Auch für Blasheimer Markt noch keine Entscheidung gefällt – Schausteller bekommen Planungsprobleme
Bierbrunnenfest ist noch nicht abgeschrieben

Lübbecke (WB). Wird es in diesem Jahr ein Bierbrunnenfest und einen Blasheimer Markt geben, oder nicht? Diese Frage stellen sich nicht nur viele der Besucher, sondern auch die Veranstalter. Aufgrund des aktuellen Verbots von Großveranstaltungen wegen der Corona-Krise sind bis mindestens Ende August eben solche nicht erlaubt. Noch geben die Veranstalter die Hoffnung aber nicht auf.

Mittwoch, 06.05.2020, 07:00 Uhr
Ob der Blasheimer Markt und auch das Bierbrunnenfest in diesem Jahr veranstaltet werden können, ist noch nicht endgültig geklärt. Foto: Kai Wessel (Archiv)

Auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTES erklärte der Sprecher der Stadt Lübbecke, Andreas Püfke, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt das Bierbrunnenfest vom 14. bis 16. August wegen der Bestimmungen der aktuellen Corona-Schutzverordnung nicht genehmigungsfähig sei. Das beträfe auch eine „abgespeckte“, auf den reinen „Tag des Bierbrunnens“ am Sonntag reduzierte Form. Allerdings könne es durchaus sein, dass sich diese Rechtslage zwischenzeitlich noch mal ändert. In Absprache mit der Brauerei Barre habe man deswegen entschieden, vor Ende Mai keine endgültige Entscheidung über das Bierbrunnenfest zu treffen. Veranstalter Karl-Wilhelm Bruns erklärte dazu, er habe seine Planungen im März eingefroren. Bruns: „Wir wären auch in der Lage, das Fest kurzfristig zu planen und umzusetzen, wenn das im Zuge der Lockerungen möglich werden sollte.“

Blasheimer Markt ist noch ungewiss

Fraglich ist derzeit auch, ob der 451. Blasheimer Markt vom 3. bis 6. September in diesem Jahr stattfinden darf. Momentan endet das aktuelle Verbot von Großveranstaltungen laut der Corona-Schutzverordnung nur wenige Tage, bevor die Traditionsveranstaltung beginnen soll. Wie genau mit dem Blasheimer Markt verfahren werden soll, könne laut Andreas Püfke demzufolge zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig gesagt werden.

„Gegenwärtig gibt es keine Rechtsgrundlage, den Blasheimer Markt abzusagen“, sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung dazu. Die Stadt verweist zudem darauf, dass sie bestehende Verträge mit Schaustellern für den Blasheimer Markt habe.

Deshalb heißt es sowohl für die Stadt als auch für die Schausteller: Abwarten. Gleiches gilt auch für die Familie Borchard, die jedes Jahr ein großes Festzelt auf dem Blasheimer Markt betreibt. „Wir müssen warten, was weiter passiert und wie die Stadt entscheidet“, sagt Heike Borchard. Ein großes Problem sei für die Unternehmerfamilie vor allem die Planung für den Markt. „Normalerweise wären die Vorbereitungen jetzt schon angelaufen. Jetzt wissen wir aber nicht genau, wie wir planen sollen“, sagt sie weiter. Das Team für die Bewirtung der Gäste würden die Borchards nach jedem Blasheimer Markt direkt auch für das kommende Jahr wieder beauftragen. „Und auch das Zelt haben wir schon bestellt. Wenn der Markt nicht stattfindet, müssen wir das gegebenenfalls absagen. Dann wissen wir nicht, welche Kosten anfallen“, berichtet Heike Borchard.

Letzte Absage vor mehr als 70 Jahren

Sollte der Blasheimer Markt stattfinden, sei die Familie mit ihrem Festzelt natürlich dabei, sagt Borchard. Auch Hygienevorschriften würden sie dann umsetzen. „Wir versuchen auch, alles so gut es geht vorzubereiten, damit wir kurzfristig handeln können. Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben“, sagt Heike Borchard: „Wenn wir aber in vier Wochen immer noch nicht wissen, ob der Blasheimer Markt veranstaltet werden darf, wird es kritisch für uns.“

Sollte es wirklich eine Absage für die 451. Ausgabe des „Blamas“ geben, wäre das laut Stadtarchivarin Christel Droste vermutlich die erste Absage seit mehr als 70 Jahren Marktgeschichte. „Der Markt ist in seiner langen Bestehensgeschichte zwischendurch zwar immer mal wieder ausgefallen, beispielsweise kurz vor Kriegsbeginn im Jahr 1939. Am 4. und 5. September 1946 hat er dann aber auf jeden Fall wieder stattgefunden“, berichtet die Archivarin. Ihr sei zumindest nicht bekannt, dass der Blasheimer Markt seitdem noch einmal abgesagt wurde.

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