Mühlenkreiskliniken wollen Kräfte mit medizinischer Ausbildung für drei Monate einstellen
Klinik sucht Personal in Bevölkerung

Minden/Lübbecke (WB). Die Mühlenkreiskliniken mit 5000 Mitarbeitern und mehreren Standorten im Kreis Minden-Lübbecke wollen im Kampf gegen das Coronavirus alle personellen Reserven in der Bevölkerung mobilisieren. Am Donnerstag hat der Klinikverbund Bürgerinnen und Bürger mit einer Fachausbildung im pflegerischen oder ärztlichen Bereich aufgerufen, bei der Bewältigung der Corona-Krise in den nächsten Monaten zu helfen. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Erkrankten steigen wird“, erklärt Klinikchef Dr. Olaf Bornemeier.

Freitag, 03.04.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 05:00 Uhr
Im Mindener Diagnose- und Behandlungszentrum der Mühlenkreiskliniken steht rund um die Uhr Fachpersonal bereit.

„Wir unternehmen alles, um unsere Kapazitäten in den Isolationsbereichen wie auch auf den Intensivstationen zu vergrößern. Dadurch wollen wir Bilder, wie wir sie aus den Nachrichten kennen, bei uns vermeiden“, verweist Bornemeier etwa auf überlastete Krankenhäuser in Italien.

„Aktuell herrscht bei uns die Ruhe vor dem Sturm“, sagt Kliniksprecher Christian Busse. Derzeit würden sechs Corona-Patienten im Klinikverbund behandelt, alle auf Isolierstationen und nicht intensivmedizinisch. Zudem seien 27 Klinikmitarbeiter an Covid-19 erkrankt. „Wir wollen auf den zu erwartenden Anstieg der Fallzahlen bestmöglich vorbereitet sein“, sagt Busse. Daher hätten sich die Mühlenkreiskliniken zu dem öffentlichen Aufruf entschlossen.

Gesucht werden konkret Gesundheits- und Krankenpfleger, idealerweise mit Intensiverfahrung, sowie medizinisch-technische Assistenten und Mediziner aller Fachrichtungen. Die Mühlenkreiskliniken hoffen etwa auf Personal, das sich aus dem Ruhestand, in oder nach einer Familienpause bewirbt oder in andere Branchen gewechselt ist und nun womöglich wegen Kurzarbeit zur Verfügung steht.

„Wir bieten in einem stark verkürzten Bewerbungsverfahren einen Dreimonatsvertrag an“, sagt Busse. Ein Nachweis der höchsten Qualifikationsstufe genüge, ein Kennenlerngespräch werde telefonisch geführt. Die Wochenarbeitszeit könne zwischen fünf Stunden und Vollzeit frei variieren. Die Vergütung erfolge nach den üblichen Tarifverträgen inklusive entsprechender Zulagen. Bei Bedarf könne der Vertrag auch befristet verlängert oder den Einstieg in eine reguläre Beschäftigung darstellen, erläutert Personalleiterin Sabine Fahl.

Zur Vorbereitung auf ihre Aufgabe erhalten alle mobilisierten Mitarbeiter einen dreitägigen Wiedereinstiegskurs in der Akademie für Gesundheitsberufe. Bei Bedarf werde zusätzlich auch ein Beatmungskurs mit Geräteeinweisung angeboten. Die Arbeit im Krankenhausbetrieb erfolge dann mit Begleitung des Teams. Im Klinikverbund sind 2000 Pflegekräfte, 500 Mitarbeiteiter im medizinischen Funktionsdienst und 700 Ärzte tätig.

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