Kreis-Bauausschuss stellt Weichen für Investition in derzeit geschlossene Kampa-Halle
CDU und Grüne wollen Sanierung

Minden -

Der Kreis-Bauausschuss hat mehrheitlich dafür gestimmt, die kreiseigene Kampa-Halle in Minden für einen mindestens zehnjährigen Weiterbetrieb zu sanieren.

Donnerstag, 04.02.2021, 18:57 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 19:00 Uhr
Der Kreis-Bauausschuss hat mehrheitlich dafür gestimmt, die kreiseigene Kampa-Halle in Minden zu sanieren.

Damit haben sich CDU und Grüne durchgesetzt, die von FDP und FWG unterstützt wurden. Der Vorschlag der SPD-Fraktion, erst im Kreisausschuss am 22. Februar zu entscheiden, wurde abgelehnt. Die AfD hat sich enthalten.

Die Kosten für die Sanierung waren Ende Januar auf bis zu zwölf Millionen Euro geschätzt worden, je nach Umfang. In dem von CDU und Grünen eingebrachten Beschluss behält sich die Politik vor, die einzelnen Maßnahmen im Herbst festzulegen. Die Planungsleistungen sollen aber bereits ausgeschrieben werden. Am 22. Februar muss noch der Kreisausschuss zustimmen.

 

Grüne und Christdemokraten bleiben damit auf Linie des Grundsatzbeschlusses aus 2020 zur Wiedereröffnung der Kampa-Halle. Sie wollen damit den Schulsport des Berufskollegs, Breitensport und den Bundesliga-Handball wieder ermöglichen. „Die Stadt Minden als Baugenehmigungsbehörde hat signalisiert, dass sie einem Interimsbetrieb für zwei Jahre zustimmt“, heißt es in einer Mitteilung von CDU und Grünen. Die beiden Fraktionsvorsitzenden sprechen von einer schweren Entscheidung. Cornelia Schmelzer (Grüne) und Detlef Beckschewe (CDU): „Selbstverständlich haben wir die wiederauflebende Diskussion rund um den Bau einer Multifunktionshalle in Minden nicht überhört. Aber trotzdem müssen wir heute entscheiden. Denn der Interimsbetrieb wird nur für zwei Jahre genehmigt werden. Dies führt zu einer Alternativlosigkeit des heutigen Beschlusses.“ Denn auch danach solle der Sport Planungssicherheit haben, „bis zu einer möglichen zukünftigen Fertigstellung einer Multifunktionshalle“. CDU und Grüne gehen davon aus, dass deren Realisierung viele Jahre dauern werde.

Die Fraktionsvorsitzenden führen auch den Sanierungszuschuss über vier Millionen Euro an, der sich demnach nicht in eine Förderung für den Neubau eines Kreis-Sportzentrums nutzen lasse, wenn die Kampa-Halle abgerissen werde. Dazu Beckschewe und Schmelzer: „Wir können uns nicht vorstellen, auf diesen Zuschuss zu verzichten.“ Die Kreistagsmitglieder hätten Verantwortung gegenüber allen Städten und Gemeinden im Mühlenkreis, die ein neues Sportzentrum über die Kreisumlage tragen müssten.

Die SPD will nach den Worten von Fraktionschefin Birgit Härtel den Ausschussvorsitzenden Alfred Borgmann (CDU) beim Wort nehmen, dass vor dem Kreisausschuss keine Fakten geschaffen werden. Aus ihrer Sicht sei es „ein starkes Stück“ mit dem Sanierungsbeschluss die neue Faktenlage zu ignorieren: dass der Sponsor der Multihalle in einem Brief verdeutlicht hat, das Projekt nur zu unterstützen, wenn es keinen Parallelbetrieb der Kampa-Halle gebe, dass ein Interimsbetrieb mit geringen Baukosten möglich sei und dass die Mindener Politik weitere Schritte in Richtung Multihalle gegangen sei. „Eine alte Halle bleibt auch saniert eine alte Halle, aber dann ist der Investor weg“, sagte Härtel dieser Zeitung. Die SPD plädiert für einen Interimsbetrieb der Halle, dann den Abriss und den Neubau eines Kreis-Sportzentrums und einer Multifunktionshalle.

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