Team des Kreises muss mit mehr Mitarbeitern viele neue Aufgaben bewältigen
Gesundheitsamt hat aufgestockt

Minden (WB). Mit den ersten Corona-Fällen im Kreisgebiet Anfang März hat sich auch die Arbeit im Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke grundlegend verändert. Mitarbeitende aller Abteilungen, wie der Kinder-und Jugendgesundheit, Sozialpsychiatrie, amtsärztliche Gutachter und die Verwaltung im Gesundheitsamt, unterstützen seitdem die Kollegen aus dem Hygiene- und Infektionsschutz, die mit der Corona-Pandemie beschäftigt sind.

Mittwoch, 06.05.2020, 05:00 Uhr
Beim Gesundheitsamt im Kreishaus in Minden haben die Mitarbeiter derzeit alle Hände voll zu tun.

„Bereits seit Ende Januar 2020 wurden im Gesundheitsamt Vorbereitungen für die sich anbahnende Pandemie getroffen“, sagt Dr. Elke Lustfeld, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Neue Aufgaben kommen hinzu

Durch die Corona-Pandemie gehört zu den Hauptaufgaben des Gesundheitsamtes aktuell das Kontaktieren und Informieren von Erkrankten und das Nachverfolgen von Infektketten. Hierfür werden sogenannte „Ermittlungsteams“ organisiert, eingearbeitet und koordiniert. Auch das Erstellen von Quarantäneverfügungen und die Übermittlung tagesaktueller Meldungen an die obere Gesundheitsbehörde, die Arbeit im Krisenstab sowie der regelmäßige enge Kontakt und Austausch mit Kliniken und Arztpraxen und zum Landeszentrum für Gesundheit, gehören seit einigen Wochen zum neuen Tagesgeschäft im Gesundheitsamt.

„Es werden weiterhin Fragen zu Hygiene und Infektionsschutz, Prüfungen in medizinischen Hilfsberufen, Leichenschauen und andere dringende Aufgaben im Gesundheitsamt erledigt, soweit das in der aktuellen Situation möglich ist“, erklärt Lustfeld.

Mehr Personal ist erforderlich

Personelle Verstärkung gab es aus anderen Ämtern der Kreisverwaltung, durch die Berufsakademie der Mühlenkreiskliniken und den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Vor der Corona-Krise hatte das Gesundheitsamt des Kreises 62 Mitarbeiter. Mittlerweile sei das Team laut Sabine Ohnesorge, Pressesprecherin des Kreises, um 17 Mitarbeiter und somit auf insgesamt 79 Personen aufgestockt worden. Fünf dieser Extra-Kräfte seien extern aus der Akademie für Gesundheitsberufe und vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen hinzugekommen. Zudem gäbe es eine flexibel eingesetzte und nicht unwesentliche Zahl von Kollegen aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung.

In Einrichtungen wie Schulen, Altenheimen, Rehabilitationseinrichtungen, aber auch seitens der Öffentlichkeit oder bei Mitarbeitenden aus dem Haus, bei medizinischen Assistenzberufen und vor allem am Bürgertelefon gibt es aktuell viele Fragen, die sich hauptsächlich an das Gesundheitsamt richten, die ebenfalls bearbeitet werden müssen und einen Anstieg der Mitarbeiterzahl erklären.

Weitere Maßnahmen eingeführt

Besondere Aufmerksamkeit – und damit weitere Maßnahmen – erfordern Erkrankungen von Risikogruppen oder aus Bereichen mit besonderem Risiko wie zum Beispiel Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, Altenpflege- und Betreuungseinrichtungen. Bei Ausbrüchen von Covid-19, das heißt ab zwei bestätigten und zusammenhängenden Fällen, werden weitere Maßnahmen in den Einrichtungen eingefordert und begleitet.

Dazu gehören Ausbruchsmanagement, intensive Beratung und Anordnung weitergehender Maßnahmen wie Aufnahmestopp, Anpassung der Hygienepläne an das Ausbruchsgeschehen, Umgang mit erkrankten und erkrankungsverdächtigen Personen und vieles mehr. „Es handelt sich um ein dynamisches Geschehen, daher müssen die erstellten Konzepte und Informationen laufend mit den sich ändernden Vorgaben des RKI und der Landesministerien abgestimmt und angepasst werden“, sagt Dr. Elke Lustfeld.

Viel Organisation kommt auf die Mitarbeiter zu

Weiter kommen organisatorische Arbeiten dazu. So erfassen die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes in einer Übersicht die Erkrankten, die häuslichen Quarantänen und sensible Berufe allgemein und Erkrankungen in sensiblen Berufen. Hinzu kommt eine Liste der Menschen, die sich über das Bürgertelefon gemeldet haben und eine Bestätigung der Quarantäne – das heißt eine formelle Ordnungsverfügung – brauchen, sowie Reiserückkehrerlisten und eine Liste der Personen im Zusammenhang mit Ausbruchsgeschehen. All diese Listen dienen als Arbeitsgrundlage und müssen gepflegt werden.

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