Labor der Mühlenkreiskliniken vergrößert Kapazität
Corona-Tests: Ergebnisse nach wenigen Stunden

Minden (WB). Ab Montag kann das Zentrallabor der Mühlenkreiskliniken bis zu 1000 Corona-Tests täglich durchführen. In den folgenden drei Wochen soll die Testkapazität dann nochmals sukzessive auf 2000 Tests am Tag erhöht werden. Möglich macht das eine neue, maschinelle Aufbereitung der RNA-Proben.

Samstag, 28.03.2020, 06:00 Uhr
Bei der Einweisung der neuen Aufbereitung der PCR-Proben: Ab Montag können hier bis zu 1000 Corona-Tests untersucht werden.

Bislang mussten die Proben händisch aufbereitet werden, was sehr viel Arbeitszeit gekostet hat. Pro Mitarbeiter konnten maximal 60 Tests am Tag bearbeitet werden. „Durch die automatische Aufbereitung können wir sehr viel mehr Tests durchführen und schnellere Ergebnisse liefern. Rein technisch sind wir ab Montag in der Lage zwölf PCR-Durchläufe am Tag zu starten und damit innerhalb von vier bis sechs Stunden ein Ergebnis zu haben“, erläutert Professor Dr. Franz-Josef Schmitz, Direktor des Zentrallabors der Mühlenkreiskliniken (MKK).

Vergrößerte Test-Kapazität kommt den Bürgern unmittelbar zu Gute

Bereits seit einer Woche werden Mitarbeiter der MKK und anderer Gesundheitseinrichtungen beim Vorliegen von grippalen Symptomen durchgängig auf Corona untersucht. Gleiches gilt ab nächstem Montag auch für die Patienten in den Häusern der MKK. „Nach unseren Beschlüssen hat auch das Robert-Koch-Institut diese Maßnahmen in ihre Empfehlungen mit aufgenommen. Das zeigt auch, dass wir im Kreis Minden-Lübbecke sehr gut aufgestellt sind und Maßnahmen vorwegnehmen, die dann bundesweit empfohlen werden“, sagt der Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene Dr. Peter Witte.

Professor Dr. Franz-Josef Schmitz, Direktor des Zentrallabors der MKK.

Professor Dr. Franz-Josef Schmitz, Direktor des Zentrallabors der MKK.

Die vergrößerte Test-Kapazität kommt den Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Minden-Lübbecke unmittelbar zu Gute. „Die Entscheidung über einen Abstrich liegt in der Verantwortung des jeweiligen Arztes im Diagnose- und Behandlungszentrum am Johannes-Wesling-Klinikum. Aber die strengen Kriterien des Robert-Koch-Instituts können in jedem Fall gelockert werden“, sagt die Allgemeinmedizinerin Anke Richter-Scheer, die das Diagnose- und Behandlungszentrum am Universitätsklinikum Minden für die Kassenärztliche Vereinigung koordiniert.

Keine vorsorglichen Abstriche durchführen

Wichtig ist, dass keine vorsorglichen Abstriche durchgeführt werden. „Wer keine Symptome hat, wird auf keinen Fall abgestrichen. Dieser Abstrich ist medizinisch wertlos und ist damit eine Verschwendung von Ressourcen“, so die Hausärztin und Internistin. Das Diagnose- und Behandlungszentrum ist mittlerweile digital an das Zentrallabor über eine spezielle Software angedockt. Corona-Tests und Blutproben können so digital im Labor angemeldet werden. Ergebnisse von Blutproben können daher innerhalb von einer Stunde ermittelt und dem Patienten mitgeteilt werden.

In diesem Gerät kann Blut auf Antikörper getestet werden.

In diesem Gerät kann Blut auf Antikörper getestet werden.

Bislang wurden täglich etwa 150 bis 250 Corona-Proben im Zen­trallabor der Mühlenkreiskliniken untersucht. Dass durch neue Technik die Kapazität ausgeweitet werden konnte, liegt unter anderem an dem guten Ruf, den das Zentrallabor der Mühlenkreiskliniken bundesweit hat. „Die PCR-Technologie ist aus verständlichen Gründen weltweit sehr gefragt. Es hat uns viele Telefonate und auch einige Rückschläge gekostet, bis wir diese hervorragende Lösung realisieren konnten. Damit wird der Kreis Minden-Lübbecke mit Sicherheit deutschlandweit zu einem Kreis mit hoher Testkapazität“, sagt Professor Dr. Schmitz.

Ganz neu ist auch der Antikörper-Test, der seit zwei Tagen im Zentrallabor der Mühlenkreiskliniken angeboten wird. Mit dem Test können Antikörper auf das Corona-Virus im Blut nachgewiesen werden. „Noch wissen wir nicht, wie viele Antikörper notwendig sind, um sicher immun gegen die Erkrankung zu sein. Das wird sich aber sicherlich sehr schnell ändern. Die ganze Welt forscht an diesem Thema“, erklärt Professor Schmitz.

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