Stadt Lübbecke erteilt Genehmigung für Einkaufszentrum – Zeitplan noch offen
Investor darf das Westertor bauen

Lübbecke (WB). Das Westertor darf gebaut werden. Die Stadt Lübbecke hat am Mittwoch die Baugenehmigung für das viel diskutierte Einkaufszentrum in der Lübbecker Innenstadt an den Investor erteilt und abgeschickt, die Hamburger Firma HBB (Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft). Das hat Stadtsprecher Andreas Püfke auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt.

Mittwoch, 01.07.2020, 21:06 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 21:40 Uhr
Seit 2017 plant der Investor HBB an einem bedarfsgerechten Einkaufsquartier für die Innenstadt. Die wenigen optischen Änderungen zu den ersten Entwürfen standen bereits Ende 2017 fest: Klinker statt weißer Putz an der Fassade und ein offener Durchgang zum Papendiek statt einer überdachten Passage. Foto: RWK+ Architekten

Zwei Tage zuvor, am 30. Juni, ist im „Amtlichen Kreisblatt“ in einer Sonderausgabe der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Westertor veröffentlicht worden. Das legte nahe, dass nun Bewegung in das seit einigen Wochen nach außen hin „ruhende“ Verfahren gekommen ist.

Bebauungsplan ist in Kraft

Mit der Veröffentlichung im Mitteilungsblatt für den Kreis tritt der Bebauungsplan Westertor nun auch in Kraft. Das heißt, ab sofort darf entsprechend der Vorgaben gebaut werden. Vorher durfte eine Baugenehmigung nicht erteilt werden. Federführend ist dabei das örtliche Bauamt in Lübbecke, das im Zuge der Prüfung aller Unterlagen des Bauherrn auch Stellungnahmen anderer Behörden wie etwa des Kreises eingeholt hat. Ratsmitglieder und die Bürgerinitiative „pro ZOB“ hatten den Schritt der Veröffentlichung aber auch deshalb angemahnt, weil nun erst die Möglichkeit für eine Klage gegen das Projekt eröffnet ist. Die Frist dafür beträgt vier Wochen.

Bürgermeister Frank Haberbosch sagte: „Wir freuen uns, dass wir auch diese Etappe geschafft haben, und hoffen, dass es bald los geht mit den Bauarbeiten.“

HBB zurrt noch am Zeitplan

Wann es tatsächlich beginnen wird mit dem Abriss von Parkhaus West und Deerberg-Immobilie, steht noch nicht fest. HBB-Geschäftsführer Harald Ortner teilte mit, dass sich zum zeitlichen Ablauf erst dann etwas sagen lasse, wenn HBB die Baugenehmigung genau studiert und sich mit seinen Mietern und dem Bauunternehmen abgestimmt habe. „Diese Prüfung dauert wegen der anstehenden Ferien etwa sechs Wochen“, warb Ortner um Geduld.

Das geplante Einkaufsquartier mit einer Mietfläche von 7000 Quadratmetern umfasst das Deerberg Areal, das Parkhaus West, das alte Irish Pub sowie den Zentralen Omnibusbahnhof am Papendiek. Bestehende Angebotslücken sollen geschlossen und so die Innenstadt gestärkt werden, ist der Anspruch von HBB. Etwa 20 Millionen Euro werden dafür zwischen Langer Straße und Niederwall investiert. 140 Parkplätze für 60-minütige Parkdauer werden am Papendiek entstehen.

Edeka ist Hauptmieter

Auf der unteren Ebene, die sich auf großen Teilen der Fläche des jetzigen Parkhauses West und über die Niedernstraße hinweg erstreckt, wird auf 2400 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Edeka-Markt entstehen. Auf der Oberen Ebene, die bis an die Lange Straße heranführt, breiten sich Märkte von Rossmann und Woolworth sowie K+K Shoe aus, dazu verschiedene Anbieter in kleineren Ladenlokalen. Das beauftragte Architekturbüro RKW+ aus Düsseldorf hat die Fassade zur Langen Straße hin mit drei Giebeln geplant.

Dem Städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor zufolge, wird nach dem Abriss des Parkhauses zunächst der Zentrale Omnibusbahnhof „verlegt“, also abgerissen und am Niederwall in neuer Form gebaut. Erst dann hat HBB Zugriff auf die Fläche, auf der die für das Projekt notwendigen Parkplätze entstehen sollen, und die damit verbundene Sicherheit, das Einkaufszentrum realisieren zu können. Westertor-Eröffnung soll im Frühjahr 2022 sein.

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