35.000 Liter Chemikalien und 50 Gasflaschen in Preußisch Oldendorf entdeckt – mit Video
Nach Chemikalienfund LKA eingeschaltet

Preußisch Oldendorf (WB/lmr/fw/dpa). ABC-Alarm in Börninghausen: Bei einem Kabelbrand im Ortsteil von Preußisch Oldendorf (Kreis Minden-Lübbecke) sind mehr als 35.000 Liter Chemikalien und etwa 50 Gasflaschen entdeckt worden. Die Polizei ermittelt, auch das Landeskriminalamt (LKA) wurde eingeschaltet.

Sonntag, 28.04.2019, 14:01 Uhr aktualisiert: 29.04.2019, 08:29 Uhr
Mit schützenden Gasmasken betreten Feuerwehrleute die Lagerhalle in Börninghausen Foto: Louis Ruthe

Nach Informationen dieser Zeitung hatte es am Vormittag gegenüber dem Sportplatz in einer Lagerhalle an der Ravensberger Straße in Börninghausen gebrannt. In dem Gebäude befand sich früher eine Polsterei, mittlerweile wird die Halle von verschiedenen Mietern als Lager genutzt.

Die Einsatzkräfte rückten aufgrund eines Kabelbrands aus. Eine defekte Kabeltrommel soll den Brand ausgelöst haben. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Allerdings waren während der Löscharbeiten offenstehende Chemikalien und Gasflaschen entdeckt worden, weshalb von den Einsatzkräften ABC-Alarm ausgelöst wurde. Auch ein Dekontaminationsteam wurde gerufen.

35.000 Liter Chemikalien und 50 Propangasflaschen entdeckt

Der Fund der Chemikalien gibt Feuerwehr und Polizei Rätsel auf: Es soll es sich um Ameisensäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Natronlauge sowie um weitere Substanzen handeln. Insgesamt wurden mehr als 35.000 Liter Chemikalien gefunden. Zudem fand die Feuerwehr etwa 50 Propangasflaschen.

Zu Befürchtungen, es könne sich um eine Bombenwerkstatt handeln, nahm die Polizei keine Stellung. »Wer das Lager angelegt hat und was er mit den Chemikalien vorhatte, wissen wir noch nicht«, sagte Polizeisprecher Ralf Steinmeyer am Abend.

Derzeit werden die Stoffe untersucht und Messungen vorgenommen. Auch die umliegende Kanalisation sowie Bäche werden kontrolliert. Für die Bevölkerung habe aber zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, erklärte ein Sprecher der Polizei. Bisher gibt es auch keine Verletzten.

Ein Chemiker erklärte auf Nachfrage, dass es sich bei Schwefel- und Phosphorsäure um ätzende Stoffe handelt, die »nicht miteinander reagieren sollten«. Schüttet man beide Stoffe zusammen, würde eine große Menge Energie frei. Es kann zu Verbrennungen und Verätzungen kommen. »Ich möchte nicht daneben stehen, wenn das passiert«, warnt der Chemiker.

Polizei sucht den Mieter der Halle

Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) sucht die Polizei den Nutzer der Halle. Dieser sei nicht der Besitzer, sondern ein Untermieter, sagte ein Behördensprecher. Der Vertrag mit dem eigentlichen Mieter sei erst vor wenigen Wochen ohne Kenntnis des Eigentümers mündlich vereinbart worden. Interessant: Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte am Brandort seien zwei Menschen im Nahbereich der Halle bemerkt worden. Diese sollen laut Zeugenaussage mit einem größeren Fahrzeug geflüchtet sein. Das bestätigte auch ein Feuerwehrmann gegenüber dem WESTFALEN-BLATT.

ABC-Alarm in Börninghausen

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Die Polizei ermittelt gegenwärtig in alle Richtungen und hat zwischenzeitlich mit Experten vom Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf gesprochen. Auch die Polizei Bielefeld ist über den Fund informiert. Die Halle wurde beschlagnahmt. »Sie ist verschlossen und steht unter Polizeibewachung«, sagte der Sprecher. Am Montag sollen die Chemikalien von Spezialfirmen abtransportiert werden.

Feuerwehr rückt zu brennendem Auto in der Nähe aus

Am Nachmittag gegen 14.30 Uhr kam es zudem zu einem weiteren Brand in etwa zwei Kilometern Entfernung, dort hat offenbar ein auf einem Rapsfeld stehendes Auto unvermittelt Feuer gefangen. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte es sich möglicherweise um einen Toyota handeln. Erkenntnisse über den Fahrzeughalter liegen der Polizei gegenwärtig nicht vor. Ob es einen Zusammenhang mit dem auf der Südseite des Wiehengebirges liegenden Einsatzort rund um die Lagerhalle gibt, ist unklar. Die Ermittlungen dauern an.

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