Kettensäge gefertigt wurden.

Doch im Mittelpunkt des Interesses standen für die meisten Gästen die verschiedenen Erdbeer-Sorten. Aktuell werden die Früchte mit den klangvollen Namen »Flair«, »Elsanta« und »Malling Cenetary« geerntet. »Insgesamt bauen wir sieben Sorten an«, sagte Obstbauer und Firmenchef Dirk Wickemeyer. Erdbeeren gibt es auf seinem Hof auch in verarbeiteter Form. So konnten die Gäste unter anderem Erdbeertorte, Erdbeerbowle oder Erdbeersekt genießen. Darüber hinaus gab es wahlweise Eis, geräucherten Fisch oder Reibekuchen.

Informationen über den Obstanbau

Außerdem informierte der Obsthof alle Interessierten ausführlich über seine Arbeit. So war ein Rundgang durch die Folientunnel möglich, in denen die Erdbeeren wachsen. Aushänge verrieten den Besuchern Fakten über Wickemeyers verschiedene Plantagen, über mögliche Komplikationen beim Obstanbau  und über die Nachteile von in Supermärkten gekauftem Obst.

»Es ist uns wichtig, die Leute zu informieren und offen über Probleme zu sprechen«, erzählte Dirk Wickemeyer (39). »Gerade jetzt, wo überall über Monokultur, Pflanzengifte und Ähnliches gesprochen wird, kommt sonst ein großer Gegenwind auf uns zu.« Oft wüssten die Leute gar nicht, wie stark Wickemeyer von äußeren Einflüssen betroffen sei: »Wir leben quasi mit dem Wetter.« Das zeige sich in diesem Jahr größtenteils positiv. Durch die vielen kalten Nächte habe das Wachstum etwas verspätet eingesetzt, aber jetzt gäbe es eine schnelle Reife. Wenn auch durch Frostschäden etwa ein Hektar der Apfelplantagen zerstört worden sei, wäre die Menge an Obst perfekt. »Dadurch, dass wir nicht ganz so viel haben, wie letztes Jahr, wird vieles einfacher«, sagt Dirk Wickemeyer.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6664496?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516040%2F
Die neuen Corona-Regeln in NRW
Gesundheitsminister Laumann hat am Mittwoch die neue Corona-Schutzverordnung vorgestellt. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker