Kirstin Korte kündigt Rückzug aus kreispolitischen Ämtern an
»Ich bin ja nicht weg«

Montag, 09.09.2019, 05:33 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 05:40 Uhr
Begrüßen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Preußen-Museum zu einer Diskussionsveranstaltung: (von links) Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann, Kreisfraktionschef Detlev Beckschewe, Kreisvorsitzende Kirstin Korte, der ehemalige heimische Bundestagsabgeordnete Steffen Kampeter und der langjährige ostwestfälische Europaabgeordnete Elmar Brok. Foto: Hans-Jürgen Amtage

»Ich habe die acht Jahre Kreisvorsitz intensiv gelebt. Jetzt müssen Jüngere die Aufgaben übernehmen«, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete (64) am Samstag beim Jahresempfang im Mindener Preußen-Museum. Bei der Kommunalwahl 2020 werde sie auch nicht mehr für den Kreistag kandidieren.

Vogt könnte Nachfolger werden

Als möglicher Nachfolger, der beim Kreisparteitag am 30. November kandidieren könnte, gilt Dr. Oliver Vogt (42) aus Espelkamp. Vogt war 2017 CDU-Bundestagskandidat in Minden-Lübbecke, verpasste das Direktmandat aber knapp gegen Achim Post (SPD), ebenfalls aus Espelkamp.

»Seien Sie das, was Sie immer waren: die Garanten für den Zusammenhalt der Gesellschaft«, gab die sichtlich berührte Kirstin Korte den mehr als 100 CDU-Mitgliedern im Preußen-Museum mit auf den Weg. Und: »Ich bin ja nicht weg. Wir regieren Nordrhein-Westfalen bis Mai 2022, da haben wir im Landtag genug zu tun.«

Kampeter warnt vor Abschwung

Korte hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und ihren Vorgänger als Kreisvorsitzenden Steffen Kampeter als Redner eingeladen. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) nutzte sein Heimspiel in Minden, um dem Motto »Deutschland 2030 – Was uns zusammenhält« einen wirtschaftspolitischen Anstrich zu geben. »Parteien befassen sich mit Castingshows und Führungsfragen, wir brauchen im Augenblick aber vor allem gute Zahlen«, sagte Kampeter und warnte mit Blick auf Frühindikatoren wie die chemische Industrie vor einer Flaute.

»Das Grundgefühl in der Wirtschaft ist, dass unternehmerisches Handeln immer stärker eingeschränkt wird und immer weniger Zeit für Sinn und Zweck des Unternehmertums bleibt. Der Bürokratieaufwand muss weniger werden«, forderte Kampeter. Entscheidend für die Zukunft Deutschlands sei wirtschaftlicher Erfolg. »Die analogen Grundkompetenzen bleiben, und die digitalen Fähigkeiten werden immer wichtiger. Deswegen müssen wir die Ausbildungsverordnungen ständig neu anpassen.«

»Offensive für berufliche Bildung«

Bei Continental in Hannover sei zum Beispiel in nur zehn Monaten ein neuer Ausbildungsberuf entstanden, berichtete Steffen Kampeter. »Wir müssen in Deutschland die modernsten Ausbildungsmöglichkeiten schaffen und brauchen dafür eine digitale Offensive für berufliche Bildung. Die Fixierung auf Gymnasien und Studium«, so Kampeter, »ist falsch«.

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