Stemweder-Berg-Rallye mit neuer Streckenführung in Holzhausen Anwohner-Protest hat Erfolg

Bad Holzhausen(WB). 5,6 statt 9,8 Kilometer, nicht durch Heddinghausen und nicht durch Glösinghausen: Das Organisationskomitee der Stemweder-Berg-Rallye hat die Streckenführung für die Sprintwertung in Bad Holzhausen überarbeitet. Damit reagieren die Motorsportfreunde von AMC Stemweder Berg und ADAC Ostwestfalen-Lippe auf die Proteste von Anwohnern.

Von Friederike Niemeyer
Sie haben mit ihrem Vorschlag das Angebot des AMC in ihrem Sinne noch weiter verbessern können: (von links) Elke Klingenhagen, Marcel Ellermeyer, Monika Behr, Wilhelm Klingenhagen, Cersten und Hartmut Lattorf sowie Ramona Bieler.
Sie haben mit ihrem Vorschlag das Angebot des AMC in ihrem Sinne noch weiter verbessern können: (von links) Elke Klingenhagen, Marcel Ellermeyer, Monika Behr, Wilhelm Klingenhagen, Cersten und Hartmut Lattorf sowie Ramona Bieler.

Unterschriften gesammelt

Die hatten schon Unterschriften gegen die diesjährige Rallye gesammelt . Denn zum zweiten Mal wird das traditionsreiche Autorennen am 23. und 24. Juni auch durch das Heilbad führen. Eine von 15 Wertungsprüfungen soll dort ausgerichtet werden. Doch nachdem es im vorigen Jahr Ärger am Streckenrand wegen von der Fahrbahn abgekommener Rennautos und verängstigter Tiere gegeben hatte, wollten Anlieger im Bereich Dummerten und Auf den Rumen nicht hinnehmen, dass sie mit ihren landwirtschaftlichen Betrieben wieder in Mitleidenschaft gezogen werden. 51 Unterzeichner stehen auf der Liste, die Bürgermeister Marko Steiner an den Kreis weitergeben wollte: Dort wird die Streckenführung überprüft und die Rallye entsprechend genehmigt oder nicht.

ADAC bestätigt Einigung

Ralf Collatz, Sprecher des ADAC Ostwestfalen-Lippe, bestätigte nun die Einigung mit den Anwohnern. Der entsprechende Antrag zur Genehmigung der Strecke werde dem Kreis vorgelegt. »Es ist auch in unserem Sinn, wenn die Belästigung für die Anwohner so gering wie möglich ist«, sagte Collatz. »Wir hatten ja Gespräche angeboten. Dieser Fall hat gezeigt, dass wir machen, was möglich ist.« Auch Elke Klingenhagen von den protestierenden Anwohnern ist jetzt einverstanden. »Wir sind den Veranstaltern aber mit unserem Angebot auch sehr entgegengekommen.«

Vorausgegangen war der Einigung ein Treffen am Wochenende. Sieben Anwohner aus Bad Holhausen und Glösinghausen hatten sich mit einem Vertreter des AMC zusammengesetzt. Der präsentierte einen gegenüber den ursprünglichen Plänen stark gekürzten Streckenverlauf. Vier Kilometer in Glösinghausen und Heddinghausen waren aus der Strecke genommen, die Fahrtrichtung geändert. Startpunkt soll in der Rumenstraße Höhe Hof Klingenhagen sein, das Ende in Oberbauerschaft. Der AMC wolle auch Kontakt zum Radrennveranstalter RC Endspurt Bünde aufnehmen, um künftig für einige Straßenzüge Doppelbelastungen durch zwei rennbedingte Sperrungen in einem Jahr zu vermeiden.

Kürzest mögliche Route

Der AMC-Vertreter betonte, dass dieser Streckenplan die kürzest mögliche Route für eine Meisterschaftswertung darstelle, der AMC den wirtschaftlichen Interessen der Landwirte also Rechnung trage. Eine weitere Verlagerung nach Oberbauerschaft sei nicht möglich, weil die dortigen Straßen im Umfeld der Hansabrücken-Baustelle als Rennstrecke nicht genehmigungsfähig seien.

Wirklich zufrieden waren die Anwohner damit dennoch nicht. »Davon haben unser Damwild und unsere Pferde nichts«, sagte Monika Behr. Denn immer noch drohe dem Höhenweg eine erhöhte Lärm- und Verkehrsbelastung: nicht mehr als Rennstrecke, dafür aber als Zufahrtsstraße zum Start für die 120 erwarteten Rennautos. Wilhelm Klingenhagen bekräftigte: »Wir protestieren weiter, wenn der Höhenweg nicht frei bleibt.« Gleichzeitig machten Elke und Wilhelm Klingenhagen aber auch ein Angebot: Die Zufahrt zum Start könnte auch von der Dummerter Straße aus über einen Wirtschaftsweg hinter ihrem Bullenstall entlang verlaufen. Damit wäre der Höhenweg von sämtlichem Zusatzverkehr befreit.

Streckenplan zur Genehmigung eingereicht

Die Rennorganisatoren haben diesem Vorschlag nun zugestimmt und den Streckenplan zur Genehmigung eingereicht. Ein Anwalt wird die Interessen der Anwohner beim Kreis wahrnehmen und so für sie beim Verfahren am Ball bleiben. Elke Klingenhagen kommentierte die Einigung so: »Das Tierwohl und die Interessen der Landwirte haben wohl den Ausschlag gegeben. Schade, aber ich glaube, der Protest einfacher Anwohner hätte nicht für eine Streckenänderung gereicht.«

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