Hilfe bei Nachverfolgung von Corona-Kontaktpersonen – Fallzahlen steigen
Soldaten unterstützen den Krisenstab

Lübbecke/Minden (WB). Die Zahl an bundesweiten Corona-Neuinfektionen steigt seit Mitte Oktober wieder stark an. Wie in der vergangenen Woche angekündigt, hat auch der Kreis Minden-Lübbecke Unterstützung durch die Bundeswehr angefordert.

Mittwoch, 04.11.2020, 17:36 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 17:38 Uhr
Landrätin Anna Katharina Bölling (vorne rechts) und Kreisdirektorin Cornelia Schöder (vorne links), Leiterin des Krisenstabs, begrüßen die Soldaten der Bundeswehr am Kreishaus.

Das Kreisgesundheitsamt kann die so wichtige Kontaktpersonennachverfolgung nicht mehr mit eigenen Kräften gewährleisten. Jetzt bekommen die Mitarbeitenden Verstärkung von zehn Soldaten der Bundeswehr, die Landrätin Anna Katharina Bölling und die Leiterin des Krisenstabs Cornelia Schöder gemeinsam mit dem kommissarischen Leiter des Kreisverbindungskommandos (KVK) Minden-Lübbecke Oberstleutnant Tom-Oliver Langer und dem Kommandeur des Panzerpionierbataillon 130 Oberstleutnant Dr. Stefan Klein am Kreishaus in Minden offiziell begrüßt haben.

„Hilfe ist mehr als willkommen“

„Ihre Hilfe ist mehr als willkommen“, sagte Landrätin Anna Katharina Bölling. „Die Zahlen sind erdrückend, die Last ist alleine mit den Möglichkeiten der Kreisverwaltung nicht mehr zu bewältigen. Mit Ihrer Unterstützung leisten Sie einen wichtigen Beitrag für die momentan so wichtige Kontaktpersonennachverfolgung.“

Das Landeskommando Nordrhein-Westfalen (LKdo NW) hat auf Antrag des Krisenstabes Minden-Lübbecke die Amtshilfe und die damit einhergehende Abstellung der Soldaten koordiniert. Vor Ort hat das Kreisverbindungskommando Minden-Lübbecke dazu beratend und unterstützend dem Krisenstab zur Seite gestanden. Die Zusammenarbeit ist zentraler Bestandteil des Auftrages des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen. Artikel 35 des Grundgesetzes regelt Rechts- und Amtshilfe von Behörden des Bundes und der Länder, insbesondere zur Hilfeleistung bei Naturkatas­trophen, besonders schweren Unglücksfällen oder jetzt der Corona-Pandemie.

Die Soldaten vor Ort setzen sich je zur Hälfte aus aktiven Soldaten der Herzog-von Braunschweig-Kaserne in Minden (PzPiBtl 130) und Reservisten aus dem heimischen Raum zusammen. Anfang der Woche gab es eine Schulung und Einweisung in den Aufgabenbereich. Seit Mittwoch sind die Soldaten in die Kontaktpersonennachverfolgung des Gesundheitsamtes eingebunden. Der Einsatz ist zunächst für einen Monat geplant.

Inzidenzwert steigt weiter

Die Zahl der Corona-Fälle im Mühlenkreis steigt weiter stetig, der Wocheninzidenzwert liegt jetzt bei 149,5 (Vortag 146,6). Insgesamt sind im Augenblick 742 akute Fälle (Vortag 670) gemeldet. Auf die Kommunen verteilt bedeutet das: Bad Oeynhausen 78 (+4), Espelkamp 117 (+12), Hille 23 (+-0), Hüllhorst 25 (+-0), Lübbecke 79 (+9), Minden 190 (+19), Petershagen 25 (+2), Porta Westfalica 47 (+1), Preußisch Oldendorf 70 (+10), Rahden 39 (+1) und Stemwede 49 (+14).

Die Mühlenkreiskliniken behandeln aktuell 32 Covid-Patientinnen und Patienten, davon vier auf der Intensivstation. Ein/e Patient/in wird beatmet. Drei Patienten sind in intensivmedizinischer Behandlung im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, einer befindet sich auf der Normalstation.

Beratungsanfragen können im Gesundheitsamt momentan nicht beantwortet werden. Die Bürger werden daher gebeten, die umfassenden Informationen im Internet unter www.minden-luebbecke.de zu nutzen.

 

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