Mediziner liefert mögliche Erklärung für bislang milde Corona-Krankheitsverläufe bei Rödinghauser Senioren
„Impfungen in Pflegeheimen sind sinnvoll“

Rödinghausen (WB) -

Dass die zwölf corona-infizierten Bewohner des Rödinghauser Pflegeheims Haus am Wiehen bisher keine typischen Symptome zeigen, könne mit der erst vor kurzem durchgeführten Impfung zusammenhängen. Das vermutet Dr. Hermann Lorenz, Leiter der Bezirksstelle Minden der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

Freitag, 08.01.2021, 05:50 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 14:30 Uhr
„Es ist kein Fehler bei Menschen mit bereits bestehender Infektion zu impfen, solange sie keine schwerwiegenden Symptome zeigen“, Foto: Johannes Oetz/dpa

 

„Daten zeigen, dass Menschen mit einer bestehenden Infektion von der Schutzimpfung profitieren können. Man hat beobachtet, dass sich die Krankheitsverläufe bei ihnen wesentlich milder entwickeln“, erklärt der in Herford ansässige Internist.

Wie berichtet, hatten fast alle 90 Bewohner am 29. Dezember die erste Dosis der zweistufigen Schutzimpfung erhalten. Tags zuvor waren turnusmäßig Corona-Schnelltests durchgeführt worden, die alle negativ waren. Einige Tage später – bei einer erneuten Schnelltestung – war das Virus zunächst bei zwei Senioren nachgewiesen worden. Vom Gesundheitsamt angeordnete PCR-Tests am vergangenen Sonntag wiesen dann bei zwölf Bewohnern und zwei Mitarbeitern eine Infektion nach.

Dr. Lorenz geht davon aus, dass die Betroffenen bereits vor der Impfung infiziert waren. Bei den ersten, negativen Schnelltests sei die Virenlast im Körper aber noch zu gering gewesen, um eine Infektion auf diesem Wege verlässlich nachweisen zu können. Auch der genauerer PCR-Test könne erst am fünften Tag der Infektion ein aussagekräftiges Ergebnis liefern, da die Zahl der Viren für einen Nachweis dann ausreichend sei.

Generell hält Lorenz es für „extrem sinnvoll“ in Senioren-Pflegeeinrichtungen Schutzimpfungen gegen das Coronavirus durchzuführen. „Und es ist auch kein Fehler bei Menschen mit bereits bestehender Infektion zu impfen, solange sie keine schwerwiegenden Symptome zeigen“, stellt er klar.

Die Impfung

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer muss zwei Mal gespritzt werden, um einen vollständigen Schutz gewährleisten zu können. Nach einer ersten Gabe erfolgt eine zweite 21 Tage später. Laut Dr. Hermann Lorenz werde dem Körper durch den Impfstoff – vereinfacht ausgedrückt – eine Information an die Hand gegeben, die es ihm ermögliche, Antikörper gegen das Coronavirus zu bilden. Kommt man dann mit dem echten Coronavirus in Kontakt, könne es der Körper schneller erkennen und Abwehrmechanismen in Gang setzen.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7755980?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2643776%2F
Iran: «Terrorakt» in Atomanlage Natans
Dieses von der iranischen Atomorganisation (AEOI) veröffentlichte Bild zeigt Zentrifugen in der Urananreicherungsanlage Natans.
Nachrichten-Ticker