Neujahrskonzert des Sinfonieorchesters setzt ganz auf „Geld oder Liebe“
Musikalisches Farbenspiel

Lübbecke (WB). Die Farbe des Abends war Rot. Rot wie die Liebe und Rot wie, ja tatsächlich, auch das Geld. Das Neujahrskonzert des Sinfonieorchester Lübbecke war voll und ganz auf die vieldeutige Farbe eingespielt. Aber zwischen Klassikern von Bizet und Beethoven passte noch eine ganze Menge mehr. Es gab einen Rap, zwei Medleys und einen Walzer.

Montag, 06.01.2020, 09:38 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 10:00 Uhr
Der von der Sparkassenstiftung geförderte Violinist Justus Varvaras spielte einen Solopart in dem Stück „Romanze F-Dur“ von Ludwig van Beethoven. Dirigent Heinz-Hermann Grube führte durch das Konzert mit kundigen und launigen Moderationen. Foto: Eva Rahe

So ein Walzer kann einem schon ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Wenn man den Walzer versteht. Denn eigentlich ist ein Walzer ein Tanz – und nicht nur ein Musikstück. Beim Wienerwalzer gleitet man in sanften, schwebenden Drehungen über die Tanzfläche. Im Dreivierteltakt und gegen den Uhrzeigersinn. Und natürlich ist dabei viel Liebe, Anmut und Leidenschaft im Spiel. Auch wenn der Titel des Walzers von Franz Lehar mit „Gold und Silber“ etwas anderes verspreche, „mit seiner wunderbaren Melodie erzählt er uns auch viel über die Liebe“, erklärte Orchesterleiter Heinz-Hermann Grube.

Thema „Geld oder Liebe“

Heinz-Hermann Grube hatte den Konzertabend ganz und gar auf das Thema „Geld oder Liebe“ abgestimmt. Im ersten Teil, der mit dem Walzer von Franz Lehar endete, gab es Auszüge aus Bizets Oper „Carmen“, und das Orchester spielte Johann Strauß’ „Postillon d’amour“ sowie Ludwig van Beethovens „Romanze F-Dur“ zusammen mit dem Solisten Justus Varvaras an der Violine.

Der Konzertleiter ließ es sich wie immer nicht nehmen, die einzelnen Stücke behände und bered’ einzuführen. So blies er kräftig in ein historisches Posthorn, um den „Postillon d’amour“ einzuleiten. In dieses Posthorn habe einst Heinrich Bökelheide geblasen, der als letzter Postillon aus Lübbecke die Post per Kutsche bis nach Levern ausgebracht habe. Er sei der Großvater von Johannes Bökelheide gewesen, der heute im Orchester das Fagott spiele. Natürlich sei auch hier eine Liebesgeschichte im Spiel gewesen, denn nicht umsonst habe Heinrich Bökelheide an der Tannenschmiede immer besonders laut ins Horn geblasen, so Grube.

Gemeinsames Singen

Das Neujahrskonzert gibt es nun schon seit 1994. Im Laufe der letzten 26 Konzerte haben sich einige gute Bräuche ins Programm gemischt, wie zum Beispiel die Tradition des gemeinsamen Singens. Orchestermitglieder und Publikum singen zusammen ein Lied, und zwar den Neujahrsgruß „Auf Neujahr“. Darauf ist das Lübbecker Publikum vorbereitet und deshalb wurde auch kräftig mitgesungen.

Was es allerdings vorher noch nie gab, war, dass der Dirigent rappte. Mit fliegenden Worten leitete Heinz-Hermann Grube das erste Medley „Non posso comprami amore“ von Horst Schilling ein. Und genauso gekonnt, wie der Orchesterleiter das Medley einleitete, wurde es auch von den Musikern gespielt. Während des Konzertes gab es insgesamt zwei Medleys des Lübbecker Komponisten, zwei vielseitige Stücke, die den Musikern gutes Können abverlangten. Es gab viele Rhythmus- und Tempowechsel und eine Reihe an Variationen von Musikstilen.

Allerhöchstes Niveau

Wie immer spielte das Lübbecker Sinfonieorchester, das sich aus professionellen und Amateur-Musikern zusammensetzt, auf allerhöchstem Niveau. Heinz-Hermannn Grube erklärte, wieso die musikalische Profession allen am Herzen liege. „Das gemeinsame Musizieren und die Liebe zur Musik sind eine Kraft, die uns verbindet“, erklärte er und bedankte sich bei allen für die spürbare Treue und das außergewöhnliche Engagement.

Sein ganz besonderer Dank galt auch der Sparkassenstiftung. In diesem Sinne sei die Farbe insbesondere auch dem Finanzunternehmen gewidmet, dessen Stiftung die Lübbecker Musiker seit Jahrzehnten finanziell unterstütze. Um dem Dank einen Ausdruck zu verleihen, war im zweiten Medley „Mammon und Minne“ der Sparkassen-Jingle eingebaut. Das Publikum durfte zählen, wie oft er auftrat.

Abgeschlossen wurde das Konzert wie immer mit dem Radetzkymarsch. Und auch hier war das Publikum bereit zum Mitmachen, beziehungsweise Mitklatschen. Das begeisterte Publikum entließ die Musiker des Sinfonieorchesters erst nach der dritten Zugabe. Ein gelungener Abend.

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