„100 Jahre Lübbecker Wanderbuch“: Stadtführer geleiten durchs Wiehengebirge
Alte Wanderziele neu entdeckt

Lübbecke (WB/ria). Vor 100 Jahren hat er das „Lübbecker Wanderbuch“ verfasst und herausgegeben, um den Fremdenverkehr in der Stadt anzukurbeln. Auf den Spuren von Richard Schmolze machte sich am Samstag eine Gruppe wanderlustiger Zeitgenossen auf den Weg ins Wiehengebirge.

Mittwoch, 02.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 06:02 Uhr
Geführt von den beiden Stadtführerinnen Erika Müller (links) und Ursula Karic (Zweite von rechts) begab sich die Gruppe auf die Spuren der Wandervogelbewegung. Foto: Ria Stübing

Vom Parkplatz am Waldsportplatz aus nahmen die beiden Stadtführerinnen Ursula Karic und Erika Müller die Teilnehmer mit auf eine Reise in die Vergangenheit, auf die Spuren der Wandervogelbewegung. „Wir haben schon an drei oder vier Stadtführungen in Lübbecke teilgenommen und immer etwas Interessantes erfahren”, sagte Siegfried Meier aus Gehlenbeck, der in Begleitung seiner Frau Ulrike war. Die etwa zweistündige Tour führte hinauf zum Kammweg, vorbei am einstigen Standort der Reineburg. Nach einer Rast am großen Stein ging es zu der Stelle, an der einmal eine Wanderhütte zum Übernachten einlud, vorbei an der alten Rodelbahn wieder zurück zum Ausgangspunkt des Ausflugs.

33 Wanderziele

33 verschiedene Wanderziele hatte Studienassessor Schmolze in dem Band vorgestellt und sogar eine Übersicht der im Wanderbuch berührten Bahnstrecken mit aufgenommen, in die der Nutzer die jeweils gültigen Fahrzeiten eintragen konnte. Überdies enthielt das Buch, das die Druckerei Werneburg verlegte, Werbung für kulturelle Veranstaltungen in Lübbecke. Auf Seite 3 erfuhren die Leser: „Auch Unterhaltungen bietet Lübbecke in nicht geringer Zahl. Durchschnittlich finden jeden Sonntag in dem neuzeitlich stilvollen Saal oder im Garten des Hotels ‚Bürgerpark‘ und im landschaftlich herrlich gelegenen Schützenhaus Militärkonzerte statt.“ Ferner wurden Schauspiele, bunte Abende, klassische Konzerte sowie Kinovorführungen angepriesen. Und das Hotel Deutsches Haus warb mit dem Wortlaut: „Erstes, größtes und bestbesuchtes Haus am Platze…elektrisches Licht, Zentralheizung, anerkannt gute Küche“.

Bewirkten Wanderbuch und Rodelbahn letztlich auch keine messbare Steigerung des Fremdenverkehrs, gelang dieses im Jahr 1954 der Brauerei Barre mit der Stiftung des Bierbrunnens und der Durchführung des alljährlichen Bierbrunnenfestes: Bereits im ersten Jahr übertrafen die Besucherzahlen alle Erwartungen und es kamen sogar Busse mit Gästen aus Bremen.

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