Systemlösung der OWL-Firmen Sitex und Melitta - Kaffeefilter für Schutz ungeeignet
Waschbare Mehrweg-Schutzmasken

Minden/Spenge (WB). Angesichts der Knappheit vor allem von medizinischen Schutzmasken in der Corona-Krise haben sich zwei Firmen aus OWL zusammengetan, um dem Mangel mit einer Mehrweg-Alternative zu begegnen. Der Textildienstleister Sitex mit Hauptsitz in Minden und der für Filter bekannte Melitta-Konzern machen gemeinsame Sache.

Dienstag, 07.04.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 05:03 Uhr
Die Mehrwegmaske von Sitex besteht aus einem textilen Träger-Teil und einem eingelegten Spezialvlies als Filter von der Melitta-Tochter Wolf PVG. Foto: Oliver Schwabe

Die Melitta-Tochter Wolf PVG in Spenge produziert seit zwei Wochen nicht mehr nur „Swirl“-Staubsaugerbeutel oder Partikel- und Geruchsfilter. Im Dreischichtbetrieb wird nun auch rund um die Uhr ein spezielles, besonders feinfaseriges „Meltblown Vlies“ für den Einsatz in Schutzmasken hergestellt. Es erfüllt mit einer Filtrationsleistung von mehr als 98 Prozent die Anforderungen der EU-Norm für medizinische Mund- und Nasenschutz-Masken, teilt Melitta mit.

Viele Krankenhäuser unter den Sitex-Kunden

Das Vlies ist ein zentraler Bestandteil der von Sitex entwickelten Stoffmaske. Die private Krankenhaus-Zentralwäscherei, die mit Systempartnern nach eigenen Angaben etwa ein Drittel der deutschen Kliniken zu ihren Kunden zählt, hatte den Engpass bei Schutzausrüstung kommen sehen. „Deshalb haben wir an einer textilen Mehrweglösung als Alternative zu den Einwegmasken gearbeitet“, sagt Sprecher Moritz Schäpsmeier. Diese Hybridmaske besteht aus dem von Sitex entwickelten textilen Träger und eben dem Filtervlies der Melitta-Tochter Wolf PVG. Das System durchlaufe derzeit das Zulassungsverfahren, um als medizinische Schutzmaske der höchsten Stufe eingesetzt werden zu können, erläutert Schäpsmeier.

„Wir hoffen, bis Ende nächster Woche 10.000 bis 20.000 Stück im Umlauf zu haben und dann sukzessive aufzustocken.“ Das textile Trägersystem - gefertigt von der eigenen Sitex-Näherei, aber auch von der Diakonie-Stiftung Salem in Minden - werde in einem speziellen Waschverfahren desinfizierend aufbereitet und könne 100 bis 200 Mal eingesetzt werden – jeweils mit einem frischen Vlies. „Wir können damit ein Vielfaches an Einwegmasken ersetzen.“

Weder Staubsauger- noch Kaffeefilter für Schutzmasken geeignet

Melitta weist derweil – auch wegen zahlreicher Kundenanfragen – darauf hin, dass weder Kaffee- noch Staubsaugerfilter in selbst gebastelten Masken Schutz vor dem Coronavirus bieten. Die Viren seien so klein, dass sie durch diese nicht vollständig gefiltert würden.

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