Lübbecker Bürgermeisterkandidatin von CDU und Grünen stellt ihre Ziele vor
Mehr Bürgernähe und Klimaschutz

Lübbecke (WB). Für die Herausforderer ist die Situation besonders schwierig: Auch nach den ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen ist ein klassischer Wahlkampf, wie er jetzt normalerweise zur Kommunalwahl im September laufen würde, nicht möglich. Kathrin Böhning, parteilose Bürgermeisterkandidatin für CDU und Grüne in Lübbecke, will sich in diesen Tagen dennoch bei den Wählerinnen und Wählern bekannt machen und ihre Ideen vorstellen.

Donnerstag, 07.05.2020, 21:00 Uhr
„Ich möchte Bürgermeisterin und nicht Verwaltungsmeisterin sein“, sagt Kathrin Böhning, die Kandidatin von CDU und Grünen. Foto: Niemeyer

Die 57-Jährige ist viel in den sozialen Medien unterwegs, hat eine eigene Internet-Seite und von jetzt an eine Telefonsprechstunde: jeden Freitag von 14 bis 15 Uhr unter 0176/50773678. Wenn es trotz Corona noch die Möglichkeit gibt, will Kathrin Böhning so viele Termine wie möglich ihrer Zuhör-Tour in den Ortsteilen abhalten. Aktuell noch geplant sind Stockhausen (9. Juni, Bürgerbegegnungsstätte), Lübbecke (17. Juni, Altes Amtsgericht), Obermehnen (23. Juni, Kummerbrink) und Blasheim (29. Juni, Altes Spritzenhaus).

Bürgernähe

Die Überschrift über diese Veranstaltungen „Ein Ohr für Lübbecke“ passt auch zu einem der wichtigsten Anliegen von Kathrin Böhning: intensives Zuhören und Bürgernähe. „Wenn die Menschen erleben, dass ihr Engagement, ihr Wissen und ihre Anregungen Gehör finden, kann unsere Demokratie neu belebt und vielleicht sogar neu ausgerichtet werden“, sagt die Diplom-Kauffrau und Heilpraktikerin. Im Falle ihrer Wahl will sie deshalb nicht nur eine Bürgersprechstunde einführen, sondern auch konkrete Bürgerbeteiligung. Als Beispiele nennt sie Demokratie- und Kommunalwerkstätten, ein Jugendparlament, eine offenere Bürgerfragestunde vor den Ratssitzungen und Live-Streams von Rats- und Ausschusssitzungen. Sie möchte auch einen Beitrag leisten, dass sich mehr Frauen für Politik interessieren.

„Die interessierten Bürger müssen auf eine konstruktive und offene Zusammenarbeit vertrauen können“, sagt Böhning. „Und es darf keine Rolle spielen, ob man als Bürger zu einer Minderheit gehört oder nicht.“ Es müsse für alle Mitmenschen gleichberechtigte Teilhabe geben. Als Negativbeispiele führt die im Behinderten-Beirat aktive Lübbeckerin die Ablehnung von Stufenvorderkantenmarkierungen am Marktplatz sowie auf eine Ampel mit Akustiksignal am Niederwall an.

Mit ihrer fehlenden Erfahrung in einer Verwaltung geht sie offensiv um. „Ich musste in meinem Leben viel in kurzer Zeit lernen“, sagt sie und ist sich sicher, dass eine reine Verwaltungskarriere auch die Gefahr berge, sich von den Sorgen und Nöten der Menschen zu entfernen. Böhning: „Ich möchte Bürgemeisterin werden, nicht Verwaltungsmeisterin.“

Klimaschutz

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit als Bürgermeisterin werde der Klimaschutz sein, kündigt das ehemalige Grünen-Mitglied an. Klimaschutz sei effektiver Gesundheitsschutz, sagt Böhning. Sie will deshalb für die Umsetzung des im vorigen Jahr von CDU und Grünen eingebrachten Klimaschutz-Antrages kämpfen. Immerhin beziehe er sich auf das Integrierte Klimaschutzkonzept des Kreises (ISKS), zu dem sich auch Lübbecke verpflichtet habe. Sie könnte sich auch einen Klimabeirat vorstellen, um hier ressortübergreifend zu Ergebnissen zu kommen.

Es sei etwa zu wenig, dass es in der Innenstadt mit dem Friedhof nur eine grüne Lunge gebe, meint die Kandidatin. Mit Klimaschutz- und Energieauflagen für das Westertor hätte man einen Beitrag zu grünen Bauprojekten leisten können. Kathrin Böhning denkt dabei etwa an ein begrüntes Dach, grüne Flächen drumherum oder einen kleinen Teich. Aber auch etwa auf dem Markt oder vor der Stadthalle ließe sich durch Grün die Aufenthaltsqualität verbessern. Bei den gerade beschlossenen Plänen für den neuen städtischen Bauhof sei eine Chance vergeben worden, auf alternative Energieversorgung zu setzen.

Verkehr und Stadt

Die Kandidatin für Grüne und CDU will sich zudem für eine bessere Rad-Infrastruktur einsetzen, den ÖPNV ausbauen helfen und nach Lösungen für Park-and-Ride-Plätze Ausschau halten. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Dringlichkeit der Verkehrswende von unserem Bürgermeister bisher nicht durch geeignete Maßnahmen anerkannt wurde“, sagt Böhning und verweist auf den ZOB. Als Ersatz acht Haltestellen entlang einer Hauptverkehrsstraße anzubieten, sei kein positives Signal. Auch fehle ein aktuelles Gesamtkonzept für Parken, ÖPNV und Radfahren.

Gemeinsam mit Gewerbetreibenden würde sie gerne Ideen für ein Lübbecke der Zukunft erarbeiten, kündigt die 57-Jährige an. Fragen könnten sein: Was soll mit dem Königsmühlen-Gelände, was mit der alten Lieber-Brache am Kreisel passieren? Gäbe es Perspektiven für einen nachhaltigen Golfplatz und ein Hotel?

Sicherheit

Zur Aufenthaltsqualität in der Stadt gehöre auch das Sicherheitsgefühl der Bürger, übernimmt Böhning eine Forderung der CDU. Hierzu gehöre die Rückkehr der Kripo nach Lübbecke und die 24-Stunden-Besetzung der Polizeiwache. Dafür werde sie sich beim zukünftigen Landrat oder der zukünftigen Landrätin einsetzen.

Bei der Umsetzung von Projekten müsse allerdings auf strenge Ausgabendisziplin gesetzt werden, denn die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise seien noch nicht absehbar, sagt Kathrin Böhning.

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