Bürgermeisterkandidatin Kathrin Böhning stellt sich in Obermehnen vor
Ideen für Wandel in der Stadt

Lübbecke (WB/fn). Wahlkampf in Zeiten von Corona, das ist nicht so leicht. Wie schaffen es die Kandidaten, ihre Themen den Menschen nicht nur in Wort und Bild sondern auch persönlich und im Austausch näher zu bringen? Die „Ein Ohr für Lübbecke“-Tour von Kathrin Böhning soll eine Möglichkeit sein, die parteilose Bürgermeisterkandidatin von CDU und Grünen hautnah zu erleben.

Montag, 27.07.2020, 04:02 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 05:00 Uhr
Kathrin Böhning (Zweite von links) hat mit ihrer „Ein Ohr für Lübbecke“-Tour Station auf dem Kummerbrink gemacht. Unterstützt wird die Bürgermeisterkandidatin unter anderem von (von links) Gabi Rausch, Tochter Jaqueline, Siegfried Gutsche und Klaus-Jürgen Bernotat. CDU-Fraktionschef Bernotat war als Vorsitzender des Heimatvereins Babilonie Gastgeber. Foto: Friederike Niemeyer

Die erste Station bildete der Obermehner Kummerbrink. 30 Interessierte waren auf das idyllische Gelände gekommen, davon viele politisch Engagierte, aber nicht nur. Sie konnten von dem Abend nicht nur informellen Plausch beim Grillwürstchen erwarten, sondern auch viele Informationen über die Bürgermeisterkandidatin – und das gab es auch.

Wille zur Veränderung

Kathrin Böhning schilderte in etwa 60 Minuten ihren Werdegang (von der Kindheit in Kirchlengern über das BWL-Studium und Berufserfahrungen bei Kodak und Hettich bis zum Wechsel zur Naturheilkunde und Neuanfang in Lübbecke), erläuterte ihre politische Heimat (vom konservativen Elternhaus bis zu ersten Annäherungen an die Kommunalpolitik und das Engagement bei den Grünen) und stellte ihre Ideen für den Fall eines Wahlsiege s vor.

„Ich habe Mut und Vertrauen, alte Wege zu verlassen“, sagte Böhning. Die 57-Jährige hält einen grundlegenden Wandel in der Politik für dringend geboten. „Vieles ist in Lübbecke nicht gut gelaufen – für die Stadt und für die Bürger“, sagte sie. Bei wichtigen Projekten wie dem Westertor-Einkaufszentrum und dem Freibad Gehlenbeck seien Bürgerwille und Bürgermeinung nicht beachtet worden. Bei der Kommunalwahl am 13. Dezember gehe es um ein „Weiter so“ oder um einen Schnitt und den Versuch, die Dinge zu verändern, sagt die selbstständige Heilpraktikerin, die seit einiger Zeit regelmäßig die Sitzungen der politischen Gremien besucht.

Mehr Bürgerbeteiligung

Konkret möchte Kathrin Böhning die Bürgerbeteiligung durch Ideen- und Kommunalwerkstätten stärken, Bürgersprechstunden einführen und zum Fragerecht in Ratssitzungen ein Rederecht hinzufügen. Auch will sie die Sitzungszeit ändern, damit mehr Berufstätige und Frauen teilnehmen können. Böhning bringt zudem das Thema Internet-Livestream der Sitzungen wieder ins Gespräch, das bereits vor Jahren schon einmal von der CDU-Fraktion angeregt wurde.

Die Bürgermeisterkandidatin schlägt zudem einen Jugendbeirat für Lübbecke vor. „Junge Leute sind bei uns in der Stadt total hintenrüber gefallen“, sagt sie mit Verweis auf die Diskussionen um Zuschüsse für das Jugendzentrum am Markt und das Jugendbistro im Alten Amtsgericht.

Von Klimaschutz bis Wirtschaftsföderung

Beim Klimaschutz hält Böhning die von der Ratsmehrheit durchgesetzte Selbstverpflichtung der Stadt für zu wenig verbindlich. Auch beim ÖPNV müsse nachgebessert werden. Und es brauche dringend eine strategische Wirtschafts- und Standortförderung. Nicht nur ansässige Unternehmen sollten betreut werden, sondern auch junge Firmen akquiriert und kleine Firmen gefördert werden. Das seien die Arbeitgeber von morgen. „Dazu brauchen wir genügend Gewerbefläche. Es muss gefragt werden, wo noch Baulücken oder Brachen sind. Was kann auf der Fläche der alten Lieber-Werke passieren, was mit den Gerlach-Immobilien?“, regte Böhning an.

Weitere Themen auf der Agenda der Kandidatin: die ärztliche Versorgung, Polizeipräsenz, bessere Aufenthaltsqualität in der Innenstadt oder Quartiersentwicklung. Kathrin Böhning engagiert sich zudem für die Belange der Menschen mit Behinderung und fordert, dass die Stadt die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit stärker unterstützen sollte. „Der Runde Tisch ist super-engagiert, aber das ist Aufgabe der Stadt.“

Am 28. Juli geht es weiter

Eine Fragerunde gab es im Anschluss nicht, dafür die Gelegenheit, die Kandidatin direkt anzusprechen. Als nächstes lädt Kathrin Böhning in Blasheim zum „Ein Ohr für Lübbecke“-Termin ein: Beginn ist am Dienstag, 28. Juli, um 18.30 Uhr im Alten Spritzenhaus, Eikeler Straße 24.

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