Schneeballsystem: Lübbecker soll Millionen ergaunert haben
Betrug im ganz großen Stil

Lübbecke (WB). Mehr als acht Millionen Euro soll ein 59-jähriger Lübbecker mit einem ausgeklügelten Betrugsmodell gutgläubigen Anlegern abgenommen haben. Sie erhofften sich Einnahmen aus Geschäften mit Blockheizkraftwerken und Solarmodulen.

Mittwoch, 16.09.2020, 05:00 Uhr
Mit Solarmodulen soll der Angeklagte betrogen haben.

Thomas H. muss sich nun seit Dienstag vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm mehr als 200 Betrugsfälle in fünf Jahren zur Last. Angenommenes Motiv: rücksichtsloses Gewinnstreben. Gegen die Ehefrau, angeblich Komplizin von Thomas H., läuft ein gesondertes Verfahren.

Der Lübbecker war laut Anklageschrift Geschäftsführer der beiden Firmen EW Energy world 24 und Astom Energy Systems. Von seinen Büros in Bad Oeynhausen und Löhne aus soll er über ahnungslose Vermittler Kunden für Anlagegeschäfte geworben haben. Bei der Firma EW ging es demnach für Anleger darum, Blockheizkraftwerke zu kaufen und an den vermeintlichen Betreiber EW gewinnbringend zu verpachten. Astom verkaufte vorgeblich Solarmodule, um sie vom Vertragspartner zurückzumieten. Doch weder der Betrieb von Blockheizkraftwerken noch der Bau von großen Solaranlagen in Italien soll jemals beabsichtigt gewesen sein. Vielmehr soll Thomas H. mit dem Geld der Anleger ein Schneeballsystem aufgezogen haben: Aus den neuen Kundeneinlagen sollen zunächst noch die vereinbarten Pachtzinsen gezahlt worden sein, 2,6 Millionen Euro soll der Lübbecker privat verbraucht haben. Die Geschädigten erlitten am Ende Verluste von 4,6 Millionen Euro. Auch die 2015 unumgängliche Insolvenz der beiden Firmen soll Thomas H. verschleppt haben. Prozess-Fortsetzung: 1. Oktober.

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