Heimatpfleger widmen sich dem prägenden Fluss im Altkreis Neues aus dem Auenland

Preußisch Oldendorf (WB). Weder das Wiehengebirge noch der Mittellandkanal können die Große Aue aufhalten. Zwischen der Quelle in Rödinghausen und der Mündung in die Weser bei Nienburg überwindet sie 85 Kilometer und 96 Höhenmeter. Die Große Aue hat den Altkreis geprägt – nicht nur landschaftlich.

Von Cornelia Müller
Heimatpfleger Walter Hoffmann, Heinrich Wiegmann, Jürgen Heimsath, Friedrich Helmig, Claus-Dieter Brüning und Karl-Friedrich Hüsemann mit Historiker Sebastian Schröder (hinten) treffen sich regelmäßig in Bad Holzhausen nahe der Wassermühle.
Heimatpfleger Walter Hoffmann, Heinrich Wiegmann, Jürgen Heimsath, Friedrich Helmig, Claus-Dieter Brüning und Karl-Friedrich Hüsemann mit Historiker Sebastian Schröder (hinten) treffen sich regelmäßig in Bad Holzhausen nahe der Wassermühle. Foto: Cornelia Müller

Über die Ortsgrenzen hinweg

Seit einem Jahr beschäftigen sich die Heimatpfleger der anliegenden Ortschaften intensiv mit dem Thema »Große Aue«. Ein Gespräch des Rahdener Heimatpflegers Claus-Dieter Brüning mit seinem Amtskollegen aus Bad Holzhausen, Friedrich Helmig, gab damals den Anstoß, über die Ortsgrenzen hinauszublicken und das Wissen der Heimatpfleger, die Große Aue betreffend, zu bündeln.

»Diese Art der Zusammenarbeit unter den Heimatpflegern ist bis jetzt im Kreis einmalig«, sagt Karl-Friedrich Hüsemann (Gestringen). Alle zwei Monate trifft man sich im Haus des Gastes in Bad Holzhausen, nur wenige Meter von der Großen Aue entfernt, um möglichst viele Fakten und Erkenntnisse über das Gewässer zusammenzutragen und für die Nachwelt zu erhalten.

Eigene Facebook-Seite

Aber die Heimatpfleger treibt noch etwas anderes um: Sie wollen die vielen Informationen auch leichter zugänglich machen. Vor allem Friedrich Helmig hat für die digitale Erfassung und Aufbereitung der Daten bereits umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Ein Teil des Materials lässt sich auch schon auf einer eigenen Facebook-Seite (»Die Große Aue im Lübbecker Land«) abrufen.

Hier finden sich zum Beispiel alte Fotos und historische Karten – die älteste aus dem Jahr 1570: »Noch nicht genordet, wie es heute üblich ist, sondern nach Süden ausgerichtet«, erklärt Friedrich Helmig. Eine Übersicht über die Sehenswürdigkeiten entlang der Großen Aue ist ebenfalls in Arbeit.

Schwerpunkt Wassermühlen

Schwerpunktmäßig beschäftigen sich die Heimatpfleger mit den Wassermühlen entlang der Großen Aue im Lübbecker Land. Insgesamt 48 historisch nachweisbare Mühlen hat Helmig aufgelistet. Eine der wenigen heute noch existierenden ist die Gutswassermühle Bad Holzhausen.

»Wir stehen noch am Anfang«, sagt Claus-Dieter Brüning. »Es gäbe noch sehr viel mehr Themen, zu denen sich im Zusammenhang mit der Großen Aue etwas sagen ließe – über die Natur zum Beispiel oder über die Burgen und Schlösser entlang der Großen Aue und so weiter. Es wäre schön, wenn wir mit unserer Arbeit auch einen Beitrag zum sanften Tourismus leisten könnten und mehr Menschen dazu ermuntern könnten, sich die Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Besonderheiten, die wir hier direkt vor der Nase haben, mal genauer anzuschauen.«

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