„Lübbecker Lichter“ locken viele Besucher zum Late-Night-Shopping in die Innenstadt
Ein bisschen wie Weihnachten

Lübbecke (WB). Ganz entspannt schlendern Niko (8), Karina (8) und Charlie (3) um 20.45 Uhr noch mit ihren Familien durch die Lübbecker Innenstadt. Links ein gemustertes Gehwol-Gebäude, rechts beleuchtete Wasserspiele, hin zur bunten Krake. Die „Lübbecker Lichter“ kommen auch bei den Kindern bestens an Schon nach Hause und ins Bett? Nein, lieber noch ein bisschen weiter gucken, betteln die Kleinen. Kurz für ein Foto aufstellen – dann zu den nächsten Installationen, immer dem Licht nach. Hier und da ein Abstecher in die Geschäfte, vorbei an Bratwurst, Crêpes und gebrannten Mandeln.

Montag, 05.10.2020, 06:00 Uhr

Lübbecker Lichter

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  • Lübbecker Lichter
Foto: Joscha Westerkamp
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Am Freitagabend war „Late-Night-Shopping“ in der Innenstadt. Fast jedes Geschäft und Café hatte bis 21 Uhr geöffnet; in den Schaufenstern waren kleine stimmungsvolle Dekorationen aufgebaut. Disco-Licht hier, Lampions da, Kerzen vor dem nächsten. Größere – natürlich farbwechselnde – Beleuchtungsinstallationen, Licht- und Lasereffekte in der Langen Straße und die mit Lichterketten bestückten Ess-Buden verliehen dem Abend einen so besinnlichen Charakter, dass es schon fast ein bisschen an Weihnachten erinnerte. Schnell verfiel man in einen entspannten „Bummel“-Modus, der Corona für einen kurzen Moment fast vergessen ließ – zumindest, bis im nächsten Laden Desinfektionsmittel, Maskenpflicht und Mindestabstand (übrigens auch in den Schlangen vor den Buden) für die nötige Sicherheit sorgten.

Entspannt

Wer es lieber entspannt mochte, konnte es sich mit einem Cocktail im Außenbereich eines der vielen Cafés gemütlich machen, für alle anderen war das volle Programm in der Einkaufsstraße angesagt. Die befreundeten Familien von Niko, Karina und Charlie haben sich ganz klar für letzteres entschieden, schon mehr als eine Stunde liefen sie durch die Lange Straße. Und ihre Zwischenbilanz war überaus positiv. „Hier ist es einfach gemütlich“, sagte Mama Diana Avakienjan. Die Kinder hatten auch schon ihre Lieblings-Lichter gewählt: Niko mochte das beleuchtete Wasser am Eingang der Langen Straße, Karina und Charlie die bunten Laser.

Die Familien waren extra aus Bünde hergekommen – was vor allem aus einem Grund erstaunlich ist: Dort, in Bünde, war auch gerade das Late-Night-Shopping. „Das stimmt“, sagt Diana und lacht, „aber die ‚Late Night‘ dort leuchtet nicht!“ Mit ihrer Entscheidung, nach Lübbecke zu fahren, scheinen sie nicht die einzigen zu sein. Die Innenstadt füllte sich nach Sonnenuntergang immer mehr, zum Abend hin war eine Besucherdichte erreicht, mit der die Organisatoren zu Corona-Zeiten mehr als zufrieden sein konnten.

Gutes Wetter

Dieser Meinung war auch Andreas Oelschläger, Inhaber der Bücherstube und Mitglied des Lenkungskreises von „Lübbecke Marketing“, der das Late-Night-Shopping organisiert hat. „Ich freue mich vor allem für die Gastronomen, die bei dem schönen Wetter noch einmal die Außengastronomie beleben können“, sagt Oelschläger. Für die Kleidungsgeschäfte sei jetzt ein guter Zeitpunkt für die aktuelle Herbstmode, andere könnten erste Weihnachtsgeschenke anbieten. „Mit Herbst und Winter stehen uns allen noch schwere Zeiten bevor. Heute können wir schon mal ein bisschen fürs Weihnachtsgeschäft testen.“

Besonders wichtig war es Lübbecke Marketing, dass es „ein sicheres Einkaufen“ gab. „Bis jetzt läuft hier alles sehr diszipliniert ab, die ‚AHA‘-Regeln funktionieren gut. Nur so kommen wir bestmöglich durch die schwierigen Zeiten.“ Der Gedanke des Late-Night-Shoppings mit Beleuchtung sei ihnen gekommen, nachdem ‚Verdi‘ „die verkaufsoffenen Sonntage zerschossen“ habe. „Wir hoffen, dass die Leute merken, dass es lokal ja auch noch ganz schön sein kann.“

Veranstaltungstechnik

Jeder Einzelhandel habe selbst kleine Installationen für den Abend aufgestellt. Die größeren Lichter und Aufbauten stammten vom Stemweder Eventservice LSM und von Wolfgang Hellmeier („Hire Sound & Light“). „Veranstaltungstechniker leiden auch unter der Krise“, sagte Andreas Oelschläger, „da freuen wir uns, sie mit einem Auftrag unterstützen zu können.“

Dann verriet er: In seiner Rolle als Inhaber der Bücherstube könne er aktuell tatsächlich „ganz zufrieden“ sein. „Wir merken, dass der Verkauf im Moment mehr wird. Wenn die Leute nicht in den Urlaub können, wollen sie es sich gemütlich machen und in ein gutes Buch abtauchen.“ Besonders beliebt sei gerade Unterhaltung fürs Herz, Debatten-Bücher und Ratgeber – der Krimi-Konsum hingegen sei zurückgegangen. „Vermutlich haben die Leute schon so genügend Spannung.“

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