Impfzentrum in Hille soll am 15. Dezember startklar sein
Einblick in das neue Herz der Pandemie-Bekämpfung

Hille (WB) -

Noch betreten Besucher eine Baustelle, wenn sie zur Sporthalle in Hille-Unterlübbe kommen. Doch pünktlich zum 15. Dezember soll alles vorbereitet sein, versichern die Spitzen des Kreises Minden-Lübbecke.

Mittwoch, 09.12.2020, 18:11 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 20:05 Uhr
In der Sporthalle Unterlübbe entsteht zur Zeit das Impfzentrum des Kreises Minden-Lübbecke. Am 15. Dezember soll alles bereit sein. Wann tatsächlich mit dem Impfen begonnen wird, steht aber noch nicht fest. Foto: Friederike Niemeyer

Das Impfzentrum für den Mühlenkreis kann dann seine Arbeit aufnehmen. Doch viele Fragen sind auch noch offen, wird bei einem Ortstermin deutlich.

Ein Blick ins Impfzentrum Hille

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe

    Impfzentrum Hille-Unterlübbe

    Foto: Friederike Niemeyer
  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe (von links): Landrätin Anna Bölling, Hans-Joerg Deichholz, Anke Richter-Scheer, Michael Schäfer Michael Schweiß

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  • Impfzentrum Kreis Hille-Unterlübbe (von links): Michael Schäfer, Anna Bölling, Hans-Joerg Deichholz Anke Richter-Scheer

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe: Anke Richter-Scheer und Michael Schäfer

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe

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  • ImpfzentrumHille-Unterlübbe Besichtigung

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe: Hilles Bürgermeister Michael Schweiß (Mitte)

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe: Krisenstab Kreisgesundheitsamt

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe

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  • Impfzentrum Hille-Unterlübbe

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In der Sporthalle, Heimat der HSG Eickhorst-Unterlübbe-Rothenuffeln, weist noch die elektronische Ergebnistafel auf den Sportbetrieb hin, der hier bis Ende Oktober herrschte. Jetzt liegen Metallleisten und Kabel auf dem Boden, Trennwände sind aufgebaut, Markierungen auf den Boden geklebt. Messebauer sind am Werk. Denn auf dem Spielfeld entsteht gerade das Herz des Impfzentrums, sechs so genannte Impfstraßen, durch die die Menschen geleitet werden: mit Aufklärung, der eigentlichen Impfung und weiterer medizinischer Betreuung. Zunächst sollen drei Straßen parallel laufen, später nach drei Wochen dann alle sechs. Dann kommen nämlich die Zweitimpfungen derjenigen dazu, die gleich zu Beginn an der Reihe waren.

Wobei es keineswegs eine Akkord-Abfertigung geben wird, betont die ärztliche Leiterin des Zentrums, Dr. Anke Richter-Scheer. „Alles soll in Ruhe ablaufen“, sagt die Vertreterin von Kassenärztlicher Vereinigung und heimischem Hausärztebund. Alles in allem müssten die Impflinge inklusive Wartezeiten eine Stunde Aufenthaltsdauer einrechnen. Der Kern der Impfung soll in etwa zehn Minuten über die Bühne gehen, sagt Hans-Joerg Deichholz, Leiter des Kreis-Sozial- und Gesundheitsamtes. Er lobt die guten Voraussetzungen dieses Standortes für die Aufgabe. „Die Halle ist nicht zu groß und nicht zu klein.“ Viele Dankesworte hört Hilles Bürgermeister Michael Schweiß, der vor Ort einiges zu schultern hat, damit das Impfzentrum verkehrlich gut angebunden ist und von den Anwohnern akzeptiert wird. Er betont aber die Notwendigkeit dieses Projekts: „Die Impfung kann helfen, schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern.“

Dennoch ist vieles noch unklar: etwa wann der Impfstoff tatsächlich bereit steht, wie viele Menschen aus den Risikogruppen im Zentrum und wie viele von den mobilen Impfteams versorgt werden, und in welcher Zahl überhaupt die Menschen kommen. „Das alles ist eine große Herausforderung“, sagt Hans-Joerg Deichholz. „Es wird bestimmt Dinge geben, die nicht laufen. Da bitten wir schon jetzt um Verständnis. Das ist im Grunde ein riesiger Versuch.“ Auch Landrätin Anna Bölling verweist darauf, dass sich die Rahmenbedingungen ständig ändern. So ist etwa auch noch unklar, wie viel das Impfzentrum kosten wird und wie genau die Finanzierung laufen soll. „Wir Landräte haben beim Land bereits eingefordert, dass diese Kosten übernommen werden.“

Vor dem Impfzentrum wird noch gebuddelt.

Vor dem Impfzentrum wird noch gebuddelt. Foto: Friederike Niemeyer

Fest steht aber bereits, dass zunächst die so genannten Risikogruppen zum Impfen eingeladen werden. Jeder bekommt einen Termin, beziehungsweise einen Doppel-Termin inklusive Zweitimpfung. Wer unangemeldet zum Impfzentrum kommt, hat keine Chance.

Michael Schäfer, als Leiter des Katastrophenschutzes im Kreis ebenfalls Mitglied des Corona-Krisenstabes und am Aufbau des Impfzentrums beteiligt, erläutert den Laufweg, den jeder Ankömmling nehmen wird, natürlich in Einbahnstraßen-Regelung: von den Parkplätzen ins Foyer, wo am Empfang die Krankenkarte eingelesen wird und ein Laufzettel ausgegeben wird, geht es in die Halle und über die Tribüne und eine eigens eingebaute Rampe zu den sechs Impfstraßen. Nach der Impfung soll jeder einige Zeit abwarten, bevor er durch die bisherige Notausgangstür nach draußen gelangt. Sanitäter und Ärzte stehen bereits, falls jemand über Unwohlsein klagt.

Landrätin Anna Bölling, Hans-Joerg Deichholz, Anke Richter-Scheer, Michael Schäfer und Michael Schweiß (von links) gewähren einen Blick ins neue Impfzentrum.

Landrätin Anna Bölling, Hans-Joerg Deichholz, Anke Richter-Scheer, Michael Schäfer und Michael Schweiß (von links) gewähren einen Blick ins neue Impfzentrum. Foto: Friederike Niemeyer

Der Impfstoff wird für ganz NRW voraussichtlich in Düsseldorf gelagert. Bekanntlich muss er bei minus 70 Grad gekühlt werden. Für den Kreis Minden-Lübbecke werden dann immer die benötigten Mengen abgeholt und ins gut bewachte Impfzentrum gebracht. „Der Impfstoff ist bei zwei bis acht Grad etwa fünf Tage haltbar“, erläutert der Dezernent die Kühlung vor Ort. Im Wesling-Klinikum soll es voraussichtlich ein Zwischenlager geben. Wie Dr. Anke Richter-Scheer sagt, stellt der Impfstoff vor allem dann hohe Anforderung an die Mitarbeiter dar, wenn er in kleinen Dosen portioniert und schließlich in die Spritze aufgezogen ist. „Da darf nicht mehr geschüttelt werden“, sagt die Ärztin.

Wegen solcher Besonderheiten des neuen Impfstoffs hält sie es auch für absolut richtig, dass zunächst die Impfzentren am Zug sind. Im Einsatz in Unterlübbe seien Haus- und Fachärzte, Medizinische Fachangestellte und Krankenschwestern sowie Medizinstudenten, Apotheker und Pharmazeutisch-technische Angestellte, die sich schon in großer Zahl gemeldet hätten. Außerdem werden Kreis-Mitarbeiter und das DRK Hille Aufgaben übernehmen, sagte Michael Schäfer.

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