Christa und Hans-Joachim von der Ahe feiern ihre Gnadenhochzeit
70 Jahre und immer noch „Remmi-Demmi“

Lübbecke -

Seinen 70. Hochzeitstag feiert ein Jubelpaar aus Lübbecke

Dienstag, 08.12.2020, 02:00 Uhr
Christa und Hans-Joachim von der Ahe gaben sich vor 70 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern das Jawort. Foto: Ria Stübing

Den Tag ihrer Gnadenhochzeit haben sich Christa und Hans-Joachim von der Ahe aus Lübbecke ganz anders vorgestellt: Wie bereits vor fünf Jahren, als sie ihren 65. Hochzeitstag feierten, sollte auch der 70. Hochzeitstag wieder bei Borchard tüchtig gefeiert werden. Aber in diesem Jahr läuft vieles anders als geplant.

„Wir waren mutig und haben vor fünf Jahren gleich wieder für die Feier in diesem Jahr vorbestellt“, berichtet Hans-Joachim von der Ahe. Seine Frau, deren Feier zum 90. Geburtstag im April bereits der Pandemie zum Opfer fiel, bekräftigt, dass sie noch einmal richtig „Remmi-Demmi“ machen wollten. Tatsächlich hätten sie bei der Eisernen Hochzeit noch eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt. Auf dem Tanzboden haben sich die beiden Jubilare übrigens seinerzeit, anno 1948, kennengelernt. „Wir hatten ja sonst nichts“, berichtet der pensionierte Lehrer, der seine Angebetete fortan regelmäßig die acht Kilometer von seinem zu ihrem Wohnort zu Fuß abholte, um sie nach dem Tanz selbstverständlich auch wieder zurückzubringen.

In Mecklenburg-Vorpommern, Kreis Demmin, sind sich die Eheleute zum ersten Mal begegnet. Der heute 92-Jährige, dessen Großvater einst ein Kolonialwarengeschäft mit Bäckerei in Gehlenbeck betrieb und nach einigen Jahren in Posen in der Region einen Bauernhof übernahm, wuchs mit fünf Geschwistern auf.

Seine Gattin stammt ursprünglich aus Danzig. Ihr Vater fiel bereits 1941, der einzige Bruder wurde als 17-Jähriger im November 1944 eingezogen. Seinen letzten Brief, datiert im Februar 1945, verwahrt die 90-Jährige heute noch sorgsam. Am Tag ihrer Notkonfirmation, dem 30. Januar 1945, sollte sie mit ihrer Mutter eigentlich Ostpreußen verlassen. Dass die Mutter sich gegen diese Reise mit der „Wilhelm Gustloff“ entschied, rettete beiden das Leben.

Es folgte eine schlimme Zeit, an deren Schrecken sich Christa von der Ahe bis heute lebhaft erinnert. Eingepfercht in verplombten Viehwaggons ging es schließlich über Frankfurt/Oder nach Berlin und von dort an den abgelegenen Flecken in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie schließlich auf ihren späteren Ehemann traf.

Die Hochzeit fand am 8. Dezember 1950 statt und bei frostigem Wetter ging es mit der Kutsche durch den Wald zum Standesamt. „Es war wie im Märchen, überall Raureif auf den Tannen längs des Weges“, erinnert sich die Braut von damals an den traumhaften Ausblick, der sich dem Brautpaar unterwegs bot.

„Und dieser Traum hat 70 Jahre gehalten“ freuen sich die zwei, die sich einig sind: „Wir zanken uns nicht, wir führen eine gute Ehe.“ In Mecklenburg-Vorpommern wurden 1952 und 1953 die ersten beiden Söhne des Paares geboren.

Hans-Werner von der Ahe war als Lehrer tätig. „Außer Religion, Musik und Englisch habe ich alles unterrichtet“, erinnert er sich an seine insgesamt 45 Berufsjahre. 1954/55 ließ sich Christa von der Ahe in der Abendfachschule zur Gemeindeschwester ausbilden und war als solche tätig, bis die junge Familie Pfingsten 1961, nur wenige Monate vor dem Mauerbau, die DDR verließ. „Wir haben alles hinter uns gelassen. Den Trabi, den wir erst ein Jahr hatten, haben wir vor der S-Bahn-Station Friedrichstraße einfach stehen lassen“, erinnern sie sich. Seine erste Stelle als Lehrer im Westen trat von der Ahe in Holzhausen an, ab 1972 war er an der Hauptschule am Wiehenweg in Lübbecke tätig.

Die mittlerweile fünfköpfige Familie – Sohn Nummer drei kam im Jahr 1965 zur Welt - bezog zeitgleich das Haus im Eckerngarten, welches das Jubelpaar noch heute sein Heim nennt. Die drei Söhne leben in Detmold, Ellwangen(Jagst)/Baden Württemberg und Vahlbruch (Niedersachsen), sechs Enkelkinder und vier Urenkel komplettieren die Familie.

Nach dem Abendgebet um 18 Uhr in der St. Andreas- Kirche wird es eine Einsegnung durch Pfarrer Eberhard Helling geben und auch Kantor Heinz-Hermann Grube hat seine Unterstützung an der Orgel zugesagt, um dem Jubelpaar zu seinem besonderen Ehejubiläum eine Freude zu machen. „Nun danket alle Gott haben wir uns gewünscht“, berichtet Christa von der Ahe und freut sich mit ihrem Ehemann, dass die drei Söhne ihre Teilnahme an dem Gottesdienst zugesagt haben.

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