Patienten auf dem Weg der Besserung – steigende Testzahlen im „Checkpoint“
Corona: 20 Menschen in Quarantäne

Minden (WB). Bei fünf Menschen aus dem Kreis Minden-Lübbecke ist eine Infektion mit dem Coronavirus bislang nachgewiesen. Vier Patienten kurieren sich zu Hause aus. Ein Patient werde im Mindener Klinikum stationär behandelt, aber auch er befinde sich auf dem Weg der Besserung, gab am Montagnachmittag der Kreis Minden-Lübbecke bekannt. Die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes, Dr. Elke Lustfeld, fasste die Lage so zusammen: „Wir sind bis jetzt erfreulich gut weggekommen.“

Montag, 09.03.2020, 19:48 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 09:40 Uhr
Die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Dr. Elke Lustfeld lobt das besonnene Verhalten der bislang fünf Coronapatienten im Kreisgebiet. Die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen betonen (von links) Prof. Dr. Hansjürgen Piechota vom Johannes-Wesling-Klinikum, Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz und Landrat Ralf Niermann. Foto: Friederike Niemeyer

20 Menschen in häuslicher Quarantäne

Von einer „dynamischen Entwicklung im Kreisgebiet“, sprach Landrat Ralf Niermann (SPD) und präsentierte einen Krisenstab unter Leitung von Kreisdirektorin Cornelia Schöder, der von nun an täglich beraten werde. Die Auswirkungen auf den Kreis Minden-Lübbecke seien derzeit noch überschaubar , dies könne sich aber rasch ändern.

Von den fünf Erkrankten stammen drei aus Bad Oeynhausen, einer aus Minden und einer aus Stemwede. Die Infektionswege seien gut nachvollziehbar gewesen, weitere Kontaktpersonen ausgemacht und für etwa 20 von ihnen häusliche Quarantäne angeordnet.

Sollte ein neuer Coronapatient Teilnehmer einer Busreise gewesen sein, könnte es rasch einen großen Kreis von Kontaktpersonen geben, so Niermann. „Wir sind auf steigende Zahlen vorbereitet, wissen aber nicht, wohin die Reise noch gehen wird.“

Die Chefin des Gesundheitsamtes lobte das besonnene Verhalten der bisher Erkrankten, alles Erwachsene mit mildem Krankheitsverlauf. Sie hätten sich bei Auslandsaufenthalten angesteckt oder bei Urlaubern. In einem Fall sei es eine Israelreise gewesen. „Alle haben sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen und ihren Hausarzt kontaktiert.“ In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sei dann alles weitere schnell gegangen: vom Test bis zum Ausfindigmachen der Infektionswege und Kontaktpersonen. „So etwas ist für uns beim Gesundheitsamt Routine“, erinnerte Lustfeld an die Erfahrungen mit anderen meldepflichtigen Erkrankungen.

Patient liegt auf Infektionsstation

Der Ärztliche Direktor des Johannes-Wesling-Klinikums, Prof. Dr. Hansjürgen Piechota, schilderte den Zustand des stationär aufgenommenen Patienten als „auf dem Weg der Besserung“. Er habe Husten mit Auswurf und grippale Symptome gezeigt, die sich jetzt abschwächten. „Der Patient ist auf der Infektionsstation in einem Einzelzimmer isoliert untergebracht“, sagte Piechota. Zu den besonderen Schutzvorkehrungen dieser Station, die etwa auch beim Norovirus genutzt werde, gehörten spezielle Kittel und Hauben für das medizinisches Personal, die nach Gebrauch wie Sondermüll verbrannt würden.

Piechota berichtete von sehr guten Erfahrungen bei den Mühlenkreiskliniken mit dem abgestuften Vorgehen: Über Hausärzte oder den Kassenärztlichen Notruf 116117 außerhalb der Praxiszeiten würde festgestellt, welcher Verdachtsfall getestet werden soll. Leitlinien dafür gibt das Robert-Koch-Institut.

In den Corona-Mobilen vor den MKK-Krankenhäusern würden dann die Abstriche gemacht. So könnten die anderen Patienten im Haus und das Klinikpersonal geschützt werden. „Nur die Erkrankten mit Symptomen werden aufgenommen“, sagte Piechota. Sollte es schwere Verläufe geben, stünden dafür auch Intensivbetten bereit.

Zwei Busse mit Ski-Urlaubern

In dem „Checkpoint“ vor dem Mindener Klinikum werden immer mehr Menschen getestet, am Wochenende waren es 40 von 120 vorstellig gewordenen Verdachtsfällen – unter anderem zwei Busse mit Ski-Urlaubern waren aus Südtirol zurückgekehrt. Die Testergebnisse liegen noch nicht vor.

Der Kreis Minden-Lübbecke hält weiter ein Bürgertelefon für Ratsuchende vor, jetzt unter der neuen Nummer 0571/807-15999. Besetzt ist es bis montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr, diesen Samstag von 10 bis 16 Uhr und diesen Sonntag von 10 bis 13 Uhr.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7319665?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2643776%2F
Mann stürzt mit Ultraleichtflugzeug in Milse ab
Mit diesem Ultraleichtflugzeug ist der Bielefelder abgestürzt. Foto: Christian Müller
Nachrichten-Ticker