Church Night in Bad Holzhausen – Magie, Musik und Mitmachangebot Jugend gestaltet Kirche

Preußisch Oldendorf (WB). Den Glauben einmal anders erleben: Möglich ist das bei der ersten »Church Night« in der Kirche Bad Holzhausen gewesen. Mit Magie, Musik und Mitmach-Aktionen hat die Evangelische Jugend Preußisch Oldendorf den Besuchern neue Visionen von Kirche aufgezeigt.

Von Jessica Eberle
Fadenspiele mit (von links) Stephanie Lange, Ursula Kriebel und Anette Speth. Diese Technik des Figurenmachens haben früher schon die Indianer angewendet, um ihre Götter zu beschwören, erklärte Ursula Kriebel.
Fadenspiele mit (von links) Stephanie Lange, Ursula Kriebel und Anette Speth. Diese Technik des Figurenmachens haben früher schon die Indianer angewendet, um ihre Götter zu beschwören, erklärte Ursula Kriebel. Foto: Jessica Eberle

»Du siehst mich« lautete das Motto der Aktion. Im Vordergrund stand dabei ein Perspektivenwechsel: »Wir haben uns gefragt, was die Jugend braucht, um Kirche und Glauben attraktiver zu machen«, sagte Gemeindepädagogin Ulrike Nebur-Schröder. Gemeinsam mit den 17 Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 20 Jahren erstellte sie ein vierstündiges Programm, das »für alle offen sein soll und einen neuen Zugang zur Religion schafft«, so Nebur-Schröder.

Ganz wichtig für solch ein Event sei natürlich gute Musik. So bekamen die Jugendlichen Unterstützung von der Band »Jazztastic Four«. Die sechs Musiker aus dem Altkreis Lübbecke untermalten das Programm mit Liedern wie »Sunny«, »Take Five« und »Song for my father« in der fast bis zum letzten Platz besetzten Kirche.

Verblüffende Zaubertricks

Den Glauben im neuen Licht erstrahlen lassen – das sollte nach der Vorstellung von Nebur-Schröder und den Jugendlichen durch eine Zaubershow gelingen. Zauberkünstler Tommy Bright lieferte die Erklärung: »Durch die Zauberei können sich die Jugendlichen auf unterhaltsame Weise Kirche nähern. Die Wunder aus der Bibel scheinen verblüffend. Und genau diesen Effekt erziele ich auch mithilfe meiner Tricks.«

Und Tommy Bright verblüffte tatsächlich: mit Kartentricks, Gedankenlesen und Jonglage. Bei Letzterer waren dem Zauberkünstler einfache Bälle jedoch nicht spannend genug. Bright zog ihnen Messer, Fußball und Glasflasche vor und bekam dafür viel Applaus. Dabei ließ der Zauberkünstler die Verbindung zur Bibel nicht außen vor. Die Geschichte von Jesus, der einem Gelähmten seine Sünden vergibt und ihn heilt, wurde mit einem Trick veranschaulicht: Bright ließ einen Tisch in die Luft gehen. »Oh’s« und »Ah’s« gab es von den Kindern, als das Möbelstück zu schweben begann.

Auch die weiteren Programmpunkte standen ganz im Zeichen des Mottos »Du siehst mich«. Bei den Fadenspielen zeigte Ursula Kriebel aus Preußisch Oldendorf, wie sich aus ungewöhnlichem Material Figuren erstellen lassen. Zum Beispiel formte sie aus Garn eine Brille. »Gar nicht so einfach«, fanden ihre Lehrlinge. Wo hier die Verbindung zu Gott ist? »Das haben früher schon die Indianer gemacht, um ihre Götter zu beschwören«, sagte Kriebel.

Worauf Gott achten soll

Ob Gemeinschaftsbilder, Freundschaftsbilder oder Glaubensperlen – überall gestalteten die Jugendlichen mit. So auch beim Thesenanschlag ganz nach Luther. Hier konnten die Besucher auf Notizzetteln vermerken, worauf Gott achten solle und diese anschließend an die Tür pinnen. Zu lesen waren Wünsche wie »auf die Flüchtlinge«, »Familie«, »die Kinder«, »Terroranschläge« und, zu guter Letzt, »die Evangelische Jugend Preußisch Oldendorf«.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.