Lübbecker Schüler gründen Firma und finanzieren mit Spezialstiften 3D-Druck
Lehrer sind ihre Kunden

Lübbecke (WB). Wer wissen will, wie sich ein kostspieliger 3D-Drucker auch von Schülern nutzen lässt, der muss nur die Acht- und Neuntklässler der Stadtschule fragen. Sie haben extra eine Schülerfirma gegründet, um sich das nötige Material leisten zu können.

Sonntag, 05.07.2020, 09:00 Uhr
Sie verkaufen die selbst hergestellten Spezialstifte für Lehrer und finanzieren damit, dass der schuleigene 3D-Drucker weiter genutzt werden kann: die Schülerfirma mit Anita Kostenezki, Melissa Warkentin, Patricia Kerbel und Niklas Bestavor, demnächst Klasse 10e.

Alles begann mit einer Arbeitsgemeinschaft, in der sich Schüler des achten Jahrgangs der Lübbecker Stadtschule mit der Konstruktion kleiner Gegenstände mit dem schuleigenen 3D-Drucker beschäftigten. So entstanden Schlüsselanhänger, Schutzecken für Schulbücher, Halterungen für Kartenlesegeräte und weitere nützliche oder dekorative Gegenstände.

Um die Kosten für das Material abzudecken, entstand die Idee, Dinge herzustellen und zu verkaufen. Diese Neuausrichtung machte die Arbeitsgruppe für Mädchen des neunten Jahrgangs interessant, die sich zunächst verstärkt um Werbung und Verkauf kümmern wollten. Kurz vor den Osterferien befand sich die Schülerfirma „Indiprint 3D“ gerade in ihrer Gründungsphase.

Hohe Kosten

Mit individuell gestalteten Keksstempeln sollte es „auf den Markt“ gehen. Auf diesen Keksstempeln soll beispielsweise der Name eines Geburtstagskindes oder das Datum eines Ereignisses stehen, ebenso sind Kekse mit Firmenlogo möglich. Die Corona-Pandemie verhinderte jedoch die ersten Schritte der Schülerinnen und Schüler, sich als Unternehmer zu beweisen.

Mit der schrittweisen Wiedereröffnung der Schulen waren hohe Hygiene-Anforderungen verbunden. Unter anderem mussten die Räume nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Dies gestaltete sich besonders bei der Benutzung der Smartboards schwierig, mit denen alle Unterrichtsräume der Stadtschule ausgestattet sind. Denn zu jedem Smartboard gibt es nur zwei Stifte, die von den Lehrerinnen und Lehrern abwechselnd genutzt werden. Am besten wäre für jede Lehrkraft aber ein eigener Stift, war die Meinung. Doch dies scheiterte an zu hohen Kosten.

Erste Einnahmen

Kurzerhand entschlossen sich die Schülerinnen und Schüler von „Indiprint 3D“, ihre Produktion neu auszurichten und Smartboard-Stifte herzustellen. Für jede Lehrerin und jeden Lehrer wurde nun ein eigener Stift gedruckt. Da der Firmenname „Indiprint“ für individuelles Drucken steht, wurden die Stifte so gestaltet, dass jeweils auch der Name der entsprechenden Lehrkraft eingeprägt war. Die Bestellungen der Stifte wurden digital über das schuleigene Netzwerk abgewickelt.

Für die Produktion trafen sich die Schülerinnen und Schüler teilweise im Technikraum der Schule, teilweise arbeiteten sie zu Hause, um die gedruckten Stifte zu schleifen, mit der entsprechenden Spitze zu versehen und so vorzubereiten, dass sie einwandfrei auf den interaktiven Tafeln der Schule funktionieren. Durch den Verkauf dieser Stiften konnte die Schulfirma ihre ersten Einnahmen generieren.

Ziel der Schülerfirma „Indiprint 3D“ ist es, die Kosten des 3D-Drucks dauerhaft abzudecken, eventuell einen zweiten Drucker anzuschaffen und letztlich einen Gewinn für die Schülerschaft der Stadtschule zur erwirtschaften.

Wer Kontakt zu der Schülerfirma aufnehmen möchte, kann dazu eine E-Mail an die Adresse indiprint3d@stadtschule-lk.de schreiben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7479731?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F
Explosion in Beirut: Mindestens 50 Tote und 2700 Verletzte
Rauch steigt nach einer Explosion über den Trümmern eines zerstörten Gebäudes auf.
Nachrichten-Ticker