CDU nominiert Anna-Katharina Bölling sowie Bewerber für den Kreistag
Landratskandidatin will gestalten

Lübbecke (WB). In großer Geschlossenheit hat sich am Montagabend die CDU im Kreis Minden-Lübbecke hinter ihren Kandidaten für die diesjährigen Kommunalwahlen versammelt. Sowohl Landratskandidatin Anna-Katharina Bölling als auch die Bewerber um ein Kreistagsmandat wurden mit hohen Zustimmungswerten nominiert.

Mittwoch, 24.06.2020, 06:00 Uhr
Für die anstehende Wahl bereit: Die Direktkandidaten für den Kreistag sind am Montag nominiert worden. Mit dabei sind auch Landratskandidatin Anna-Katharina Bölling (vorne Mitte) sowie Kreisvorsitzender Dr. Oliver Vogt (vorne, 2. von rechts). Foto: Florian Hemann

„Mit ihr haben wir eine junge dynamische Frau, die unseren Mühlenkreis nach vorne bringen wird“, lobte Landtagsabgeordnete Kirstin Korte die frisch nominierte Landratskandidatin Anna-Katharina Bölling. Und Kreisvorsitzendener Oliver Vogt attestierte der 40-jährigen Mindenerin die starke Persönlichkeit, die man in diesem Amt brauche, um etwas durchsetzen zu können. „Die Zeit, in der der Mühlenkreis zu Tode verwaltet wird, soll beendet werden“, sagte Vogt. 97,5 Prozent der Delegierten votierten für die derzeitige Sozialdezernentin im Landkreis Uelzen: 159 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und vier Enthaltung. Ein Ergebnis, das die Kandidatin nicht nur zum Strahlen brachte, sondern auch im Saal zu Standing Ovations führte.

In ihrer Vorstellungsrede bewies die studierte Politologin und Historikerin ihre Kenntnisse der Heimatgeschichte, erzählte von der Entstehung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Porta Westfalica, auf das sie von ihrem Kinderzimmer aus habe blicken können, und schlug den Bogen zum letzten CDU-Landrat Wilhelm Krömer. „Er hatte eine Vision, den Mühlenkreis voranzubringen“, sagte Anna-Katharina Bölling. „Auch mein Anspruch ist, dass ich gestalten möchte.“

„Mehr handeln, weniger reden“

Als Ziele nannte sie eine vertrauensvolle, auf Transparenz aufgebaute Kommunikation etwa in der Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern. „Wir müssen mehr handeln und weniger reden“, fügte sie an, dann könne auch wieder mehr Vertrauen von Bürgern in die Politik wachsen. Beispiele für Handlungsbedarf in Gemeinschaft mit den Städten und Gemeinden seien die Ärzteversorgung, das Standortmarketing oder auch der Tourismus. Und Anna-Katharina Bölling möchte, dass der Kreis Minden-Lübbecke besser über die Region hinaus vernetzt ist. „Es ist mir wichtig, dass man uns auch in Düsseldorf als verlässlichen Partner kennt und wahrnimmt.“

Die junge Mutter von Zwillingen möchte dafür sorgen, dass die Digitalisierung voranschreitet, auch in der Verwaltung. „Das ist auch eine Frage der gleichwertigen Lebensverhältnisse von Stadt und Land“, sagte sie. Außerdem steht auf ihrem Zettel, die Mühlenkreiskliniken in die Lage zu versetzen, „Investitionen aus dem laufenden Haushalt“ zu tätigen. Eine starke Wirtschaftspolitik und lokale Ansätze im Klimaschutz und bei der Sicherheit ergänzen das Wahlprogramm.

Kandidaten gewählt

Folgende Direktkandidaten wurden nominiert: für Minden Ulrich Stadtmann (Wahlbezirk 1), Lennart Ulrich (2), Dr. Frank Wolter (3), Lutz Abruszat (4), Marina Bremkes (5), Sascha Schütte (6) und Dana Ellerhoff (7), für Minden/Porta Philipp Müller (8), für Porta Westfalica Florian Staab (9), Jonas Horstmann (10), Mike Bertuzzo (11), für Bad Oeynhausen Alexander Nolte-Ernsting (12), Martina Busche-Oberpenning (13), Moritz Brünger (14), Michael Großkurth (15) und Susanne Rongen (16), für Hüllhorst Sven Öpping (17), für Petershagen Wolfgang Koopmann (18) und Brigitte Sawade-Meyer (19), für Hille/Petershagen Alfred Borgmann (20), für Hille Liane Spilker (21), für Espelkamp Dr. Oliver Vogt (22) und Detlef Beckschewe (23), für Espelkamp/Lübbecke/Pr. Oldendorf Anja Kittel (24), für Lübbecke Andreas Holdmann (25) und Bent Grote (26), für Rahden Ulrich Koors (27), für Rahden/Stemwede Sven Reimers (28), für Stemwede Frank Rabe (29) und für Preußisch Oldendorf Rolf-Dieter Schütte (30).

Auf der Reserveliste ganz oben stehen Dr. Oliver Vogt, Detlef Beckschewe, Brigitte Sawade-Meyer, Lutz Abruszat, Frank Rabe, Susanne Rongen, Jonas Horstmann, Sven Öpping, Liane Spilker und Michael Großkurth.

Landtagsabgeordnete Kirstin Korte berichtete in einer Zählpause von der Arbeit des Landesparlaments in Zeiten der Corona-Pandemie. Als Vorsitzende des NRW-Schulausschusses verteidigte sie den Kurs der Landesregierung, lobte das Engagement der Lehrer und warb um Verständnis für die in dieser Ausnahmesituation teilweise sehr kurzfristigen Verordnungen aus dem Schulministerium. Eindringlich schilderte sie die belastenden Erkenntnisse aus dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Kindesmissbrauch in Lügde, indem es darum ginge, Behördenfehler aufzudecken: „Das verfolgt mich.“ Leider hätten auch Fachleute bestätigt, dass es sehr schwer sei, Kindesmissbrauch zu erkennen, auch weil auf Kinder zu wenig gehört werde. „Ein Kind muss sieben- bis achtmal Signale abgeben, damit Erwachsene merken, was passiert.“

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