Corona-Schnelltest im Alten- und Pflegeheim am Kirchplatz
Die Besuche können weitergehen

Lübbecke -

Trotz einiger positiv auf Covid-19 getesteter Bewohner und Mitarbeiter in der vergangenen Woche sind Besuche im Alten- und Pflegeheim am Kirchplatz in Lübbecke weiterhin möglich. Grund dafür sind die dort eingesetzten Antigen-Schnelltests.

Samstag, 05.12.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2020, 13:40 Uhr
Im Alten- und Pflegeheim am Kirchplatz in Lübbecke können trotz mehrerer Corona-Fälle weiter Besucher empfangen werden. Möglich macht dies der Antigen-Schnelltest. Foto: Diakonie Kirchenkreis Lübbecke

Lutz Schäfer, Geschäftsführer der Diakonie, die das Heim betreibt, lobt die Schnelltests: „Sie sind eine große Hilfe, weil wir in die Lage versetzt wurden, selbst aktiv zu werden.“

Relativ rasch nach Inkrafttreten der neuen Testverordnung Mitte Oktober konnte auch die Diakonie Lübbecke mit dem Einsatz beginnen. „Wir hatten früh mit Hilfe einer Einkaufsgemeinschaft 5000 Tests gekauft, mit denen wir jetzt arbeiten können“, erläuterte Schäfer.

Rasch Sicherheit

Positiv sei auch, dass nun rasch Sicherheit herrsche, ob ein Mitarbeiter mit Erkältungssymptomen infiziert sei oder nicht. Bisher musste er in Quarantäne gehen. Das ist jetzt bei negativem Antigen-Schnelltestergebnis nicht mehr notwendig. „Es ergänzt unsere ganz normale Routine, die inzwischen greift, wenn jemand die Heime betritt: Fieber messen, nach Erkältungssymptomen fragen und Personalien erfassen“, berichtet Lutz Schäfer. Das gilt für die 170 Mitarbeiter in den Diakonieheimen in Lübbecke genauso wie für Therapeuten, Lieferanten oder Handwerker.

Zunächst musste aber ein Testkonzept erarbeitet und vom Kreis genehmigt werden. Für das Matthäusheim und das Haus am Kirchplatz gilt, dass die Mitarbeiter einmal die Woche getestet werden, Bewohner bei Verdacht und jeder Besucher ebenfalls einmal die Woche. Eine ähnliche Regel gilt für Mitarbeiter und Klienten in der ambulanten Pflege.

Geschultes Personal

Um die Tests durchführen zu dürfen, ist eine hygienische Umgebung in einem entsprechenden Raum notwendig, dazu Schutzkleidung für die Tester und geschultes Personal. Auch erfordert die gesamte Prozedur Zeit: vom Anlegen der Schutzausrüstung über das Vorbereiten der Testtinktur und den eigentlichen Abstrich bis zum 15 Minuten Abwarten und Dokumentieren des Ergebnisses.

Die Allgemeinverfügung sieht vor, dass nur geschulte Personen mit medizinischen Kenntnissen diese Antigen-Schnelltests vornehmen dürfen – eine rechtliche Vorgabe, die mit der speziellen Zulassung dieser Testform zusammenhängt. Bei Pflegekräften sind die Voraussetzungen erfüllt. „Unser Betriebsarzt hat unsere Mitarbeiter geschult und die sind dann wiederum in der Lage, andere zu schulen“, sagt der Diakonie-Geschäftsführer. „Unser Problem ist aber, dass unsere Mitarbeiter eigentlich etwas anderes zu tun haben. Und der Markt ist leer gefegt.“ Der Fachkräftemangel in der Pflege ist ja bekannt.

Festgelegte Zeiten

Schäfer berichtet, dass die Diakonie versucht habe, für das Testen stundenweise Ehemalige zu gewinnen. Doch die Rentner gehören ja selbst zur Risikogruppe und wollen sich gerade dieser zwar nicht so anstrengenden, aber potenziell mit hohem Ansteckungsrisiko behafteten Aufgabe nicht widmen. Doch aus Personalgründen den Bewohnern den so wichtigen persönlichen Kontakt zu ihren Lieben zu verwehren, das kam für die Lübbecker Diakonie nicht in Frage. Schäfer: „Wir haben uns dann entschieden, dass wir aus der Führungsmannschaft, die wir ja auch zumeist eine pflegerische Ausbildung haben, diese Testungen machen.“

Und so können wochentags zu festgelegten Zeiten aber auch am Wochenende zwischen 14 und 17 Uhr Besucher einen Abstrich machen lassen. Nach 15 Minuten ist das Ergebnis da. Bis jetzt sei der Andrang auf diese neue Methode für mehr Sicherheit in der Corona-Pandemie beherrschbar, sagt Schäfer. „Es gibt keine Warteschlangen. Und bisher hatten wir auch noch keinen positiven Test bei den Besuchern.“

Finanzierung knapp

Die Finanzierung der Tests sei knapp, sagt der Diakonie-Geschäftsführer. Etwa 7 Euro werden erstattet, pro Bewohner werden inzwischen maximal 30 Tests übernommen, anfangs waren es maximal 20. Das hört sich viel an, damit müssen aber nicht nur die Bewohner selbst und ihre Besucher versorgt werden, sondern auch die Mitarbeiter. Außerdem müssten die Träger finanziell in Vorleistung gehen. Im Dezember werde erstmals abgerechnet, irgendwann später komme dann die Erstattung. Das könne für kleine Träger schwierig werden.

Wann die neuen Impfstoffe auch die Situation in den Altenheimen normalisieren werden, kann Lutz Schäfer noch nicht abschätzen. „Es sind noch viele Fragen offen“, meint er vor allem mit Blick auf die mobilen Impfungen für Heimbewohner. Die sollen zwar relativ früh an die Reihe kommen – aber wie?, fragt Schäfer. „Man kann ja nicht einfach reingehen zu den alten Menschen und losimpfen.“ Viele gerade der dementiell erkrankten Bewohner hätten Angst, wenn vermummte Unbekannte ihn ihre Zimmer kommen. Das habe man bei den Testungen erlebt.

„Gut wäre es, wenn das die Hausärzte übernehmen könnten. Zu denen ist bereits ein Vertrauensverhältnis da“, regt Lutz Schäfer an. Außerdem müsse bedacht werden, dass es Impfskepsis auch unter Bewohnern und Mitarbeitern gebe.

Die Prognose des Geschäftsführers: „Ich gehe davon aus, dass uns das Testen noch lange begleiten wird.“

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