35.000 Liter Chemikalien in Lagerhalle in Börninghausen gefunden – LKA nimmt Ermittlungen auf – mit Video
Stundenlager ABC-Einsatz für Feuerwehrkräfte des Kreises Minden-Lübbecke

Preußisch Oldendorf-Börninghausen (WB). Einen mehrstündigen ABC-Einsatz haben 220 Feuerwehrmänner und -frauen aus dem Kreis Minden-Lübbecke hinter sich. Die Kameraden stießen während eines Löscheinsatzes in einer Lagerhalle an der Ravensberger Straße auf große Mengen Chemikalien. Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt.

Montag, 29.04.2019, 09:07 Uhr aktualisiert: 29.04.2019, 11:18 Uhr
Feuerwehrkräfte des ABC-Zuges des Kreises Minden-Lübbecke untersuchen die Chemikalien in der Lagerhalle nahe des Sportplatzes der Spielvereinigung Börninghausen. 35.000 Liter Chemikalien sowie 50 Propangasflaschen sind von Feuerwehrleuten während eines Einsatzes dort gefunden worden. Foto: Louis Ruthe

»Der Brand an sich war ein ganz normaler Kleinbrand. Der Einsatz zu Beginn einer wie jeder andere«, sagt Einsatzleiter Ralf Lohrie von der Freiwilligen Feuerwehr Börninghausen. Gegen 10 Uhr seien die Einsatzkräfte von einem Passanten zu dem Brand gerufen worden. »Es stellte sich heraus, dass ein technischer Defekt in einer Kabeltrommel die Ursache war«, sagt Ralf Lohrie. Beim Vorrücken zur Brandstelle hätten die Einsatzkräfte schnell eine Vielzahl an gelagerten Flüssigkeiten sowie Propangasflaschen festgestellt. »Wir haben umgehend den ABC-Alarm ausgelöst«, berichtet Lohrie.

Mit Spezialanzügen und Messgeräten ausgestattet, drängten anschließend Kräfte des ABC-Zuges aus dem Kreis Minden-Lübbecke sowie speziell ausgebildete Kameraden der Werksfeuerwehr der Siegfried AG, ehemals BASF, aus Minden in die Lagerhalle vor. Bis kurz nach 16 Uhr sicherten die Spezialkräfte Proben. »In diversen Fässern und Behältern wurden Substanzen festgestellt, die nicht eindeutig einer bestimmten Chemikalie zuzuordnen waren«, sagt Polizeihauptkommissar Jan van Zütphen. Zudem seien einige Substanzen unverschlossen in der Halle vorgefunden worden.

35.000 Liter Chemikalien und 50 Propangasflaschen

ABC-Alarm in Börninghausen

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Insgesamt stellte die Polizei etwa 35.000 Liter an Chemikalien sowie 50 Propangasflaschen á elf Kilogramm sicher. »Ameisensäure, Schwefelsäure, Natronlauge und Phosphorsäure sind Substanzen, die die Einsatzkräfte der Feuerwehr bisher ermitteln konnten«, sagt Jan van Zütphen. Wem die Substanzen gehören, sei derzeit Gegenstand der Ermittlung der Kriminalpolizei Minden und des Landeskriminalamtes. Klar sei bisher, dass die Lagerhalle in Besitz eines Immobilienverwalters sei. »Seit März ist ein Teil der gemieteten Halle untervermietet worden«, sagt van Zütphen.

Diesen Untermieter haben die Beamten bisher nicht ermitteln können. »Zwischen Mieter und Untermieter gibt es lediglich einen mündlichen Vertrag«, berichtet Jan van Zütphen. Nach dem Hallen-Nutzer werde gefahndet.

Auto brennt unweit der Lagerhalle komplett aus

Während des Einsatzes wurde niemand verletzt. »Nach jetzigem Kenntnisstand sind keine Gefahrenstoffe in den anliegenden Mühlenbach sowie die Kanalisation gelangt«, berichtet der Hauptkommissar. Eine Gefahr für die Umwelt könne ausgeschlossen werden. Am Montag sollen die Chemikalien abtransportiert werden.

Für etwa 20 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus Haldem und Preußisch Oldendorf wurde der Einsatz in Börninghausen durch einen zweiten Einsatz unterbrochen. Am Waldrand des Limberges zwischen den Ortschaften Offelten und Bad Holzhausen auf der Nordseite des Wiehengebirges stand, abseits der B 65 von einem Rapsfeld verdeckt, auf einer Wiese ein Kleinwagen in Flammen. Das Fahrzeug brannte aus. Ersten Ermittlungen zufolge könnte es sich um einen Toyota handeln. »Erkenntnisse über den Fahrzeughalter liegen der Polizei gegenwärtig nicht vor«, sagte ein Sprecher der Polizei. Ob es einen Zusammenhang mit dem auf der Südseite des Wiehengebirges liegenden Einsatzort rund um die Lagerhalle gibt, sei unklar.

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