Kreistag beschließt Neubau der Leitstelle in Hille – Grundstücksverhandlungen laufen – Fertigstellung 2021 Neues Feuerwehr-Zentrum kostet Millionen

Kreis Minden-Lübbecke (WB). Als einmalige Chance und Anfang eines anspruchsvollen Weges hat Landrat Ralf Niermann die Entscheidung des Kreistages bezeichnet, die neue Leitstelle für das Rettungswesen im Mühlenkreis in Hille zu errichten.

Von Hans-Jürgen Amtage
Millionen-Investition: Einsätze der Feuerwehr sollen in Zukunft von Hille aus koordiniert werden. In der Gemeinde wird auch ein Feuerwehrtechnisches Zentrum entstehen.
Millionen-Investition: Einsätze der Feuerwehr sollen in Zukunft von Hille aus koordiniert werden. In der Gemeinde wird auch ein Feuerwehrtechnisches Zentrum entstehen. Foto: Kai Wessel

Am Montagabend hatte das Gremium bei einer Gegenstimme des Hiller Sozialdemokraten und Feuerwehrmanns Thomas Darlath (SPD) die Einrichtung der einheitlichen Kreisleitstelle im Gemeindegebiet Hille beschlossen. Im Gebäude des zukünftigen Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) sollen der Brandschutz, die Hilfeleistungen, der Katastrophenschutz und der Rettungsdienst zusammengefasst und mit kreiseigenem Personal betrieben werden. Außerdem wird eine neue Rettungswache für die Gemeinde Hille errichtet.

Über Standort nicht öffentlich beraten

Wo das Zentrum genau entstehen soll, blieb in der Sitzung des Kreistages zunächst noch offen. In nichtöffentlicher Sitzung befassten sich die Kommunalpolitiker allerdings mit der Grundstücksangelegenheit und den Verhandlungen mit zwei Eigentümern. Genannt wurde, dass Kreisleitstelle, FTZ und Rettungswache auf einer Gesamtfläche von rund 22 000 Quadratmetern errichtet werden.

Auf Nachfrage von Karl-Ludwig Sierig (FWG Mühlenkreis-Piraten) wurde hinsichtlich der Kosten für das Projekt auf vergleichbare Objekte verwiesen, die ein Gutachter mit etwa zwölf Millionen Euro beziffert hatte. Landrat Niermann machte allerdings deutlich, dass er diesen Betrag für unrealistisch halte. »Die Kosten werden höher ausfallen.« Mit der Inbetriebnahme sei voraussichtlich im Jahr 2021 zu rechnen, sagte Kreisdirektorin Cornelia Schöder.

Intensive Beratungen

Die Vorsitzende des zuständigen Fachausschusses, Brigitte Sawade-Meyer (CDU), hatte vor der Abstimmung betont, jetzt seien alle Beteiligten aufgefordert, »das hochgesteckte Ziel kompetent zu begleiten«. Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, Hans-Jürgen Weber (SPD), erinnerte: »Wir haben lange nicht mehr ein Thema so intensiv beraten.«

Ursprünglich sollte der Neubau der Kreisleitstelle an die Berufsfeuerwehr in Minden angedockt werden. Danach wurde als möglicher FTZ-Standort die Pohlsche Heide diskutiert, was die Bezirksregierung in Detmold als Genehmigungsbehörde jedoch ablehnte. Mit Verabschiedung des neuen Rettungsdienstbedarfsplanes Ende 2016 wurde dann die neue Rettungswache in Hille vorgesehen. Der Kreis verspricht sich von der Kombination aus Kreisleitstelle, FTZ und Rettungswache Synergieeffekte unter anderem bei den Bau- und Betriebskosten, wie der neue Kreisbaudezernent Lutz Freiberg unter anderem in der Kreistagssitzung erklärte.

Kreis zur Unterhaltung verpflichtet

In Nordrhein-Westfalen sind die Kreise verpflichtet, eine einheitliche Leitstelle zu unterhalten. Im Mühlenkreis hat die Stadt Minden seit etwa zwei Jahrzehnten diese Aufgabe im Rahmen eines Gestellungsvertrages für den Kreis Minden-Lübbecke übernommen und die Kreisleitstelle betrieben. Der Vertrag war aber von der Stadt zum 31. Dezember 2017 gekündigt worden.

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