Bundeswehr-Dienstanweisung in Kunduz nicht penibel beachtet Afghanistan-Soldat muss Blechschaden bezahlen

Altenbeken/Minden (WB/bel). Auch im Kriegsgebiet in Afghanistan beharrt die Bundeswehr auf die penible Einhaltung ihrer Dienstvorschriften. Dies musste jetzt ein Reserveoffizier aus Altenbeken erfahren, der als Fahrer beim Zurücksetzen mit einem Dienstwagen der Bundeswehr im Feldlager in Kundus einen Blechschaden in Höhe von 1455,32 Euro verursachte.

Das Verwaltungsgericht Minden.
Das Verwaltungsgericht Minden. Foto: Stefan Küppers

Auch vor dem Verwaltungsgericht in Minden blieb sein Dienstherr hart und bestand auf Schadenersatz, gab bei einem Vergleich jedoch einen Nachlass über 300 Euro.

Der damals 52-jährige Reserveoffizier war 2013 im Feldlager der Bundeswehr im Einsatz. Im Lager der Bundeswehr war es zu mehreren Stromausfällen gekommen, für die Reparaturarbeiten war der Altenbekener mit seinem VW Caddy unterwegs. Die Scheiben des Dienstwagens sind hinten allerdings geschlossen und damit ist auch die Sicht eingeschränkt. Die Dienstvorschrift der Bundeswehr schreibt deshalb einen Einweiser vor.

Unter Zeitdruck

Weil er unter Zeitdruck gestanden habe, so die Pressesprecherin des Mindener Gerichts, habe er beim Zurücksetzen auf den Einweiser verzichtet und stieß dabei gegen einen Lkw. Nach Auffassung der Bundeswehr habe er damit grob fahrlässig gehandelt.

Gegen den Kostenbescheid über 1455,32 Euro legte der Altenbekener vor dem Verwaltungsgericht Minden 2014 Klage ein. Bei der mündlichen Verhandlung am Dienstag einigte man sich schließlich auf einen Vergleich: Die Bundeswehr erließ dem 56-jährigen Reserveoffizier zwar knapp 300 Euro, beharrte ansonsten aber auf der Begleichung von 1150,00 Euro. Zugestanden wurde ihm auch eine Ratenzahlung über insgesamt elf Einzelbeträge.

Bei den zu tragenden Gerichtskosten über 71 Euro wird aber halbe-halbe gemacht. Dies schreibt allerdings die Prozesskostenordnung des Gerichts bei einem Vergleich vor.

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