Hallenbesitzer erfuhr erst durch die Polizei vom Chemikalienlager – Bürgermeister lobt Einsatzkräfte – mit Video
»Die Miete kam immer pünktlich«

Börninghausen (WB). Immobilienverwalter Joachim Blumenthal ist seit dem Chemikalienfund beim Feuerwehreinsatz in seiner Lagerhalle rund um die Uhr beschäftigt. Dass einer seiner Mieter seit März angeblich einen Teil der Halle untervermietet hat, hat der 79-Jährige, wie er sagt, erst durch die Polizei erfahren.

Dienstag, 30.04.2019, 05:21 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 19:42 Uhr
Joachim Blumenthal vermietet seit 2000 die Räume seiner ehemaligen Polsterei »Wolkenweich« an verschiedene Mieter. In einer der Lagerhallen sind am Sonntag mehrere Zehntausend Liter Chemikalien gefunden worden. Foto: Louis Ruthe

Bei dem Löscheinsatz sind am Sonntag 35.000 Liter Chemikalien sowie 50 Gasflaschen in der Lagerhalle seines Gewerbeparks an der Ravensberger Straße gefunden worden. Am Montag untersuchten Beamte des Landeskriminalamtes sowie der Kriminalpolizei Bielefeld den Einsatzort. Auch Polizisten der Spurensicherung waren vor Ort. Das Chemikalienlager ist möglicherweise Bestandteil einer Drogenküche. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen geht die Polizei dem Verdacht nach, dass dort die synthetische Droge Desomorphin hergestellt wurde .

Guter Draht zu Mietern

»Seit etwa drei Jahren habe ich 680 Quadratmeter der Halle an zwei Möbeldesigner vermietet«, berichtete Joachim Blumenthal im Gespräch mit dieser Zeitung. In der Halle sei er seitdem nicht mehr gewesen und auch Menschen habe er in dem Hallenabschnitt nicht gesehen, in dem jetzt die Chemikalien gefunden wurden.

Chemikalienfund in Börnighausen: Kripo und LKA nehmen Ermittlungen auf

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  • Chemikalienfund in Börnighausen: Kripo und LKA nehmen Ermittlungen auf
Foto: Louis Ruthe
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»Für den Teil der Halle habe ich keine Schlüssel mehr. Ich habe mir aber auch zu keinem Zeitpunkt Sorgen gemacht«, sagte der Immobilienverwalter. Die Schlüssel befänden sich alle in den Händen der beiden Mieter. Über drei Rolltore sowie einen Seiteneingang ist die Halle zugänglich.

»Über eine mögliche Untervermietung der Räume habe ich bis Sonntag keine Kenntnis gehabt«, sagte Joachim Blumenthal. Dabei habe er in den vergangenen Jahren immer ein »guten Draht« zu seinen Mietern gehabt. »Die Miete kam immer pünktlich.«

Dass in einem Teil der Lagerhalle mehr als tausende Liter Chemikalien sowie etliche Propangasflaschen lagern, habe ihn verwundert. »So ganz glauben kann ich das noch nicht«, berichtet der ehemalige Geschäftsführer der Möbelpolsterei Wolkenweich. Die Firma fertigte bis 2000 in den Hallen Möbelstücke.

Hoffen auf Aufklärung

Neben zahlreichen Ermittlern der Kriminalpolizei Bielefeld und des Landeskriminalamtes tummelten sich gestern zahlreiche Medienvertreter an der Lagerhalle. Doch nicht nur das große Interesse der Medien beschäftigte den 79-Jährigen gestern. Zahlreichen polizeilichen Anfragen und Bitten sei er ebenfalls nachgekommen.

»Ich versuche zu helfen wo ich kann«, sagte Joachim Blumenthal. An das ständige Klingeln des Telefones habe er sich schon gewöhnt. »Ich bin für die Polizei da und kümmere mich um die Presse. Meine Frau übernimmt die Sorgenanrufe der Verwandtschaft«, berichtete Joachim Blumenthal. Er hoffe, dass die Polizei die Ermittlungen schnell erfolgreich abschließen könne.

Bürgermeister vor Ort

Preußisch Oldendorfs Bürgermeister Marko Steiner besuchte gestern Morgen die Einsatzkräfte der Löschgruppe Börninghausen: Etwa zehn Kameraden der freiwilligen Feuerwehr waren vor Ort für Messungen an den Chemikalien, standen für Notfälle bereit und beantworteten Fragen der ermittelnden Beamten. Bürgermeister Steiner: »Ich bin am Sonntag durch den Bereitschaftsdienst des Ordnungsamtes auf dem Laufenden gehalten worden«, sagte er. Und betonte: »Börninghausen ist in der Kriminalitätsstatistik weit unten. Das hier ist ein Einzelfall.«

In den Gesprächen mit den Feuerwehrleuten war Marko Steiner voll des Lobes. »Wir haben es den vielen freiwilligen und hauptamtlichen Einsatzkräften der Feuerwehren zu verdanken, dass die Bevölkerung, aber auch die Umwelt, nach meinem Kenntnisstand, zu keinem Zeitpunkt in Gefahr war«, sagte Steiner. Die Männer und Frauen hätten äußerst professionell, sicher und reaktionsschnell gehandelt.

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