Mühlenkreiskliniken investieren in Chirurgie Lübbecke
OP-Roboter führt das Skalpell

Lübbecke (WB/fn). Die Zukunft zieht in den Lübbecker OP ein: Für die Chirurgie im Krankenhaus soll ein Roboter angeschafft werden. Das haben die Mühlenkreiskliniken (MKK) Montag mitgeteilt, nachdem der Verwaltungsrat in seiner jüngsten Sitzung den Grundsatzbeschluss zur Gründung eines Zentrums für roboterassistierte Chirurgie am Krankenhaus Lübbecke beschlossen hat.

Dienstag, 12.05.2020, 12:00 Uhr
Ein OP-Roboter wie dieser soll im Krankenhaus Lübbecke aufgebaut werden. Das Zentrum für roboterassistierte Chirurgie unter der Leitung von Professor Piechota soll allen Operateuren der Mühlenkreiskliniken zur Verfügung stehen. Foto: sergeyryzhov/iStockphoto

Das neue Zentrum soll mit einem Roboter der neuesten Generation ausgestattet werden und allen Operateuren an allen Standorten der Mühlenkreiskliniken zur Verfügung stehen. Mit der neuen Technik können Operationen noch präziser und sicherer durchgeführt werden. Den Aufbau des Zentrums sowie die Leitung wird Professor Dr. Hansjürgen Piechota, Direktor der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Operative Uro-Onkologie am Johannes-Wesling-Klinikum, übernehmen. Im Laufe des Jahres 2020 wird Professor Piechota zudem die Leitung der Klinik für Urologie am Krankenhaus Lübbecke übertragen.

Auch Landrat Ralf Niermann äußerte sich in seiner Funktion als Vorsitzender des MKK-Verwaltungsrats dazu: „Mit dieser Entscheidung für ein hausübergreifendes Zentrum für roboterassistierte Chirurgie in Lübbecke stellen wir eine wichtige Weiche für die Zukunftsfähigkeit der Mühlenkreiskliniken. Zudem wird die Zusammenarbeit zwischen den Standorten weiter gestärkt.“

Investition im höheren sechsstelligen Bereich

Haupteinsatzgebiete der roboterassistierten Chirurgie sind traditionell die Urologie, die Viszeralchirurgie und die Gynäkologie. MKK-Vorstandsvorsitzender Olaf Bornemeier: „Unsere Patientinnen und Patienten werden von dem neuen Verfahren profitieren. Außerdem werden wir für Ärztinnen und Ärzte durch den Einsatz dieser modernen Operationstechnik deutlich attraktiver.“

Wann genau das neue System aufgebaut und einsatzbereit ist, steht noch nicht fest. Die Investition soll sich im höheren sechsstelligen Bereich bewegen.

Was landläufig als OP-Roboter beschrieben wird, ist in Wirklichkeit kein Roboter im eigentlichen Sinne. Bei der roboterassistierten Chirurgie behält der operierende Arzt die volle Kontrolle über das Geschehen. Allerdings legt er nicht mehr selbst die Hand ans Skalpell, sondern arbeitet an einem 3D-Bildschirm, auf dem das Operationsfeld deutlich vergrößert dargestellt wird. Über eine Steuerkonsole werden die Bewegungen auf den Roboter übertragen, der die hochpräzisen Schnitte am Patienten ausführt.

Echter Mehrwert für Patienten

Dabei profitiert der Patient von einer höheren Beweglichkeit des Roboterarms, einer 3D-Kameratechnik, die auch die kleinsten Nerven und Gefäße darstellt, von präziseren Schnitten und damit weniger Blutverlust, weniger postoperativen Schmerzen und einer schnelleren Wundheilung. Die roboterassistierte Chirurgie gilt dabei als Weiterentwicklung der Schlüssellochchirurgie, bei der über kleine Schnitte mithilfe von Endoskopen operiert wird.

„Wir haben uns bewusst erst jetzt für die Einführung der roboterassistierten Chirurgie entschieden“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Zu Beginn war die sehr junge Technik noch nicht ausgereift. Jetzt haben uns unsere Chirurgen aber signalisiert, dass die Kinderkrankheiten überwunden und die Technik bei bestimmten Operationen einen echten Mehrwert für Patientinnen und Patienten darstellt“, sagt Olaf Bornemeier.

Neben der Leitung des neuen Zentrums soll Professor Dr. Hansjürgen Piechota auch die Leitung der Klinik für Urologie, Kinderurologie und operative Uro-Onkologie in Lübbecke übernehmen. Das aktuelle Leitungsteam aus Dr. Johannes Polith, Dr. Stephan Leibelt und Dr. Peter Kläs wird sich im Laufe des Jahres auflösen, da Dr. Polith in den Ruhestand gehen und Dr. Leibelt die Mühlenkreiskliniken verlassen wird. Dr. Peter Kläs bleibt in Lübbecke als Leitender Arzt in der Urologie.

Zusammenführung der urologischen Kliniken

„Mit der Zusammenführung der urologischen Kliniken in Minden und Lübbecke unter einer gemeinsamen Leitung steigern wir die Chancen auf Mitarbeitergewinnung und schaffen Synergieeffekte im Feld der Patientensteuerung und der Geräteausstattung“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Olaf Bornemeier.

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