Jost Egen fünf Jahre nach dem Unfall Der Bürgermeister ist wieder Bürgermeister

Preußisch Oldendorf / Eystrup (WB). Wenn in Bad Holzhausen in diesen Tagen wieder Pfingstsportfest ist, dann feiert Jost Egen Geburtstag, wie er sagt, seinen fünften. Denn als der damalige Bürgermeister von Preußisch Oldendorf 2012 vom Sportfest mit dem Motorrad nach Hause fuhr, verunglückte er schwer, kam nur knapp mit dem Leben davon. Was macht Jost Egen heute?

Von Friederike Niemeyer
Jost Egen ist jetzt ehrenamtlicher Bürgermeister in Eystrup, einer Gemeinde mit knapp 3300 Einwohnern.
Jost Egen ist jetzt ehrenamtlicher Bürgermeister in Eystrup, einer Gemeinde mit knapp 3300 Einwohnern. Foto: Nikias Schmidetzki

Drei Tage die Woche zur Reha

Der 61-jährige Vater von zwei erwachsenen Kindern lebt mit seiner Frau Heike in der niedersächsischen Gemeinde Eystrup im Kreis Nienburg – und ist wieder Bürgermeister, allerdings im reinen Ehrenamt. »Ich habe mit Verwaltung nichts mehr zu tun. Ich leite die Sitzungen des Eystruper Rates und gratuliere Jubilaren«, berichtet er. »Das macht Spaß, ist etwas für den Kopf. Und ich kann etwas mitgestalten, etwa bei Bebauungsplänen.« Die Verwaltungstätigkeit, die er in Preußisch Oldendorf von 2009 an mit großem Engagement ausgeübt hat, wird vom Bürgermeister der Samtgemeinde Hoya, zu der Eystrup gehört, erledigt. Dazu wäre er jetzt nicht mehr in der Lage, sagt Egen mit Blick auf die Folgen seines Unfalls – drei Tage die Woche muss er auch jetzt noch zur Reha.

Sein Leben komplett ist verändert

Der Unfall am 25. Mai 2012 hat das Leben des Diplom-Verwaltungswirts komplett verändert. Eine junge Autofahrerin hatte seinem Motorrad die Vorfahrt genommen. Lange Krankenhausaufenthalte, etliche Operationen folgten. Die Hoffnung, wieder ins Preußisch Oldendorfer Rathaus zurückkehren zu können, musste Egen aufgeben. 2014 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Die Anfrage der SPD in Eystrup, sich auf das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Eystrup zu bewerben, habe er schließlich angenommen. »Ich bin eigentlich immer ein Parteiloser gewesen, bin damals nur auf Wunsch der Preußisch Oldendorfer CDU-Mitglied geworden.« Das Parteibuch hat er 2015 wieder abgegeben, und auf der Liste der SPD ist er im vorigen Jahr in den Rat und zum Bürgermeister gewählt worden.

Dennoch kommt Jost Egen immer wieder gerne nach Ostwestfalen: um Freunde und Familie zu besuchen oder auch zum Maispaß, wie vor ein paar Wochen.

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