33-Jähriger soll Tankstelle in Lübbecke überfallen haben
Prozessauftakt vertagt

Lübbecke/Espelkamp (WB/stl). Der Überfall auf die Oil-Tankstelle im Lübbecker Ortsteil Nettelstedt im Dezember 2019 hat ein gerichtliches Nachspiel. Seit Donnerstag sollte sich ein 33-jähriger Mann aus Espelkamp vor der 20. Strafkammer des Bielefelder Landgerichts wegen des Verdachts des schweren Raubes verantworten.

Donnerstag, 08.10.2020, 15:06 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 15:48 Uhr

Allerdings hatte die Verhandlung nicht einmal angefangen, da wurde sie schon verschoben. Der Angeklagte hatte sich krank gemeldet, wie Guiskard Eisenberg, Pressedezernent des Landgerichts, im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte. Prozessauftakt soll jetzt am Donnerstag, 22. Oktober, sein. Dieses Datum stand ohnehin als möglicher Fortsetzungstermin im Kalender.

540 Euro erbeutet

Der Mann aus Espelkamp soll am Donnerstagabend, 5. Dezember 2019, die Oil-Tankstelle an der Ravensberger Straße (B 65) in Nettelstedt überfallen und die Tageseinnahmen in Höhe von 540 Euro erbeutet haben. Nach Darstellung der Polizei betrat er gegen 20 Uhr vermummt und mit einer Schusswaffe in der Hand den Verkaufsraum. Er zwang die 19-jährige Angestellte zur Herausgabe des Bargelds, steckte die Beute in eine Plastiktüte und flüchtete. Das Opfer erlitt einen Schock. Mittlerweile geht es der jungen Frau aber wieder besser. Die Schusswaffe erwies sich im Nachhinein als eine geladene Schreckschusspistole, die aber von einer scharfen Waffe nicht zu unterscheiden gewesen sei, so die Staatsanwalt in ihrer Anklageschrift.

Die sofort eingeleitete Fahndung durch die Polizei, auch über die Medien, führte schon wenig später zum Erfolg. Aufmerksame Zeugen hatten den ermittelnden Beamten noch am Abend nach dem Überfall die entscheidenden Hinweise gegeben, die letztlich zur vorläufigen Festnahme des Verdächtigen führten.

Vorwurf: schwerer Raub

Zuvor hatte sich der Mann bei der Polizeiwache in Espelkamp gemeldet, nachdem ihm laut eigenem Bekunden zu Ohren gekommen sei, dass nach ihm gefahndet würde. Hier gab er sich ahnungslos und wollte von einem Überfall nichts wissen. Erst später räumte er die Tat ein. Als Grund gab er an, in eine finanzielle Notlage geraten zu sein. Der heute 33-Jährige ist bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Er kam deshalb im Dezember nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß – wegen fehlender Haftgründe, wie es hieß.

Schwerer Raub zieht laut Paragraph 250 des Strafgesetzbuchs eine Freiheitsstrafe von nicht unter drei Jahren nach sich. Sollte das Gericht einen sogenannten minder schweren Fall feststellen, kann die Strafe auch darunter liegen.

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