Stadt sieht für Hilfsaktion aufgrund der neuen Corona-Schutzverordnung keine Genehmigungsmöglichkeit
Lübbecker „Weihnachtszauber“ in Gefahr

Lübbecke (kk/aha) -

Unter dem Motto „Weihnachtszauber“ soll auf der 250 Quadratmeter großen Wiese in Lübbecke an der Ecke zum Eikeweg ein Winterwald entstehen. Doch ob die Aktion noch ausgerichtet werden kann, erst recht als Präsenzveranstaltung, ist mehr als fraglich.

Freitag, 04.12.2020, 01:50 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 02:01 Uhr
Mike Lammers ist weiter davon überzeugt, den Kindern Freude bereiten zu können. Foto: Götz

Organisator Mike Lammers wendet sich mit der Aktion – ein Hygienekonzept einschließend – vor allem an sozial benachteiligte Kinder aus dem Kreis Minden-Lübbecke und will ihnen damit am 19. Dezember Vorfreude aufs Fest machen .

Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte Stadtsprecher Andreas Püfke am Donnerstag jedoch, dass die Veranstaltung auch nach der Abstimmung mit dem Kreis nicht stattfinden könne. Die Stadt stehe diesbezüglich schon seit längerem im Austausch mit Mike Lammers und habe ihm mitgeteilt, dass man eine Entscheidung fällen werde, wenn eine neue Corona-Schutzverordnung vorliege. Das sei seit dem 30. November der Fall. Die Vorgaben für Veranstaltungen seien sogar verschärft worden. „Wir sehen keinen Spielraum, die Aktion zu genehmigen. Wir bedauern das, denn zu einem Charity-Projekt sagt man ungern Nein“, so Püfke. Der Organisator werde einen Bescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung erhalten, gegen den er klagen könne. Die Verwaltung werde Mike Lammers aber zum Gespräch einladen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. „Vielleicht lässt sich die Veranstaltung digital ausrichten.“

 

Mike Lammers selbst ist derweil nach wie vor fest davon überzeugt, dass er mit der Aktion einigen Kindern ein schönes Weihnachtsfest bescheren wird können. „Wir laden an diesem Tag die Familien einzeln ein. Sie kommen auf das Gelände und können draußen im Freien in einem halbstündigen Abstand voneinander die Atmosphäre genießen“, sagt er. „Da kann keiner was gegen sagen.“ Wenn es so organisiert sei, könne man es gar nicht wirklich als Veranstaltung bezeichnen. Es entstünden zudem keine langen Warteschlangen.

Das ursprüngliche Konzept, nach dem er einen sechstägigen Markt veranstalten wollte, bei dem Spenden für de Kinder zusammenkommen sollten, habe er längst verworfen und corona-konform umgeplant. „Es wollten eigentlich Bands auftreten, die ihre Gage auch gespendet hätten“, sagt er (wir berichteten). „Nun bleibt davon vielleicht noch, dass eine Märchenerzählerin und ein Weihnachtsmann in Aktion treten – mit Abstand von vier Metern und durch Plexiglas von den Besuchern getrennt.“ Lammers ist überzeugt: „Im kompletten Alltag – in der Schule, im Kindergarten, bei der Arbeit oder beim Einkaufen – sind die Familien gefährdeter als bei unserem Weihnachtszauber.“

Deshalb gibt er die Hoffnung nicht auf und die Aufbauten am Wiehenweg sollen auf jeden Fall weitergehen. Am Wochenende sollen weitere Tannenbäume und große Leinwände installiert werden. „Wir haben bei den Vorbereitungen schon so viele Hürden genommen. Jetzt lassen wir uns nicht davon abbringen.“ Er habe schon so manche schlaflose Nacht wegen der Hindernisse gehabt. „Bisher haben sie sich alle in Luft aufgelöst.“ Nun hofft Mike Lammers, auch die letzte Genehmigungshürde nehmen zu können: „Zur Not werde ich die Genehmigung sogar einklagen, mit einem Eilverfahren.“

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