Möglicher Täuschungsversuch in Bielefeld – Student aus Rheda-Wiedenbrück klagt Prozess um Spickzettel in Strafrecht-Prüfung

Bielefeld/ Rheda-Wiedenbrück/Minden  (WB). Hat ein Student der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHöV) in Bielefeld bei einer Klausur geschummelt und einen Spickzettel genutzt? Darum dreht sich am 13. Juli ein Prozess vor dem Verwaltungsgericht Minden.

Von Stefan Biestmann
Symbolfoto
Symbolfoto Foto: dpa

Bei der Klausur im Herbst 2016 waren Lehrkräfte eingeschritten und hatten dem Mann aus Rheda-Wiedenbrück einen Täuschungsversuch vorgeworfen – und ihn durchfallen lassen. Der Student bestreitet den Täuschungsversuch und verklagte das Land.

Der zweite Klausur-Versuch

Der Mann hatte bereits die erste Klausur im Fach Strafrecht nicht bestanden. Dem Studenten sei damals gesagt worden, dass seine Strafrechts-Definitionen nicht vollständig gewesen seien, sagt Imke Decker, Sprecherin des Verwaltungsgerichts, dem WESTFALEN-BLATT. Der Student habe sich dann nach eigenen Angaben spezielle Lernzettel erstellt, um die Klausur zumindest im zweiten Versuch zu schaffen.

Der Wiederholungstermin ging dann im Herbst 2016 über die Bühne. Am Tisch des Studenten stand seine Tasche. Dann gab es die Aufforderung der Klausuraufsicht, die Taschen wegzustellen. Und von diesem Zeitpunkt an sind die Schilderungen der Ereignisse nach Angaben von Richterin Decker völlig unterschiedlich. Der Student behauptet, er habe die Tasche zur Seite geworfen. Dabei sei der Lernzettel rausgefallen – und habe dann in der Sitzreihe vor ihm gelegen.

Der Fundort des Zettels

Die Klausuraufsicht bezeichnet es in ihrer Stellungnahme als »unwahrscheinlich«, dass es so gewesen ist. Denn beim Wegwerfen der Tasche sei kein weiterer Inhalt rausgefallen. Und der Fundort des Zettels spreche dafür, dass dem Studenten der Zettel nicht aus der Tasche, sondern aus der Hosentasche gefallen sei. Zudem sei das gefundene Stück Papier »kein typischer Lernzettel«. Aufgrund der kleinen Schrift und der engen Beschriftung ist es aus Sicht des Landes ein »Spickzettel«.

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