Seniorenquartier an der Osnabrücker Straße in Lübbecke eröffnet bald seine Tagespflege
Neue Lockerungen in der Altenpflege

Lübbecke (WB). Dank der jüngsten Lockerungen der Corona-Regeln können Besucher seit dem 1. Juli ihre Angehörigen in Altenpflegeeinrichtungen ohne vorherige Anmeldung besuchen. „Das ist eine große Verbesserung“, sagt Maximilian Luthe, Standortleiter der Seniorenquartiers an der Osnabrücker Straße in Lübbecke. „Im Prinzip hat jetzt jeder die Möglichkeit, spontan seine Lieben bei uns zu besuchen.“ Im August eröffnet dort sogar eine neue Tagespflege.

Montag, 13.07.2020, 09:00 Uhr
Das junge Leitungsteam des Seniorenquartiers zeigt die neuen Räume: Pflegedienstleiterin Evelyn Prill (35 ) und Standortleiter Maximilian Luthe (28) freuen sich, dass das Angebot der Tagespflege voraussichtlich im August beginnen kann. Foto: Arndt Hoppe

Ohne Voranmeldung

Natürlich gelten dort – wie in allen Einrichtungen in NRW – weiterhin Regeln, um die Sicherheit der alten Menschen und des Personals zu gewährleisten, sagt Luthe. „Dazu gehört es, dass Besucher beim Betreten der Gebäude ihre Hände desinfizieren, ein Gesundheits-Check-Formular ausfüllen und in der Einrichtung jederzeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, erklärt Pflegedienstleiterin Evelyn Prill. Die 35-Jährige ist wie Maximilian Luthe (28) seit Mai am Lübbecker Standort der Unternehmensgruppe Emvia Living tätig, die zahlreiche Senioreneinrichtungen in mehreren Bundesländern betreibt.

Lob für das Gesundheitsamt

„Unsere Bewohner können wochentags von 8 bis 17 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr Besucher empfangen“, erklärt Maximilian Luthe weiter. „Das sind die Zeiten in denen unsere Verwaltung besetzt ist. Denn wir müssen natürlich Personal vorhalten, um die Einhaltung der Regeln im Blick zu haben.“ Allerdings hätten sich die Angehörigen immer vorbildlich verhalten. Deshalb kann Luthe berichten: „Zum Glück haben wir daher auch keine Corona-Fälle bei uns gehabt.“ Er lobt gleichzeitig das professionelle, hohe Niveau der Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und der WTG-Behörde (zuständig für Wohn- und Teilhabe-Gesetz, ehemals Heimaufsicht, Anm. der Red.). Als Beispiel dafür nennt er, dass das Gesundheitsamt mit einem „mobilen Abstrichteam“ kommt, wenn beim Einzug eines neuen Bewohners ein Corona-Test gemacht werden muss.

Verordnungen kurzfristig

„Was uns ein wenig Probleme bereitet, sind die sehr kurzfristigen Verordnungen. Sie kommen heute und gelten dann auch ab heute“, beschreibt Luthe seine Erfahrungen. Ein Beispiel dafür ist die neue Auflage, dass zusätzlich zu den Schutzmaßnahmen und der Registrierung jede Altenpflegeeinrichtung Infrarotthermometer haben muss, um die Temperatur der Besucher zu messen. „Diese Geräte haben wir noch nicht, haben das aber auch mit den Angehörigen bereits besprochen. Wir sind dankbar, dass sie viel Verständnis gezeigt haben“, sagt Luthe. Denn einerseits gebe es bei großen Unternehmen wie Emvia bestimmte Bestellabläufe. Andererseits seien die Thermometer aufgrund der aktuell großen Nachfrage nicht so leicht von heute auf morgen zu haben.

Neue Tagespflege ab August

Dank der aktuellen Regeln kann das Seniorenquartier den 1. August für die Eröffnung der neuen Tagespflege an der Pettenpohlstraße (also hinter dem Haupthaus an der Osnabrücker Straße) anpeilen. „Das Gebäude ist vor gut anderthalb Monaten fertig geworden. Und jetzt ist alles so gut wie bereit, um loszulegen – von der Ausstattung bis zum Personal“, berichtet der Standortleiter. Das Haus biete in großzügigen Räumen von montags bis freitags 21 Plätze für die Tagesbetreuung von Senioren. „Es gibt ein tolles Beschäftigungsprogramm für die Tagesgäste“, sagt Pflegedienstleiterin Evelin Prill. „Dafür stehen außer dem großen Gemeinschaftsraum und einer offenen Wohnküche auch mehrere Ruheräume mit vielen Sesseln und einigen Betten zur Verfügung.

„Wer diesen neuen Teil unserer Einrichtung kennen lernen möchte, hat schon vorher, nämlich am 24. Juli die Möglichkeit. Dann veranstalten wir einen ‚Tag der offenen Tür‘ in der Tagespflege“, kündigt Luthe an. „Als Haus, das wie unseres in die Stadt integriert ist, möchten wir allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich ein Bild davon zumachen.“ Auch beim Tag der offenen Tür werde selbstverständlich auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen geachtet. „Schließlich bedürfen die alten Menschen nach wie vor eines besonderen Schutzes. Etwa 60 Prozent der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus betreffen die Altersgruppe 60-Plus“, sagt Maximilian Luthe.

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