Großhändler haben Rückrufaktionen gestartet
Wilke in OWL weit verbreitet

Minden/Löhne/Salzkotten (WB). Mindestens drei Großhändler aus Ostwestfalen-Lippe haben Wurstwaren der inzwischen insolventen Firma Wilke in Twistetal verkauft.

Dienstag, 08.10.2019, 06:13 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 06:20 Uhr
Wilke hat seine Wurtwaren unter anderem an Ikea-Möbelhäuser sowie Großhändler wie Windmann in Löhne und Gafateam in Salzkotten geliefert. Rückrufaktionen sind gestartet.

Nach und nach sichern immer mehr Namen von Handelsunternehmen durch, die Wilke-Produkte in ihrem Programm führten.

Vom Edeka noch nicht offiziell bestätigt wurde die auf mehreren Internetseiten bekannt gemachte Wilke-Rückrufaktion der Edeka-Tochterfirma Food Service (Minden); der Großhändler beliefert in weiten Teilen Deutschlands Betriebe in Gastronomie, Handel, Industrie und Gesundheitswesen.

Windmann steht zu seinem Rückruf

Dagegen steht Windmann zu seinem Rückruf. Die Löhner Firma zählt Gastronomie, Hotellerie, Fast Food, Catering und Gemeinschaftsverpflegung zum Kundenkreis und hat den Rückruf unter anderem auf der Homepage publik gemacht. Betroffen sind Produkte der Handelsmarke Servisia, die Windmann vom Verbundpartner Servicebund bezieht.

Ebenfalls auf seiner Internetseite veröffentlicht die Firma Gafateam in Salzkotten den Rückruf für Wurstwaren der Marken Wilke, Haus am Eichfeld und Pickosta. Nach Angaben von Geschäftsführer Mike Dahlhoff wurden die Kunden noch am Mitwoch informiert. Gafateam beliefert ausschließlich gastro­nomische Betriebe. Der Verbund beschäftigt 1000 Mitarbeiter an 23 inländischen und zwei österreichischen Standorten. Eigenmarken sind Pickosta und Garanta.

Trotz der Nähe zu heimischen Wurstherstellern bezogen sechs Händler im Kreis Gütersloh auch Produkte von Wilke.

Trotz der Nähe zu heimischen Wurstherstellern bezogen sechs Händler im Kreis Gütersloh auch Produkte von Wilke.

Sechs Händler im Kreis Gütersloh

Trotz der Nähe zu heimischen Wurstherstellern bezogen sechs Händler im Kreis Gütersloh auch Produkte von Wilke, teils aber in sehr geringem Umfang. Sie werden nach Angaben der Kreisverwaltung aus dem Verkehr gezogen. In einem Fall kam die Nachricht von einem Betrieb aus einem Nachbarkreis, der einen Endkunden im Kreis Gütersloh belieferte.

Wie viele Betriebe im Kreis Paderborn betroffen sind, teilte die dortige Pressestelle nicht mit. Es würde allen Fällen nachgegangen. Auch hier seien relativ wenig Produkte in Einsatz gekommen.

Im Kreis Herford haben nach Angaben von Pressesprecherin Petra Scholz vier Händler Wilke-Wurst bezogen. Die Betriebe seien bereits informiert.

Ein Großhändler in Minden-Lübbecke betroffenen

Der Kreis Minden-Lübbecke berichtet von einem betroffenen Großhändler. In Höxter sah sich die Kreisverwaltung am Montag außerstande, Angaben zu möglichen Abnehmern zu machen.

Weiter unklar ist, ob Wilke-Produkte – außer bei Metro und drei Kauflandmärkten in Hessen – über den Handel auch an Endkunden verkauft wurde. Das hessische Verbraucherministerium will darüber – ebenso wie die NRW-Landesregierung – bald informieren.

In der umgekehrten Richtung hat die Tönnies-Gruppe in Rheda-Wiedenbrück »bis vor einiger Zeit« Schlachtprodukte an Wilke geliefert, aber dort keine Wurst bezogen.

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