Kulturring Lübbecke wendet drohende Insolvenz ab – zwei Ersatzstücke präsentiert
Corona ist ein Spielverderber

Lübbecke (WB). 20 Jahre Kulturring Lübbecke sollten eigentlich der Anlass für eine ganz besondere Theatersaison sein, doch Corona macht auch vor der Bühne nicht halt und hat dem Vorstand des Kulturring Lübbecke in den vergangenen Monaten viel Kopfzerbrechen bereitet. „Die vergangene Saison ist sehr gut gelaufen, die Besucherzahlen haben sich nach oben entwickelt“, berichtete Barbara Ramroth-Bode, Schatzmeisterin des Vereins, bei der Jahresversammlung. Wäre die letzte Veranstaltung nicht aufgrund des Lockdowns verschoben worden, hätte man das beste Ergebnis in der Geschichte des Kulturrings erzielen können. Insgesamt 4869 Besucher konnten in der Theatersaison 2019/2020 gezählt werden.

Dienstag, 01.09.2020, 06:00 Uhr
„Ich hasse Dich, heirate mich“ mit Manon Straché (von rechts), Sarah Matberg und Florian Battermann wird am 17. Oktober aufgeführt.

Dankbar

„Corona ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Spielverderber“, fuhr Ramroth-Bode mit Blick auf die kommende Saison fort. Da Stücke und Ensembles lange im Voraus eingekauft werden – und somit Verpflichtungen bestehen – nach den aktuellen Standards aber bei weitem nicht mehr die gewohnten Besucherzahlen zulässig sind, sah die Zukunft des Vereins ausgerechnet im Jubiläumsjahr düster aus. Um eine drohende Insolvenz abzuwenden, wandte sich der Vorstand mit einem Bittbrief an Bürgermeister Frank Haberbosch. Jutta Diekmann, als Vertreterin der Stadt Lübbecke Vorstandsmitglied, formulierte den entsprechenden Antrag auf Förderung für den Haupt- und Finanzausschuss. Im Ergebnis wurde dem Kulturring Lübbecke die maximale Förderung für diese Spielzeit bewilligt. „Wir sind sehr dankbar“, betonte Barbara Ramroth-Bode und hofft nun darauf, dass das Theaterangebot auch unter den veränderten Bedingungen gut angenommen wird.

Corona-Regeln

Für die größtmögliche Sicherheit beim Theaterbesuch wurde ein entsprechendes Konzept erarbeitet, welches die gezielte Führung der Besucher durch vier Eingänge der Stadthalle zu den entsprechenden vier Saaltüren leitet. Die Garderobe wird vor der jeweiligen Saaltür entgegengenommen, Getränke dürfen ausnahmsweise mit an den Platz genommen werden. So soll das Gedränge an der Theke, an der Garderobe oder im Eingangsbereich vermieden werden. Maximal 300 Zuschauer dürfen nach aktuellem Kenntnisstand im Saal Platz nehmen, die nicht zu belegenden Plätze werden mit liebevoll gestalteten Platzhaltern bestückt. Die Plätze werden beim Bestellvorgang personenbezogen vergeben und die Kontaktdaten eines jeden Theatergasts erfasst.

Nicht nur im Zuschauerraum, sondern auch auf der Bühne gelten die Corona-Regeln. „Nahes Spiel ist nur möglich, wenn die Protagonisten auch im wahren Leben eine Beziehung haben“, erläuterte Barbara Ramroth-Bode und verwies auf die Website des Vereins. Unter www.kulturring-luebbecke.de werden aktuelle Änderungen, sollten sie notwendig sein, stets zeitnah bekannt gegeben. „Änderungen sind möglich, aber nicht geplant“, heißt es im Theatermagazin.

Einige Änderungen stehen bereits fest: Die Kinder-Theaterstücke wurden gänzlich aus dem Programm genommen. Es konnte mit dem Theater Libori eine Sondervereinbarung getroffen werden, diese in der nächsten Spielzeit nachzuholen. Somit kann diese Honorarlast von der Förderung abgezogen werden. Zwei Theaterstücke mussten ersetzt werden und sollen ebenfalls in der folgenden Saison auf die Bühne der Stadthalle kommen. Es handelt sich um die Komödien „SMS für dich“, die am 17. Oktober auf dem Spielplan stand, und „Boeing, Boeing“ am 8. November.

Fallstricke des Alltags

Das Stück „Ich hasse Dich, heirate mich“ erzählt, ganz aktuell, von den Erlebnissen einer jungen, kürzlich von ihrem Freund verlassenen, Tanzlehrerin in Zeiten der Pandemie. Diese Komödie kommt am 17. Oktober nach Lübbecke und ist ein echtes Feuerwerk voller Tanzschritte, beschwingter Musik, Nachbarschaftsgeschichten und vieler Tipps, wie man einer Pandemie am besten mit jeder Menge Humor begegnen kann.

Die Fallstricke des Alltags, die eine Beziehung so schwer machen, nimmt die Comedy-Show „Darf ich noch auf eine Ohrfeige mit rauf kommen?“ aufs Korn. Held des Stückes ist Thomas, der nach drei Jahren Ehe von seiner Frau verlassen wird und sich mit Hilfe von Kontaktanzeigen auf eine rasante Berg- und Talfahrt der Gefühle katapultiert. Auf diesen witzigen Ausflug in die Welt von Partnerwahl und Beuteschema lädt die neue Londoner Comedyproduktion am 8. November in die Lübbecker Stadthalle ein.

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