Ehrenamtliche bauen die Infrastruktur für das »Umsonst & Draußen« auf Helfer im Dauereinsatz

Porta Westfalica (WB). Das »Umsonst und Draußen« erwartet dieses Wochenende viele Musik- und Festivalliebhaber aus ganz Deutschland. Von den mehr als 300 Helfern sind schon etliche vor Tagen angereist, um das Festivalgelände aufzubauen . Für einige Freiwillige ist die Musik jedoch eher nebensächlich und die Stimmung der entscheidende Grund, warum sie jedes Jahr mitmachen.

Von Magdalena Struck
Verlegen Wasserleitungen auf dem Zeltplatz (von links): die Schüler Maximilian und Jonas, Maschinenbauer Ulli Gawin und die Anlagenmechanikerin Anika Hüting.
Verlegen Wasserleitungen auf dem Zeltplatz (von links): die Schüler Maximilian und Jonas, Maschinenbauer Ulli Gawin und die Anlagenmechanikerin Anika Hüting. Foto: Magdalena Struck

Sieben Kilometer Wasserleitungen

Benni Stietsch gehört zu den erfahrenen Festival-Helfern. Er ist seit 2008 jedes Jahr beim Auf- und Abbau dabei und unterstützt fast alle anderen »Umsonst und Draußen«-Festivals in Deutschland. »Ich helfe bei der ›Wassercrew‹ mit und bin ein echter Allrounder«, erzählt er. Benni Stietsch arbeitet in einer Fahrradselbsthilfewerkstatt in Bielefeld und bezeichnet sich als »Autodidakt im Wasserbereich«. Der Grund für sein jährliches ehrenamtliches Engagement sind die Freunde, mit denen er auf dem Festival zusammenarbeitet. Außerdem mag er die Stimmung. Er kann er mit der Musik nicht viel anfangen. Der Handwerker nennt sich »einen musikalischen Idioten«: »Die Musik ist für mich sowieso nur eine Nebensache. Die Atmosphäre auf den Festivals ist jedes Jahr unvergleichlich.«

Er war mit der »Wassercrew« als eine der ersten Gruppen vor Ort und hilft seit voriger Woche beim Aufbau des Festivals. Die ehrenamtlichen Helfer haben schon sieben Kilometer Rohre verlegt, um das Gelände mit seinen verschiedenen Arealen ausreichend mit Wasser zu versorgen.

Abbau dauert vier Tage

»Das Frischwasser bekommen wir vom Klärwerk und vom Jachthafen«, erklärt Anika Hüting. Die 22-jährige ist das vierte Jahr hier und hat bisher jedes Mal bei der »Wassercrew« mitgeholfen. Die Vlothoerin hat sich für das Event viel Zeit genommen. Sie verbringt 14 Nächte auf dem Festivalgelände am Kraftwerk in Porta Westfalica.

Nach dem Event müssen die Ehrenamtlichen wieder tagelang anpacken und alles aufräumen. »Das dauert meistens bis Donnerstag«, erklärt die gelernte Anlagenmechanikerin. Danach geht es für sie auf das »RiNK«-Festival in Melle, um auch dort zu helfen.

52-Jähriger ist seit 1993 dabei

»Wir Festival-Helfer unterstützen uns gegenseitig beim Auf- und Abbau«, bestätigt Ulli Gawin. Der 52-jährige Maschinenbauer opfert schon seit dem Jahr 1993 seine Freizeit für das »Umsonst & Draußen«.

Einige der jüngsten Ehrenamtlichen gehören auch der »Wassercrew« an. Trotz ihrer 14 Jahre arbeiten Jonas und Maximilian tatkräftig mit und helfen, wo sie können. Der gleich alte Kevin aus Bad Oeynhausen ist durch seinen Vater auf die Idee gekommen, bei dem Festival ehrenamtlich zu arbeiten und kümmert sich um verschiedene Dinge wie die Müllentsorgung und den Brandschutz. Der Realschüler ist jetzt das dritte Jahr als freiwilliger Helfer mit dabei. Wenn er an diesem Wochenende mal eine Pause machen kann, wird er auf dem Festival in der Goa-Area zu finden sein, um dort seine Lieblingsmusik zu genießen.

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