Mitarbeiter des „Runden Tisches“ Lübbecke helfen – Syrer an der Nähmaschine
Geflüchtete mit Masken versorgt

Lübbecke (WB). Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Runden Tisches Flüchtlingshilfe Lübbecke haben die Bewohner der Hausstätte mit Masken ausgestattet.

Sonntag, 10.05.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 10.05.2020, 07:10 Uhr
Schneider Mesilum Remedan und Schukrie Jaro fertigen Masken für die Bewohner der Hausstätte an.

„Die Mitarbeiter haben sich verständlicherweise große Sorgen gemacht, inwieweit die Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus in der Hausstätte eingehalten werden können. Erfreulicherweise konnten wir feststellen, dass die Bewohner über hinreichend Informationen bezüglich notwendiger Verhaltensweisen verfügen und sehr umsichtig und verantwortungsvoll miteinander umgehen“, sagt Marie-Luise Bernotat.

Ausreichend Desinfektionsmittel stünden zur Verfügung, was besonders wichtig sei wegen der zahlreichen kontaminierten Kontaktflächen. Aber: „Die Abstandsregelung umzusetzen hinsichtlich der räumlichen Nähe durch Mehrbettzimmer und gemeinsame Nutzung der Küchen und sanitären Einrichtungen, ist kaum möglich“, so Bernotat.

Das Diakonische Werk übernimmt die Kosten

Noch bevor die allgemeine Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln am 27. April in Kraft trat, versorgte der Runde Tisch daher alle Bewohner der Hausstätte mit einer Mund-Nase-Maske. Das Diakonische Werk erklärte sich spontan bereit, zur Unterstützung der Migrations- und Flüchtlingsarbeit in Lübbecke die Kosten in Höhe von 450 Euro für 90 so genannte Behelfsmasken zu übernehmen. Jeder Geflüchtete sollte zwei Masken zum Wechseln bekommen – viel Arbeit für Mesilum Remedan, der seit April 2019 eine kleine Änderungsschneiderei in Lübbecke betreibt. Der gelernte Schneider musste im Jahr 2015 seine Heimat Syrien aufgrund der Kriegswirren verlassen.

Nun lebt er mit seiner Frau und den beiden kleinen Söhnen Wiliem und Ivan in Lübbecke. Nach ihrer Ankunft war die Familie auch kurzzeitig in der Hausstätte untergebracht. „Seit Einführung der Maskenpflicht sitzt Mesilum jeden Tag bis weit in den Abend an der Nähmaschine. Unterstützt wird er von Jehad Jaro mit seinem Sohn Schukrie und Muhamad Issa. Die Änderungsschneiderei verbürgt sich für hohe Qualität auf der Basis langjähriger Berufserfahrung“, sagt Bernotat.

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