Polizei beschlagnahmt bei Razzia fünf Fahrzeuge – zwei Verdächtige Autoschieber im Tanklager

Preußisch Oldendorf(WB). Eine international operierende Autoschieberbande hat offenbar das alte Nato-Tanklager in Preußisch Oldendorf als Zwischenlager genutzt. Bei einem Einsatz am Mittwochabend hat die Polizei wie bereits berichtet dort vier gestohlene Fahrzeuge beschlagnahmt und drei Verdächtige festgenommen.

Von Friederike Niemeyer
Mittwoch, 18.45 Uhr, Zugriff. Die Polizei durchsucht eine verdächtige Lagerhalle im alten Nato-Tanklager in Preußisch Oldendorf. Drei verdächtige Männer werden vorübergehend festgenommen, fünf Autos beschlagnahmt.
Mittwoch, 18.45 Uhr, Zugriff. Die Polizei durchsucht eine verdächtige Lagerhalle im alten Nato-Tanklager in Preußisch Oldendorf. Drei verdächtige Männer werden vorübergehend festgenommen, fünf Autos beschlagnahmt. Foto: Michael Glatzel

In der Halle gegenüber einer Werkstatt an der Straße Langenhegge fanden die Polizeibeamten zwei teure Fahrzeuge mit französischen Kennzeichen: Sowohl der Porsche Macan (Neupreis ab 57 000 Euro) als auch der Toyota Land Cruiser (ab 40 000 Euro) waren wenige Tage zuvor in Frankreich gestohlen worden. Außerdem beschlagnahmten sie einen in Münster vermissten Toyota und einen Renault Captur aus Geseke (Kreis Soest). Ein fünftes Auto, ein älterer Renault, konnte sich bislang noch nicht zuordnen lassen.

62-Jähriger unschuldig

Drei Männer ließen sich auf dem Gelände ohne Widerstand festnehmen. Ein 62-Jähriger Mann aus Osterkappeln konnte seine Unschuld nachweisen: Er wollte lediglich eine Reparatur an seinem Auto durchführen lassen, als die Polizei zugriff. Ein 38-Jähriger aus dem Kreis Minden-Lübbecke und ein 40-Jähriger aus dem Großraum Osnabrück wurden jedoch in Polizeigewahrsam genommen und verhört.

Aufgrund eines Hinweises auf gestohlene Autos, der die Polizei gegen 16.30 Uhr erreichte, observierten Zivilbeamte die Halle. Dies wurde offenbar bemerkt, so dass sich die Beamten um 18.45 Uhr zum sofortigen Zugriff entschlossen. Etwa zwölf Polizisten waren beteiligt, darunter eine Streifenwagenbesatzung aus dem angrenzenden Niedersachsen. Die fünf sichergestellten Fahrzeuge wurden abgeschleppt und von der Spurensicherung untersucht.

Weiterverkauf ins Ausland

Polizeisprecher Ralf Steinmeyer sieht es als Erfolg, dass so viele gestohlene Autos sichergestellt werden konnten. »Dieser Anlaufpunkt für die Autodiebe ist trockengelegt. Ob wir weitere Erkenntnisse auf Hintermänner erhalten, bleibt abzuwarten.« Die Polizei vermutet, dass es sich um Auftragsdiebstahl handelt. Die geklauten Autos sollten demnach in der Halle in Preußisch Oldendorf für den Weiterverkauf ins Ausland vorbereitet werden.

Die Verdächtigen bestritten allerdings, damit etwas zu tun zu haben, und wurden in Absprache mit der Staatsanwaltschaft wieder entlassen. Sie gaben an, dass die Halle vor einigen Wochen von ihnen unbekannten Männern aus Litauen angemietet worden sei. Außerdem hätten sie beobachtet, dass mindestens sieben oder acht Fahrzeuge, überwiegend der Marke Toyota Prius, in der Halle gestanden hätten, auch ein E-Auto. An diesen Fahrzeugen seien Kennzeichen aus Frankreich, Holland oder Belgien angebracht gewesen. Die Mindener Polizei steht nun mit den Polizeidienststellen in Verbindung, in deren Gebiet sich die Diebstähle ereigneten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.